Papstbesuch des FC Bayern Erst AS Rom, dann Pontifex

Bald beim Papst: die Bayern-Profis Mario Götze (links) und David Alaba (Archivbild).

(Foto: dpa)

Nun erscheint auch der FC Bayern zur Audienz bei Papst Franziskus. Stellt sich die Frage: Was bringt ein Fußballverein am besten mit, ohne dabei unoriginell zu werden?

Von Birgit Schönau, Rom

Lionel Messi war schon da und die "Hand Gottes", Diego Armando Maradona, die gesamte argentinische Nationalmannschaft und natürlich die italienische Squadra Azzurra. Seitdem der Argentinier Jorge Bergoglio zum Bischof von Rom gewählt wurde, geben sich die Fußballer bei Papst Franziskus die Klinke in die Hand. Nicht nur in Mannschaftsstärke, manchmal auch mit einem Aufgebot wie eine kleine Dorfgemeinde - als Italien und Argentinien gemeinsam antraten, fuhren acht Busse vor, 200 Spieler und Funktionäre stiegen aus.

Am kommenden Mittwoch nun ist der FC Bayern zu einer Privataudienz eingeladen. Vorher gibt es noch einen vergleichsweise unbedeutenden Termin: das Champions-League-Spiel gegen den AS Rom. Am Morgen darauf, gegen halb zehn Uhr, werden dann Pep Guardiola und seine Jungs beim Pontifex Maximus erwartet. Ob siegreich oder nicht, spielt keine Rolle. Es gehe um die Freude beim Sport, sagt Franziskus immer wieder. Um das friedliche Miteinander. Und übrigens ganz bestimmt nicht ums Geld.

"Warum immer ich?"

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Die Kleiderfrage wird für die Bayern kein Problem sein, es gibt ja zum Glück Klubanzüge. Aber was bringt man dem Papst bloß mit? Eine Fahne, eine Vereinschronik und eine Urkunde mit der Ehrenmitgliedschaft, wie neulich 1860 München? Ja, die Sechziger waren tatsächlich vor den Bayern beim Heiligen Vater, allerdings nicht fein und privat, sondern nur bei der Generalaudienz - und die Urkunde stellte sich später als möglicherweise ungültig heraus. Das soll Franziskus allerdings nicht weiter erschüttert haben; er hat sie wohl einfach zu den rund 700 anderen von Klubs aus aller Welt in die große Schublade sortiert.

Trikots für sämtliche Priestermannschaften

Womit wir beim Problem wären. Denn auch ein Trikot wäre keine wirklich originelle Gabe für den Heiligen Vater, obwohl so ein FC-Bayern-Hemd, original und vielleicht sogar noch mit Unterschriften, natürlich etwas ganz besonderes ist. Viel besonderer jedenfalls als all die Leibchen vom AS Rom, von Lazio Rom, vom SSC Neapel, vom AC Florenz und von Inter Mailand, die der Papst schon entgegengenommen hat.

Ganz zu schweigen von der nicht-italienischen Konkurrenz und von Franziskus' Heimatklub Atlético San Lorenzo de Almagro aus Buenos Aires. Mit den geschenkten Trikots könnte der Papst inzwischen sämtliche Priestermannschaften der Vatikan-Liga "Clerus Cup" ausstatten. Die Seminaristen von "Redemptoris Mater" und "Mater Ecclesiae" würden vermutlich gern als Thomas Müller durch die Gegend laufen, zur Not auch als Balotelli.

Aber Pustekuchen. Die Trikots, lieber FC Bayern, verschwinden genauso spurlos wie die Ehrenurkunden. Kleiner Tipp: In den Vatikanischen Museen gibt es gleich hinter der Sixtinischen Kapelle kilometerlange Gänge mit hermetisch verschlossenen, gigantischen Schränken. Mit Platz für Stapel von Fußball-Leibchen.