Philippinen Boxer Pacquiao: Homosexuelle sind "schlimmer als Tiere"

Manny Pacquiao bei einer Wahlkampfveranstaltung.

(Foto: Francis R. Malasig/dpa)
  • Der philippinische Boxer Manny Pacquiao beleidigt in einem Interview Homosexuelle, kurze Zeit später rudert er zurück.
  • Nach seinem Rekordkampf gegen Floyd Mayweather ist er nun Politiker auf den Philippinen.

Der philippinische Box-Held Manny Pacquiao sorgt für Empörung. In einem Interview mit dem lokalen Sender TV5 sagte er, Homosexuelle seien "schlimmer als Tiere". Der 37-Jährige, der in sieben Gewichtsklassen Weltmeister war, erklärte seine diskriminierende Haltung so: "Sehen sie bei Tieren, dass männliche mit männlichen und weibliche mit weiblichen zusammen sind? Die Tiere sind besser. Sie kennen den Unterschied zwischen männlich und weiblich."

Wenig später folgte die Entschuldigung via Twitter. "Es tut mir leid, dass ich Menschen durch den Vergleich von Homosexuellen mit Tieren verletzt habe. Bitte verzeiht mir", schrieb Pacquiao und veröffentlichte eine 30-sekündige Videobotschaft.

Die Aussagen hatten bei Menschenrechtsgruppen und bekannten homosexuellen Persönlichkeiten auf den Philippinen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Auf der Inselgruppe mit rund 100 Millionen überwiegend katholischen Einwohnern haben Homosexuelle einen schweren Stand. Pacquiao hatte im Mai 2010 die Kongresswahlen in seiner Heimatprovinz Sarangani gewonnen und war damit ins Parlament eingezogen.

Pacquiao genießt auf den Philippinen einen extrem hohen Stellenwert, nach dem verheerenden Taifun im November 2013 beteiligte er sich am Wiederaufbau der betroffenen Region. Einen Großteil seines Vermögens investierte er in die Infrastruktur des Landes. Während seiner Kämpfe sinkt die Kriminalitätsrate, er setzt sich dafür ein, dass junge Filipinas nicht mehr als Sexsklavinnen ins Ausland verkauft werden. Entsprechend gilt der Boxer vielen als Nationalheld, womit seine Äußerungen die öffentliche Meinung besonders beeinflussen können.

Ganz abgesehen davon, dass Pacquiaos Vergleiche beleidigend sind, stellen sie auch faktisch falsche Behauptungen dar. Es gibt zahlreiche Fälle von gleichgeschlechtlichen Tier-Partnerschaften, etwa im Zoo im britischen Kent, wo zwei männliche Humboldtpinguine Eier ausbrüteten.

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