Von Von Raphael Honigstein

Es ist der spektakulärste Transfer des Sommers: Für 39,5 Millionen Euro wechselt der 18-Jährige Stürmerstar vom FC Everton zu Manchester United.

Wie es sich für den umsatzstärksten Klub der Welt gehört, wurde zuerst die Londoner Börse informiert: "Manchester United hat mit Everton eine prinzipielle Einigung über den Transfer von Wayne Rooney erzielt", hieß es gestern. Zu der Zeit war Englands 18-jähriger Stürmerstar schon im schwarzen Geländewagen in Old Trafford vorgefahren, um sich den medizinischen Untersuchungen zu unterziehen.

Wayne Rooney

Dieser 18-Jährige kostet fast 40 Millionen Euro: Wayne Rooney (© Foto: dpa)

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Heute wird er von Alex Ferguson offiziell vorgestellt, knapp 40 Millionen Euro kostet United der Deal. Rooney, der mit dem Ball besser umgeht als mit Worten, wird ein behutsam abgefasstes Statement vorlesen, Fragen werden nicht zugelassen - ein Schmutzfink vom Boulevard würde ihn sonst garantiert nochmal auf die 48-jährige Dame im PVC-Anzug ansprechen, mit der sich Rooney in einem Liverpooler Bordell vergnügt hat.

Der Sexskandal machte den Abschied des bulligen Nationalhelden einfacher, doch der Wechsel nach Manchester ist mehr als die Flucht aus dem "Goldfischglas Liverpool" (Rooney): Es ist der spektakulärste Transfer des Sommers, von langer Hand geplant - mit faszinierenden Hintergründen.

Wechsel von Patrick Vieira zu Manchester gescheitert

Chaostheoretiker glauben, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in Honduras in Japan einen Hurrikan auslösen kann. Auch im Fußball hängt fast alles auf wunderliche Weise miteinander zusammen. Der Schmetterling im Fall Rooney heißt Patrick Vieira. Real Madrid wollte Arsenals Kapitän im Juli verpflichten, doch der Franzose hatte andere Gehaltsvorstellungen.

Spaniens Rekordmeister holte deswegen für 21 Millionen Euro überraschend den englischen Nationalverteidiger Jonathan Woodgate von Newcastle United. Investierte Newcastle das Geld in einen Ersatz für für die Abwehr? Das wäre zu einfach gewesen. Hinter dem Rücken von Trainer Bobby Robson wurden Everton 30 Millionen für Rooney geboten.

Ein optimistischer Schachzug, denn es war klar, dass die Toffees ihn nicht so billig würden gehen lassen. Außerdem bevorzugte Rooney offensichtlich Manchester - die wollten den Transfer gerne im kommenden Januar tätigen. Das Manöver der "Elstern" macht nur Sinn, wenn man bedenkt, dass sich Rooneys Berater Paul Stretford und Newcastles Vorsitzender Freddy Shepherd sehr nahe stehen. Stretfords Sohn Kenneth unterhält im St.James' Park gar ein eigenes Büro.

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