Philipp Lahm "Niemand wollte mit mir das Trikot tauschen"

Philipp Lahm: WM-Trikot durfte wieder mit nach Hause

(Foto: dpa)

Philipp Lahm besitzt das Trikot vom WM-Finale noch, weil er keinen Tauschpartner fand. Liverpool und Chelsea erreichen nur knapp die nächste Pokalrunde. Andrea Petkovic enttäuscht schon wieder.

Fußball, Philipp Lahm: Philipp Lahm, zurück getretener Fußballweltmeister, besitzt sein Trikot aus dem Finale gegen Argentinien noch. "Niemand wollte mit mir tauschen", erzählt er in einem Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung über seine Karriere in der Fußball-Nationalmannschaft. Rückblickend sei er froh, in der Nationalmannschaft noch die alte Generation Spieler wie Oliver Kahn oder Michael Ballack erlebt zu haben. "Heute haben wir überragende junge Kicker. Aber manchmal denke ich, dass es den Jungen, die so talentiert sind, vielleicht ganz gut getan hätte, mal das Tor tragen zu müssen." Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft musste sich Lahm noch nicht sehr umstellen, nur die Pünktlichkeit muss er neu lernen: "Es ist so, dass mir meine Frau im Urlaub erst wieder erklären musste, dass man nicht Punkt sieben erscheinen muss, wenn die Küche ab sieben geöffnet ist." Konkrete Pläne hat Lahm schon für 2016: "Ich freue mich jetzt schon drauf, die nächste EM mit Freunden beim Grillen anzuschauen."

Fußball, England: Premier-League-Spitzenreiter FC Chelsea und sein Ligarivale FC Liverpool haben knapp das Viertelfinale im englischen Fußball-Ligapokal erreicht. Chelsea mit dem Weltmeister André Schürrle in der Startformation setzte sich beim Viertligisten Shrewsbury Town mit viel Glück 2:1 (0:0) durch. Liverpool gewann in letzter Sekunde 2:1 (0:0) gegen den Tabellennachbarn Swansea City. Chelsea-Torjäger Didier Drogba hatte den Champions-League-Gegner von Schalke 04 in der 48. Minute in Führung gebracht, ehe Andrew Mangan in der 77. Minute der Ausgleich für den Underdog gelang. Ein Eigentor von Jermaine Grandison (81.) besiegelte dann die Niederlage für den Gastgeber. In Liverpool war Swansea City mit dem deutschen Torwart Gerhard Tremmel durch Marvin Emnes in der 65. Minute in Führung gegangen, ehe Mario Balotelli sieben Minuten nach seiner Einwechslung in der 86. Minute gegen die Waliser ausglich. Nach einer Roten Karte für Swanseas Federico Fernández (90.) gelang Dejan Lovren in der fünften Minute der Nachspielzeit der Siegtreffer für die Reds. Zweitligist AFC Bournemouth setzte sich unterdessen gegen Premier-League-Klub West Bromwich Albion mit 2:1 (0:0), und Felix Magaths ehemaliger Klub FC Fulham mit dem früheren Hertha-Torwart Gabor Kiraly zwischen den Pfosten unterlag im Duell der Zweitligisten Derby County 2:5. Der englische Meister und Titelverteidiger Manchester City spielt am Mittwoch gegen Ligarivale Newcastel United.

Tennis, Andrea Petkovic: Elf Tage vor dem Fed-Cup-Finale in Prag präsentiert sich Andrea Petkovic weiter in desolater Verfassung. Beim "WTA Tournament of Champions" in Sofia war die 27 Jahre alte Darmstädterin zum Auftakt der Gruppenphase gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro beim 0:6, 4:6 chancenlos. Erst im zweiten Satz fand Petkovic ins Spiel, musste sich aber nach 1:21 Stunden geschlagen geben. In ihrem zweiten Match trifft Petkovic, die laut Bundestrainerin Barbara Rittner für das Endspiel gegen Tschechien (8./9. November) gesetzt ist, am Mittwoch auf Dominika Cibulkova. Die Slowakin hatte ihr erstes Spiel beim mit 750.000 Dollar dotierten Hallenturnier gegen Swetana Pironkowa (Bulgarien) 6:3, 7:6 (8:6) gewonnen.

Petkovic ist seit Wochen außer Form, bei den Turnieren in Linz und Luxemburg kassierte die deutsche Nummer zwei jeweils deutliche Erstrundenpleiten und sprach anschließend von privaten Problemen. In Sofia sollte sich ihr Endspurt im Tennisjahr 2014 zum Guten wenden.

Fußball, Oliver Kreuzer: Der ehemalige Sportdirektor Oliver Kreuzer geht gegen seine fristlose Kündigung beim Hamburger SV erneut gerichtlich vor. In einem vorangegangenen Verfahren hatte Kreuzer bereits Kündigungsschutzklage erhoben. Danach hatten sich die Parteien aber gütlich geeinigt. Nach kritischen Äußerungen in der Öffentlichkeit besonders gegen HSV-Investor Klaus-Michael Kühne hatte der Verein Kreuzer fristlos gekündigt. Auf diesem Weg will der Fußball-Bundesligist die Abfindung in Höhe von rund 800 000 Euro erheblich reduzieren. Das Hamburger Arbeitsgericht beraumte einen erneuten Gütetermin für den 17. November an. Auch der ehemalige Co-Trainer Nikola Vidovic geht gegen seine Kündigung vor. Der Termin vor dem Arbeitsgericht ist für den 21. November festgelegt.

Fußball, Mario Gomez: Rund fünf Wochen nach seiner Oberschenkelverletzung trainiert der deutsche Fußball-Nationalstürmer Mario Gomez wieder mit der Mannschaft. Der 29-Jährige absolvierte eine erste komplette Einheit mit dem Team, wie sein Club AC Florenz am Montagabend mitteilte. Der Angreifer hatte sich Ende September eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen und zuletzt etwas länger als ursprünglich vorgesehen nur individuell trainiert, um kein Risiko einzugehen. Im Kader für die Partie in der Serie A bei Udinese Calcio am Mittwoch wird Gomez aller Voraussicht nach noch fehlen, am Sonntag bei Sampdoria Genua könnte er erstmals wieder mit dabei sein. Gomez, der bereits vergangene Saison wegen mehrerer Knieverletzungen insgesamt sieben Monate pausieren musste, hatte wegen der Verletzung auch die Länderspiele gegen Polen und Irland verpasst. Für seinen Club hat er in dieser Saison in drei Ligaspielen noch kein Tor erzielt. Einen Schritt weiter ist Gomez' Teamkollege Marko Marin. Der frühere deutsche Nationalspieler könnte nach seinem Debüt für Florenz in der Europa League vergangene Woche gegen Udinese Calcio auch erstmals für seinen neuen Club in der Serie A zum Einsatz kommen.

Schwimmen, Tokio: Steffen Deibler hat am ersten Tag des Kurzbahn-Weltcups in Tokio als einziger deutscher Schwimmer Podestplätze erreicht. Zunächst musste sich der Hamburger am Dienstag über 100 Meter Freistil in 47,35 Sekunden dem Japaner Katsumi Nakamura (47,30) und dem Russen Sergej Fesikow (47,31) nur knapp geschlagen geben. Anschließend lagen über 50 Meter Schmetterling die Südafrikaner Chad Le Clos (22,20) und Roland Schoeman (22,66) vor dem Weltrekordhalter Deibler (22,72). Dagegen musste sich Paul Biedermann über seine Weltrekordstrecke 400 Meter Freistil in 3:42,26 Minuten beim Sieg des Südafrikaners Myles Brown (3:37,96) mit Platz sechs begnügen. Ebenfalls Sechster wurde Christian Diener (Potsdam) in 51,18 Sekunden über 100 Meter Rücken. Der schon als Weltcup-Gesamtsiegerin feststehenden Katinka Hosszu scheint langsam die Luft auszugehen. Die Ungarin konnte lediglich Siege über 200 Meter Freistil (1:52,45), 200 Meter Rücken (2:01,97) und 200 Meter Lagen (2:05,18) einfahren, steuert aber trotzdem auf die Rekordsumme von einer Million US-Dollar Preisgeld zu. In den vergangenen drei Jahren kam die "Iron Lady" auf bislang 113 Siege in Weltcuprennen. Bei den Männern steht Chad Le Clos (Südafrika) vor der Titelverteidigung.

Fußball, Hannover 96: Martin Kind will in drei Jahren bei Hannover 96 die Verantwortung abgeben. "Ich habe einen Zeitplan aufgestellt, bis zur Saison 2017/18 den Übergang zu organisieren. Dann höre ich auf", sagte der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten und Präsident des Stammvereins der "Sportbild". Kind schränkte am Dienstag allerdings ein: "Ich bin da flexibel." Er wolle abtreten, wenn das Nachwuchsleistungszentrum fertig und der Umzug auf das neue Vereinsgelände an der Stammestraße in Hannover abgeschlossen seien. "Ich gehe davon aus, dass das bis dahin klappt", sagte Kind zu seinem Zeitplan. Er wolle dann in den Aufsichtsrat wechseln. Kind, der mit kurzer Unterbrechung seit 1997 bei Hannover 96 in verantwortlicher Position tätig ist, sucht derzeit einen Geschäftsführer für den wirtschaftlichen Bereich. "Ich schaue mir verschiedene Kandidaten an", erklärte der 70 Jahre alte Unternehmer.

In drei Jahren könnte Kind dann die Mehrheit der Anteile an Hannover 96 übernehmen, ungeachtet der sogenannten 50+1-Regel. Er hatte vor dem DFB-Schiedsgericht eine Ausnahmeregelung erstritten, derzufolge dieser Sperrpassus nicht für Investoren gilt, die sich mindestens 20 Jahre lang bei einem Verein engagiert haben. Diese Vorgabe hat Kind dann erfüllt.

Fußball, Zinédine Zidane: Zinédine Zidane ist als Coach des Reserveteams von Real Madrid wegen fehlender Trainerlizenz für drei Monate gesperrt worden. Zidanes Mitarbeiter Santiago Sánchez sei vom Wettbewerbskomitee des spanischen Verbandes (RFEF) mit der selben Strafe belegt worden, weil er mit seiner Lizenz die illegale Arbeit des Franzosen ermöglicht habe, berichtete die Onlineausgabe der Sportzeitung Marca am Montag unter Berufung auf den RFEF. Nachdem Zidane in der vergangenen Saison bei den Königlichen als Assistent von Cheftrainer Carlo Ancelotti gearbeitet hatte, coacht der Franzose in dieser Spielzeit die in der dritten spanischen Liga spielende Reserve von Real. Dafür benötige der 42-Jährige den Trainerschein vom "Niveau 3", den er noch nicht habe, so Marca. Zidane, der den Trainer-Lehrgang in Frankreich absolviert, kann gegen das Urteil Berufung einlegen. Er gab vorerst keine Stellungnahme ab. In einem Interview mit der Zeitung Le Figaro hatte er am Samstag gemutmaßt, das Vorgehen gegen ihn habe mit "Eifersucht" zu tun. In Spanien gebe es viele Trainer, die alle Prüfungen in drei Monaten machen dürften. "Ich lerne aber seit drei Jahren in Frankreich und habe Diplome erlangt", hatte Zidane gesagt. In Spanien seien viele Trainer in einer ähnlichen Lage wie er, "aber da sagt niemand etwas". "Zizou" war wegen der fehlenden Lizenz unter anderem auch von Nationaltrainer Vicente del Bosque kritisiert worden.

Fußball, Argentinien: Carlos Tévez steht nach mehr als drei Jahren wieder in einem Aufgebot des argentinischen Fußball-Nationalteams. Der Stürmer von Juventus Turin solle bei den Testspielen gegen Kroiatien in London am 12. November und sechs Tage später gegen Portugal in Manchester spielen, sagte Trainer Gerardo Martino am Montag. Tévez zeigte beim italienischen Tabellenführer Turin bislang eine starke Saison. Er trug am 16. Juli 2011 zuletzt das Trikot des späteren WM-Finalisten.

Fußball, SC Freiburg: Fritz Keller bleibt Präsident des SC Freiburg. Der 57 Jahre alte Winzer wurde am Montagabend bei der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten mit nur zwei Gegenstimmen zum Vorsitzenden des neu strukturierten SC-Vereinsvorstands gewählt. Die 466 stimmberechtigten Mitglieder verabschiedeten im Freiburger Paulussaal mit 457 Ja-Stimmen auch eine Neufassung der Vereinssatzung. Diese sieht bei der Neuordnung der Vereinsgremien und eine neue Zusammensetzung des Vorstands sowie die Einführung eines Aufsichts- wie Ehrenrates vor.

Fußball auf Kreta: Rolle rückwärts durch Gennaro Gattuso: Der italienische Fußball-Weltmeister von 2006, der am Sonntag beim griechischen Erstligisten OFI Kreta nach nur sieben Spielen sowie einer 2:3-Heimniederlage gegen Asteras Tripolis zurückgetreten war, hat seine Demission zurückgezogen. Als entscheidend erwies sich der Druck der Fans, die sich an der Wohnung des 36-Jährigen versammelt hatten, um ihn zum Verbleib zu überreden. Daraufhin verzichtete Gattuso auf den Rücktritt. "Nach langen Gesprächen mit dem Klubmanagement und den Fans habe ich mich zum Verbleib entschlossen. Wir fangen stärker und geschlossener als jemals zuvor wieder an", betonte Gattuso. Der Süditaliener hatte zuvor den FC Sion in der Schweiz sowie US Palermo in Italien betreut. Kreta belegt nach sieben Spieltagen mit neun Punkten nur den elften Platz.