Von Nikolaus Steiner

Bundesliga für alle - aus Liebe zum Sport. Das versprechen die Anbieter von Arena TV. Dabei sind noch viele Fragen offen, die bis zum Start geklärt werden müssen.

Wer die Bundesliga live im Fernsehen erleben will, muss schon seit jeher tief in die Tasche greifen. Der Münchner Sender Arena TV, der sich die Übertragungsrechte für die kommenden drei Spielzeiten der ersten und zweiten Bundesliga gesichert hat, versucht nun, mit niedrigen Preisen neue Kunden zu gewinnen und präsentiert sich als großer Sportmäzen, dessen betriebswirtschaftliches Konzept auf der Liebe zum Fußball basiert:

14,90 Euro soll die neue Bundesliga-Flatrate kosten. (© Foto: ddp)

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"Wir möchten das einzigartige Erlebnis Bundesliga wieder in die Haushalte der deutschen Fans zurückbringen und die Exklusivität beenden", heißt es auf der Homepage. Na, endlich ein Unternehmen, das nicht aus kapitalitischen Interessen, sondern aus einem Bewußtsein für die Gemeinschaftspflicht agiert.

Redaktionell scheint der neu entstehende Sport- und Entertainment-Kanal gut ausgestattet zu sein: Bekannte Gesichter wie Oliver Welke und Norbert Dobeleit schaffen Zuschauervertrauen, erfahrene Kommentatoren wie Werner Hansch und Günther Koch erwecken den Anschein von professionellem Sportjournalismus. Hier scheint also von Senderseite einiges investiert worden zu sein und der Zuschauer kann sich auf Fußballprominenz mit Sachverstand freuen.

14,90 plus Werbung ertragen

Bleibt die Frage, wie der (scheinbar) niedrige Preis von 14,90 Euro pro Monat für Kabel-Empfänger und 19,90 Euro für Satelliten-Empfänger gehalten werden kann. Kundenbindung heißt das Zauberwort. Mindestvertragsdauer: 12 Monate. Der Preis wäre aber tatsächlich niedrig, wenn man im neuen Senderkonzept auf Promotion-Dauerberieselung verzichtet hätte.

Doch auf der Homepage heißt es dazu, es gäbe "Spots vor und nach den Spielen, sowie in der Halbzeit. Wenn der Ball läuft, werden keine Werbeunterbrechungen das Live-Erlebnis Bundesliga trüben." - na das wäre ja noch schöner, wenn Michael Ballack kurz innehält um vor der Kamera einen Big-Mac zu verdrücken.

Also gut. Man will auf den Bundesliga-Live-Spaß nicht verzichten und außerdem wirkt die Sportschau im Ersten (204,36 Euro GEZ-Gebühren pro Jahr) sowieso wie ein Home-Shopping-Sender mit Fußballunterbrechungen. Deshalb also ab ins Internet und Vertrag mit Arena TV abschließen. Doch einige Kabel-Nutzer (Anschluß bei Kabel Deutschland = 108 Euro pro Jahr) werden sich wundern, dass bei der Überprüfung auf der Homepage "Produkt nicht verfügbar" oder "Jetzt vormerken" erscheint.

Grund: Momentan gibt es erst zwei Kabelunternehmen in Nordrhein-Westfalen (ish und isey), die Arena TV zum Emfang anbieten. Mit anderen laufen momentan Verhandlungen, erklärt Rolf Dittrich, Pressesprecher von Arena TV. Scheitern sie, dann bleibt nur die Anschaffung einer Satellitenanlage. Das ist aber wenig wahrscheinlich, da die Kabelanbieter erstens keine Kunden verlieren und zweitens kräftig mitverdienen wollen.

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