Übersteht der russische Nationalstürmer Pawel Pogrebnjak den Ärzte-Check, ist er Gomez-Nachfolger in Stuttgart. Und der VfB plant offenbar einen weiteren Transfer.
Der Wechsel des russischen Nationalstürmers Pawel Pogrebnjak zum VfB Stuttgart ist so gut wie perfekt. Übersteht der 25-Jährige die sportärztliche Untersuchung in Stuttgart, "wird er nächste Woche zur Mannschaft stoßen", bestätigte VfB-Trainer Markus Babbel im Fernsehsender Sky Sport. Der abgebende Verein Zenit St. Petersburg meldet auf seiner Internetseite bereits Vollzug. Demnach habe Zenit-Trainer Dick Advokaat das Ende der Verhandlungen bis zum Spiel gegen Saturn Ramenskoje am Sonntag gefordert und dem Transfer am Ende zugestimmt.
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Neuer Stürmer für Trainer Markus Babbel: Pawel Pogrebnjak. (© Foto: Getty)
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"Wir sind uns mit dem Spieler einig, wir sind uns mit dem Verein einig", sagte Babbel. Besteht Pogrebnjak den Ärztetest am Sonntag, wird er noch einmal nach Russland fliegen, um auf dem Konsulat in St. Petersburg die nötigen Formalitäten für eine Arbeitserlaubnis zu erledigen, wie die Stuttgarter Nachrichten meldeten.
Nach den im letzten Moment geplatzten Transfers von Demba Ba (Hoffenheim), Milan Jovanovic (Lüttich) und Klaas-Jan Huntelaar (Madrid) war bereits Kritik an den Verantwortlichen in Stuttgart aufgekommen. Vor allem Horst Heldt stand unter Beschuss, doch nun präsentierte der letztjährige Bundesliga-Dritte mit Pogrebnjak und Rückkehrer Aliaksandr Hleb binnen zweier Tage die erhofften Verstärkungen in der Offensive.
Trainer Babbel verteidigte seinen Sportdirektor zum wiederholten Male: "Es hat sich gelohnt, auf diese Spieler zu warten." Pogrebnjak sei groß und kopfballstark und damit ein anderer Stürmertyp als seine bisherigen drei Angreifer im Kader Ciprian Marica, Cacau und Julian Schieber. Den Vergleich mit dem abgegebenen Mario Gomez will Babbel allerdings nicht zulassen: "Ich denke, damit tut man Pawel nichts Gutes."
Auch Heldt selbst kommentierte den Wechsel vor dem Pokalspiel gegen Sonnenhof Großaspach: "Er hat das Profil, das wir uns wünschen", sagte Heldt. "Wir sind froh, dass es geklappt hat."
Nach dem Weggang von Gomez zum FC Bayern standen dem Bundesliga-Dritten mehr als 30 Millionen Euro zur Verfügung. Schon am Donnerstag präsentierte der Klub Hleb (für zwei Millionen Euro ausgeliehen vom FC Barcelona) für das offensive Mittelfeld, nun also den 1,88 Meter großen Pogrebnjak als bulligen Mittelstürmer für die vorderste Front. Dessen Berater Oleg Artemow bezifferte die Ablösesumme in einem Gespräch mit der Moskauer Zeitung Komsomolskaja Prawda auf umgerechnet rund elf Millionen Euro. Russische und deutsche Medien hatten in den vergangenen Tagen übereinstimmend berichtet, Pogrebnjak erhalte in Stuttgart einen Vierjahresvertrag. Und: Er soll dort mindestens drei Millionen Euro pro Saison verdienen.
Der 25-Jährige erhielt europaweite Anerkennung für seine starken Auftritte in der Uefa-Cup-Saison 2007/2008, als er zusammen mit Luca Toni vom FC Bayern die meisten Tore (10) im Wettbewerb erzielte, darunter auch zwei im Halbfinal-Rückspiel gegen die Münchner (4:0). Für das Finale gegen die Glasgow Rangers war er dann allerdings wegen der zweiten gelben Karte gesperrt. Für Russland traf Pogrebnjak seit 2006 in acht Länderspielen dreimal. Auch die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz verpasste er, weil er sich bei einem Vorbereitungsspiel am Knie verletzt hatte. Für Zenit hat er seit 2007 in 54 Ligaspielen 21 Tore erzielt, in der aktuellen Spielzeit war er bei elf Einsätzen viermal erfolgreich.
Mit dem Transfer sind die Planungen beim VfB allerdings noch nicht abgeschlossen. Angeblich haben sich die Schwaben und Standard Lüttich in der Personalie Milan Jovanovic angenähert. Der Wechsel des serbischen Mittelfeldspielers schien schon geplatzt, weil Lüttich mit etwa acht Millionen Euro eine aus Sicht des VfB zu hohe Ablösesumme gefordert hatte. Jetzt scheint jedoch noch einmal Bewegung in die Sache gekommen zu sein.
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(sueddeutsche.de/sid/hum)
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