Operation am Ellenbogen Leverkusen muss im Pokal auf Leno verzichten

Der Torwart wird gegen Arminia Bielefeld durch Michael Rensing ersetzt. BVB-Boss Watzke plant eine Zusammenarbeit mit Klopp und Zorc bis mindestens 2016. Frank Arnesen will den HSV dauerhaft in Europa etablieren, der AS Rom muss für rassistische Fangesänge bezahlen, Nikola Karabatic trainiert wieder.

Sportnachrichten in Kürze

Fehlt Leverkusen nach einer Operation am Ellenbogen: Torwart Bernd Leno.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Bayer Leverkusen, Ausfall: Bayer Leverkusen muss im DFB-Pokalspiel am Mittwoch (19.00 Uhr) bei Fußball-Drittligist Arminia Bielefeld auf Torwart Bernd Leno verzichten. Der 20-jährige Schlussmann des Bundesliga-Fünften musste wegen einer Schleimbeutelentzündung am linken Ellenbogen operiert werden, teilte Bayer-Teamchef Sami Hyypiä am Dienstag mit. Wie lange Leno pausieren muss, ist noch offen. In Bielefeld wird Michael Rensing im Leverkusener Tor stehen. Auch Mittelfeldspieler Karim Bellarabi, der schon beim 2:1 bei Bayern München nicht eingesetzt wurde, wird wegen einer Schambeinentzündung fehlen.

VfB Stuttgart, Verletzung: Beim VfB Stuttgart stehen die Chancen auf einen Einsatz von Verteidiger Gotoku Sakai im Pokalspiel gegen den FC St. Pauli schlecht. "Es ist schon so, dass er einen sehr, sehr dicken Knöchel hat", sagte Trainer Bruno Labbadia am Dienstag. "Die Chancen sind bei 10, 15 Prozent, dass er dabei sein könnte - aber dann mit Risiko." Auch bei Arthur Boka (Risswunde) ist noch unklar, ob er am Mittwoch (19.00 Uhr) in der Zweitrundenpartie gegen den Fußball- Zweitligisten zumindest auf der Bank sitzen kann. "Man müsste solchen Spielern eigentlich eine Pause geben", meinte Labbadia. "Aber wir wollen in diesem Wettbewerb unbedingt eine Runde weiter kommen." Lobende Worte fand der Bundesliga-Coach für seinen Kollegen am Millerntor: "Mit dem neuen Trainer haben sie Auftrieb bekommen. Michael Frontzeck bringt da sofort 'ne klare Handschrift rein." Beim Heimdebüt des früheren VfB-Profis hatte St. Pauli am Sonntag nach einem 0:2-Rückstand gegen Dynamo Dresden noch mit 3:2 gewonnen

Borussia Dortmund: Klub-Chef Hans-Joachim Watzke ist davon überzeugt, dass das Führungstrio Watzke, Michael Zorc (Sportdirektor) und Jürgen Klopp (Trainer) noch bis 2016 auf der Kommandobrücke des deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund bleibt. Man sei Freunde, "die sich geschworen haben, mindestens bis 2016 zusammenzubleiben", sagte der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung im Interview mit der Schwäbischen Zeitung. Dies sei "eine einmalige Konstellation". Dass die Schwarz-Gelben noch 2005 fast Insolvenz beantragen mussten und 2012 einen Jahresgewinn von 34 Millionen Euro verbucht hätten, habe auch zum Teil mit glücklichen Umständen zu tun. Watzke: "Wirtschaftlich hatten wir vor allem vom Timing her Glück. Wäre die Finanzkrise 2006 statt 2008 gekommen, würden wir jetzt Bezirksliga spielen."

Sportlich seien zwei Entscheidungen wichtig gewesen. "Dass wir vor sechs Jahren mit Michael Zorc verlängert haben, obwohl damals viele sagten, das ist der Falsche, ich aber sicher war, das ist der Richtige", äußerte Watzke, "dann haben Michael und ich Jürgen Klopp verpflichtet. Das war kein Glück, sondern wir wussten einfach genau, was wir wollten. Und hatten Geduld: 2008 waren wir in der Rückrunde acht Pflichtspiele lang sieglos, in der Zeit haben wir den Vertrag mit Jürgen verlängert." Dass sich der BVB-Coach Klopp in den letzten Wochen medial rarer gemacht habe, komme für Watzke nicht von ungefähr. "Jürgen hat bis zu 480 Interview-Anfragen pro Woche, er gehört zu den zehn bekanntesten Deutschen, knapp hinter Angela Merkel. Das wird einfach zu viel mit der Zeit", sagte der Borussia-Boss.

HSV, Frank Arnesen: Sportchef Frank Arnesen will den "neuen HSV" schon in absehbarer Zeit in das internationale Fußball-Geschäft zurückführen. "Mit den Transfers von van der Vaart und Jiracek haben wir Ende August zwei Schritte nach vorne gemacht, die ursprünglich in diesem Sommer nicht geplant waren. Dieses Team hat nun eine große Qualität, die nur noch sukzessive ergänzt werden muss, damit es in der kommenden Saison auch um die internationalen Plätze mitspielen kann", sagte der Däne den Tageszeitungen Hamburger Abendblatt und Die Welt in einem Interview. Auch dank der Nachkäufe von Rafael van der Vaart, Petr Jiracek und Milan Badelj hat sich der Hamburger SV in der Bundesliga bereits vom Tabellenende auf Rang sieben vorgearbeitet. Da sich zudem die im Sommer geholten Zugänge wie Torhüter René Adler und Stürmer Artjoms Rudnevs als Verstärkungen erwiesen haben, steigt bei Arnesen auch das Anspruchsdenken. "Mein Ziel ist ganz klar, dass ich beim HSV eine Mannschaft forme, die Jahr für Jahr um die internationalen Plätze, mal Europa League, mal Champions League, spielt", betonte er.

Premier League, Ermittlungen: Nach dem Rassismus-Vorwurf gegen den englischen FIFA-Schiedsrichter Mark Clattenburg ermittelt nun auch die Polizei. Es sei nach dem Premier-League-Spiel des FC Chelsea gegen Manchester United (2:3) jedoch weder von den Chelsea-Verantwortlichen noch vom englischen Fußballverband FA eine Anzeige eingegangen, teilte Scotland Yard am Dienstag in London mit: "Wir arbeiten weiter in Partnerschaft mit Chelsea und der FA." Nach Informationen der englischen Nachrichtenagentur PA will Clattenburg die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des Champions-League-Siegers zurückweisen. Chelsea hatte nach der Heimpartie am Sonntag offiziell Beschwerde gegen ihn eingelegt und ihm eine "unangemessene Wortwahl" in Richtung zweier Profis vorgeworfen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird dem den 37 Jahre alten Referee vorgehalten, den Nigerianer John Obi Mikel und den Spanier Juan Mata rassistisch beleidigt zu haben. Clattenburg hatte auch mit umstrittenen Entscheidungen den Unmut des Tabellenführers auf sich gezogen. Chelsea hatte nach zwei Platzverweisen und einem stark abseitsverdächtigen Gegentor gegen Rekordmeister Manchester United die erste Saisonpleite kassiert.

AS Rom, Geldstrafe: Der italienische Fußball-Erstligist AS Rom muss wegen rassistischer Fangesänge erneut eine hohe Geldstrafe zahlen. Der italienische Fußballverband FIGC verurteilte den Klub zur Zahlung von 20.000 Euro. Anhänger hatten am Sonntag im Spiel gegen Udinese Calcio (2:3) farbige Spieler des Gegners beleidigt. Außerdem hatten Fans Rauchbomben auf das Feld geworfen und Laserpointer eingesetzt. Der AS Rom war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen rassistischer Gesänge seiner Fans zu Geldstrafen verurteilt worden.

Manchester City, Verletzung: Englands Fußballmeister Manchester City muss voraussichtlich vier Monate auf Abwehrspieler Micah Richards verzichten. Das teilte der Dritte der Premier League am Dienstag mit. Der englische Nationalspieler hatte sich beim 1:0-Sieg am vergangenen Samstag gegen Swansea City einen Meniskusriss im rechten Knie zugezogen. Richards wurde am Montag operiert. Damit fehlt der 24-Jährige auch im Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund am 4. Dezember.

Radsport, Doping-Ermittlungen: Die Doping-Ermittlungen gegen den umstrittenen Arzt Michele Ferrari werden in Italien weitergeführt. Das entschied das Gericht in Rom und lehnte damit einen Antrag des Radsportmanagers und Ferrari-Vertrauten Raimondo Scimone ab. Dieser hatte die Verlegung der in Padua geführten Untersuchung in die Schweiz beantragt, da laut den Ermittlern mehrere Vergehen dort begangen worden waren. Gegen Scimone wird ermittelt, da er Drahtzieher mehrerer illegaler Operationen gewesen sein soll. Er habe unter anderem Athleten, Sponsoren und Teams mit Ferrari in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft von Padua, die ihre Ermittlungen bald abschließen will, hat etwa 20 Radsportteams ins Visier genommen. Ferrari war 2004 wegen Sportbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. 2006 hatte ihn der italienische Radsportverband mit einer lebenslangen Sperre belegt. 2002 war ein Urteil des Verbandes ergangen, das allen italienischen Radprofis verbietet, sich an Ferrari zu wenden. Zuletzt hatte Alex Schwazer, 2008 in Peking Olympiasieger über 50 km Gehen, Kontakte zu Ferrari zugegeben. Schwazer war vor seinem Start in London positiv auf Epo getestet worden.