Prestigesieg für die "Königlichen" Real Madrid gewinnt Supercup gegen Barça

Ausgerechnet gegen den FC Barcelona schießt sich Real Madrid aus der sportlichen Krise: Mit Mesut Özil und Sami Khedira siegt Spaniens Meister im heimischen Estadio Santiago Bernabeu mit 2:1 gegen die Katalanen und sichert sich zum ersten Mal seit vier Jahren den Supercup - am Ende feiert sogar ein Özil-Konkurrent sein Debüt für Real.

Als die "Königlichen" von Real Madrid den spanischen Supercup in den nachtschwarzen Himmel über dem Estadio Santiago Bernabeu reckten, war Mesut Özil diesmal nur eine Randfigur. Eher wenig hatte der deutsche Nationalspieler zum 2:1 (2:1)-Sieg gegen den Erzrivalen FC Barcelona beitragen können. Sieben Minuten vor dem Abpfiff schließlich holte Trainer Jose Mourinho den Mittelfeldzauberer vom Platz, enttäuscht trollte sich der 23-Jährige vom Rasen.

Freude nach dem ersten Treffer: Gonzalo Higuain feiert mit seinen Kollegen von Real Madrid.

(Foto: AP)

Und der Druck wird größer, denn der für Özil eingewechselte Luka Modric nutzte sein kurzes Debüt im Trikot der Madrilenen, um Akzente zu setzen und sich in der Nachspielzeit gar eine sehenswerte Torgelegenheit herauszuarbeiten. "Luka hat wirklich gut gespielt", betonte Assistenz-Coach Aitor Karanka, der von seinem Boss vor die Presse geschickt wurde, um den ersten Heimsieg von Real gegen Barça nach mehr als 1500 Tagen zu kommentieren. Für Mourinho ist der Kroate, kurzfristig in London bei Tottenham Hotspur für 30 Millionen Euro losgeeist, eine weitere wichtige Option in der Kreativabteilung im Mittelfeld.

Diesmal jedoch sorgten zwei schnelle Tore der Stürmer Gonzalo Higuain (11.) und Cristiano Ronaldo (19.) für eine schnelle Entscheidung. Nach dem 3:2-Hinspielsieg war für die Gäste ein von Weltfußballer Lionel Messi verwandelter Freistoß (45.) letztlich zu wenig. "Trotzdem bin ich stolz auf den Auftritt meiner Mannschaft, speziell in der zweiten Halbzeit", sagte Barça-Trainer Tito Vilanova. Der neue Coach spielte damit auf den Platzverweis für Adriano wegen einer Notbremse gegen Ronaldo (28.) an. Fünf gute Torchancen erkämpfte sich sein Team in Unterzahl nach dem Seitenwechsel, doch der für den Gesamtsieg notwendige Ausgleichstreffer wollte nicht fallen.

Die Enttäuschung von Welt- und Europameister Xavi hielt sich somit ebenfalls in Grenzen: "Wir haben auch mit einem Spieler weniger auf dem Platz immer wieder gute Antworten gegeben. Diesen Pokal haben wir nun verloren, aber die weit wichtigeren Titel sind ja alle noch zu vergeben." In der Primera Division jedenfalls steht Barcelona nach den ersten beiden Spieltagen schon wieder standesgemäß auf dem ersten Tabellenplatz. Fünf Punkte vor Real auf Rang 14, die Madrilenen warten noch auf ihren ersten Punktspielsieg.

"Maradona hat die Hand Gottes, Messi den Rest!"

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