Moritz Volz hat mit einem Jubiläumstor für Schlagzeilen gesorgt. Mit dem FC Fulham erkämpfte er ein 2:2 gegen Chelsea und stach dabei Landsmann Michael Ballack aus.

Der erste Dienst, den Moritz Volz dem deutschen Fußball erwies, war sehr geheim. Es war nämlich so, dass Volz, Profi beim FC Fulham, über eine brisante Erkenntnis verfügte, die er konspirativ den zuständigen Stellen meldete.

Volz gegen Ballack

Entschied das Duell gegen Michael Ballack (r.) klar für sich: Moritz Volz (l.) (© Foto: AFP)

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Er kannte da einen Spieler, den sonst keiner kannte, was er sogleich dem Verbindungsmann Horst Hrubesch steckte, der den Tipp wiederum an den Vorgesetzten Uli Stielike weiterleitete. Und der hat Volz' Empfehlung dann eingeladen zur U-20-WM.

Im Grunde kann man sagen, dass Volz Robert Huth entdeckt hat. Er hat die DFB-Juniorentrainer vor drei Jahren auf den Kollegen aus der Premier League aufmerksam gemacht, wobei bis heute niemand weiß, ob man ihm dafür nun dankbar sein soll. Der DFB zumindest bedankte sich bei Volz im November 2004 in Form einer Einladung zur A-Nationalmannschaft.

Es waren jene Tage, als der neue Bundestrainer Klinsmann jeden Jungprofi umgehend unter Talentverdacht stellte. Volz saß dann 90 Minuten auf der Bank, beim 3:0 gegen Kamerun in Leipzig, und als größten Erfolg nahm er von dieser Dienstreise eine Erwähnung durch den Kapitän mit nach Hause. ,,Der Robert, äh, der Moritz Volz'', sagte Michael Ballack in einer Pressekonferenz.

Prämie fürs Jubiläumstor

Es war die Zeit, als Volz und Ballack ungefähr so weit auseinanderlagen wie Klinsmann und Stielike. Im Sommer war das nicht anders: Während Ballack als Superstar zu Superchelsea wechselte, ging der zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschulte Rechtsverteidiger Volz, 23, fast unbemerkt in seine vierte Premier-League-Saison. ,,Es ist leider so, dass es für deutsche Medien offenbar wertlos ist, über Moritz Volz zu berichten'', klagte Moritz Volz im Dezember 2005 in einem Interview - er musste noch ein ganzes Jahr warten, bis endlich die Zeit der Genugtuung angebrochen war.

Am vorletzten Tag des alten Jahres hat der FC Fulham nämlich dank Volz' tatkräftiger Mithilfe ein 2:2 bei Ballacks Superchelsea geschafft, und es wird Volz ausnahmsweise wenig gestört haben, dass sein Klub am Neujahrstag nur ein Heim-Nullnull gegen den FC Watford zustandebrachte.

Für Volz hat sich dieser Doppelspieltag sehr gelohnt, im Gegensatz zum FC Chelsea, der es durch das zweite Heim-Remis der Saison verpasste, Boden auf Manchester United gutzumachen. Besonders schön wurde Volz' Wochenende dadurch, dass er mit prächtigem Volleyschuss das 1:0 für Fulham erzielte (16.), und am schönsten war, dass es sich bei diesem Tor um das 15000. Tor seit Erfindung der Premier League im Jahre 1992 handelte, was Volz eine Prämie von 15000 Pfund (etwa 22500 Euro) einbrachte.

Vor allem war aber es so, dass Robert, äh, Moritz Volz das Duell gegen Ballack deutlich gewann. Es war Ballack, dessen Fehlabspiel Fulhams Carlos Bocanegra den späten Ausgleich ermöglichte (84.), nachdem Chelsea durch Frank Lampard (35.) und Drogba (62.) in Führung gegangen war. ,,Der Punkterückstand ist nicht so dramatisch'', sagte Chelseas Trainer José Mourinho, ,,dramatisch ist aber, dass wir nicht mehr verteidigen können.'' Ballacks Fehler war ja nur der letzte in einer langen Fehlerkette gewesen: Zuvor hatte Essien den Ball verfehlt, anschließend hatte Drogba ein schwungvolles Loch in die Luft getreten.

Ohne Frage hat sich Moritz Volz den prominentesten Zeitpunkt ausgesucht für seinen kleinen Gruß nach Deutschland. Er hat das Silvester/Neujahrs-Wochenende im Videotext verbracht, er war nicht zu übersehen. ,,Deutscher Volz schießt 15000. Tor'', so stand es in allen Programmen. Und weil es zu dieser Zeit kaum andere Fußball-Meldungen gibt, blieb Moritz Volz an erster Stelle stehen.

,,Ich habe den Wechsel nach England keine Sekunde bereut'', hat Michael Ballack gerade in einem Interview gesagt. Moritz Volz wurde erst gar nicht gefragt.

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(SZ vom 2.1.2007)