Rückenschwimmer Helge Meeuw schwimmt bis zur Erschöpfung, erfährt aber dann, dass er gleich wieder ins Wasser muss. Und zwei Chinesinnen sind einmal nicht nervös.
Helge Meeuw stand ein paar Minuten nach seinem Rennen beim ersten Interview, konnte aber noch gar nichts sagen. Er atmete tief und schnell, hing plötzlich mit dem Oberkörper über der kleinen Balustrade zwischen ihm und dem Medienbereich. Der Rückenspezialist aus Wiesbaden war fix und fertig. Und in diesem Moment wusste er noch gar nicht, dass er gleich wieder schwimmen sollte.
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Fix und fertig: Helge Meeuw nach seinem ersten Rennen. Es sollte noch eines folgen. (© Foto: Reuters)
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Meeuw hatte gerade im olympischen Halbfinale über 200 Meter Rücken die zweitschnellste Zeit seines Lebens geschwommen, (1:56,85 Minuten) ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er das Ergebnis auf der Anzeigetafel entdeckte. Doch würde das zur Teilnahme am Endlauf reichen? Zeitgleich lag er mit dem Russen Arkadi Wjatschanin auf Rang acht. "Ich weiß gar nicht, was das jetzt zu bedeuten hat", sagte er. Der Reporter vom ZDF wusste es: Meeuw musste in einem Ausschwimmen gegen Wjatschanin alleine ins Becken. Als der Deutsche das hörte, erschlafften seine Muskeln noch mehr. "Das wird ziemlich hart", war alles, was er herausbrachte. Danach bat er die Journalisten um "was zum Trinken".
Als dann die Vormittagssession im Water Cube eigentlich schon zu Ende war, als sich die meisten Zuschauer schon abwendeten, standen Meeuw und Wjatschanin am Startblock. Es war leicht gespenstisch, diese beiden Athleten da alleine zu sehen, nur die kleine deutsche Gruppe auf der Tribüne schrie noch "Helge, Helge" in die Halle. Nach 50 Metern machte sich Hoffnung breit, Meeuw hätte sich erholt, doch kurz darauf brach der Deutsche ein und schied aus. Er sei nicht unglücklich, sagte er danach, schließlich habe er alles gegeben. Neben dem Becken schimpften deutsche Schwimmexperten, wie es denn möglich sei, dass Michael Phelps während eines Vormittags zwei Weltrekorde schwimmt und Meeuw nach dem zweiten Rennen kaum mehr alleine aus dem Becken steigen kann.
Steffen zittert
Trotz Meeuws denkbar knappen Ausscheidens durfte die deutsche Schwimm-Delegation den zweiten Einzug eines Athleten in ein Einzelfinale (nach Paul Biedermann) bejubeln: Britta Steffen, Europarekordhalterin, krault am Freitagvormittag um eine Finale über 100 Meter Freistil. Dabei musste auch die Berlinerin zittern - zu ihrer eigenen Überraschung. Denn Steffen lag in ihrem Halbfinale auf Rang drei und nahm deshalb am Ende Geschwindigkeit raus. Ihre 53,96 Sekunden (0,91 Sekunden über ihrer Bestzeit) hätten dann fast nicht gereicht für den Endlauf, weil die Chinesin Pang Jiaying wegen eines Fehlstarts disqualifiziert wurde, war es am Ende die sechstschnellste Vorlaufzeit.
"Ich habe gedacht, ein dritter Rang in meinem Vorlauf würde locker reichen", sagte die 24-Jährige, haderte aber dennoch mit ihrer Zeit: "Das liegt einfach am frühen Start am Morgen. Aber das Problem haben auch alle anderen". Tatsächlich hinderte das andere Athleten nicht, auch am sechsten Wettkampftag im Aquatic Center neue Weltrekorde zu produzieren.
Eine neue Bestmarke erwarteten viele im Höhepunkt des Tages, dem Endlauf über 100 Meter Freistil. Der Australier Eamon Sullivan und der Franzose Alain Bernard hatten den Zeiten in Peking schon dreimal verbessert. Doch im Finale kam es nicht zu einer neuen Steigerung, Bernard gewann in 47,21 Sekunden vor Sullivan (47,32). Die Weltrekorde 17 und 18 blieben diesmal den Frauen vorbehalten.
5,78 Sekunden schneller
So kam die 4x200-Meter-Freistil-Staffel aus Australien nach 7:44,31 Minuten ins Ziel, 5,78 Sekunden schneller als der bisherige Weltrekord. Den hatten auch die Teams aus China (Silber), den USA (Bronze) und aus Italien (Platz vier, Europarekord) unterboten. Es war die dritte Goldmedaille für Stephanie Rice (jeweils mit neuem Weltrekord) die damit zur erfolgreichsten Schwimmerin der Spiele avanciert.
Die zweite Bestmarke stellte die vor den Spielen noch unbekannte Chinesin Zige Liu über 200 Meter Schmetterling auf. 11.000 Zuschauer in der Halle feierten sogar einen Doppelerfolg der Gastgeber, Liuyang Jiao wurde Zweite. Beide unterboten den alten Weltrekord auf dieser Strecke deutlich, Liu um 1,22 Sekunden auf 2:04,18 Minuten.
Für die Gastgeber war es erst das erste Schwimm-Gold in Peking. Die Befürchtung vor den Spielen, mit allen Mitteln hochgerüstete Chinesen würden aus dem Nichts die Schwimmelite der Welt besiegen, hat sich bislang nicht bestätigt. Dabei macht es den Anschein, dass viele Athleten der Gastgeber zwar physisch mithalten können, aber nervlich dem Druck nicht gewachsen sind. Siehe der Frühstart der Mitfavoritin Pang über 100 Meter Freistil.
Liu und Jiao führten denn auch einen menschlichen Grund für ihren Erfolg an: "Es war toll, dass wir im Finale nebeneinander schwimmen konnten. Da waren wir nicht so nervös."
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(sueddeutsche.de/jüsc)
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
Welcher deutsche Sportler ist heut noch bereit harte Knochenarbeit bis zum Umfallen zu erbringen um den persönlichen Erfolg und den für sein Land zu holen.
Ohne Leistungswillen, nur zum tralala erzogen und ja keine harte Ausbildung und Forderungen.
Wir werden noch mehr abschmneren mit dieser unfähigen Grundeinstellung zur Leistung und des fehlenden Leistungswillens.
Er ist zufrieden weil er alles gegeben hat!! Es ist zum Lachen.
Was hat er schon gegeben? Seine Unfähigleit mitzuhalten.
Wenn man sich die Sportkommentatoren in Funk und Fernsehen anhört kommt immer mehr die Unfähigkeit zum tragen harte, bis zur körperlichen und seelsichen Erschöpfung benötigtes Leistungsspektrum abzubilden.
Deutschland Jugend ist zu fett, zu faul und zu unfähig.Weil nicht mehr gefordert.!!!!!
Für Verlierer hat man kein Verständnis sondern höchstens Mitleid und das nur Kurz.
Hier ist nicht der zweite oder dritte Platz gemeint.
Wie heisst es so schön in einer Bildstrecke?
"Weit mehr als 160 Dopingtests überstand Marion Jones ohne Probleme, ehe sie im Jahr 2007 im Rahmen eines Strafverfahrens gegen sie wegen Falschaussage die Einnahme des anabole Steroids THG zugab."
Und nichts anderes ist es hier. Wer glaubt hier findet kein Höchstmaß an Doping statt, weil keines entdeckt wird, der glaubt auch der Mond ist eine Scheibe, weil man keine Kugel sieht.
Mal ganz abgesehen von der Dopingfrage - wer glaubt denn hier ernsthaft nur die Amerikaner machen das? - gibt es schon noch ein paar andere "normale" Unterschiede wie ich meine.
M. Phelps ist Vollprofi! Er macht den ganzen Tag nichts anderes als seine Bahnen im Wasser zu ziehen. Dieses Mehrtraining zu unseren Schwimmern - die den Schwimmsport aus finanziellen Gründen nicht vollprofessionell betreiben können macht sich eben deutlich bemerkbar. Muss ja auch, wenn der eine 20km und der andere nur 5 km am Tag schwimmt (zum Beispiel).
Wie auch toybox bin ich der Meinung, dass die Schwimmanzüge von adidas längst nich konkurrenzfähig mit den Speedoanzügen sind. Das macht jetzt wahrscheinlich nicht die Welt aus, aber es summiert sich eben alles zusammen.
Wozu braucht es da einen Experten: Die Amis haben volle Pulle unter Zuhilfenahme aller möglichen Mittel Kraft trainiert. Die Deutschen nicht.
DIese Experten sollten halt lieber die logischen Schlüsse daraus ziehen: Wenn wir auch Medallien wollen, dann brauchts neben dem Pysiotherapeuthen halt auch den Pharmaberater. Wer das ignoriert kann gleich zuhause im Plantschbecken bleiben.
@TomSelleck
Das ist so nicht ganz richtig. Auch beim laufen gibt es verschiedene Lauftechniken. Da wären Vorfußlauf, Mittelfußlauf und Rückfußlauf. Aber es stimmt schon das die Technik im Schwimmsport eine wesentliche größere Rolle spielt, als beim laufen.
Wer hat da eigentlich letztens die ganzen Weltrekorde eingestellt? Phelps oder Speedo? Viele meinen Adidas wäre nun mittlerweile mit dem Schwimmanzügen gleichauf. Aber das glaube ich nicht. Nicht in der kurzen Zeit. Adidas kam mit seinem neuen Material viel zu spät auf den Markt. Man darf sich nun nicht mehr nur die Frage stellen ob Bayer, Pfizer oder Stada das rennen gewonnen hat, sondern auch Speedo, adidas, nike oder sonstwer.
Ich hab es hier schon einmal geschrieben, das man doch bitte gleiche Vorraussetzungen für alle schaffen sollte. Ich will wissen wer der schnellere Mensch ist und nicht wer das schnellere Material hat.
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