Von Jürgen Schmieder

Die deutsche Nationalelf der Damen erreicht im Eröffnungsspiel gegen Brasilien ein 0:0. Nach einer guten ersten Halbzeit musste die Elf von Silvia Neid den äußeren Bedingungen Tribut zollen.

In der 20. Minute wurde es laut im Wulihe-Stadion in Shenyang. Es war kein Tor gefallen, die Zuschauer jubelten über eine Einblendung auf der Videoleinwand. Ronaldinho war dort zu sehen, der sich das Eröffnungsspiel des Frauen-Fußballturniers von der Tribüne aus ansah. Der Star der brasilianischen Männerelf wohnte einem 0:0 bei, nach dem beide Mannschaften gute Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale haben.

Bild vergrößern

Häufig waren diesmal die Brasilianerinnen schneller: Cristiane (r.) umkurvt Kerstin Garefrekes, am Ende bleibt es beim Remis. (© Foto: dpa)

Anzeige

Die Neuauflage des WM-Finales von 2007 wirkte in der ersten Halbzeit wie eine Kopie des Spiels von vor zehn Monaten - kein Wunder, neun deutsche und sieben brasilianische Spielerinnen hatten schon im WM-Finale auf dem Platz gestanden. "Brasilien zum Auftakt ist schon ein anderes Kaliber als Argentinien bei der WM. Wir sind alle ein bisschen aufgeregt", hatte Sandra Smisek vor dem Spiel gesagt.

Wütende Rufe der Trainerin

Zu Beginn des Spiels dominierte die brasilianische Elf. Die Brasilianerinnen kombinierten mit wenigen Ballkontakten durch das Mittelfeld und suchten immer wieder die quirlige und trickreiche Spielmacherin Marta. Die setzte sich in der zwölften Spielminute auf der linken Außenbahn gegen zwei deutsche Spielerinnen durch und flankte in den Strafraum. Dort wunderte sich Angreiferin Cristiane zuerst darüber, dass im Umkreis von fünf Metern keine Gegenspielerin zu finden war und wenig später darüber, dass ihr Kopfball auf der Tartanbahn und nicht im Tor landete. Es war schön anzusehen, was die brasilianische Elf vor den Augen der Seleção (neben Ronaldinho saßen auch Kaka und Bremens Diego auf der Tribüne) bot, allerdings auch wenig effektiv.

Nach 15 Minuten und einigen wütenden Rufen von Silvia Neid fand die deutsche Elf in die Partie. "Wir müssen schon im ersten Spiel zu 100 Prozent da sein, wenn wir einen guten Turnierstart hinlegen wollen", hatte sie vor dem Spiel gesagt. In der 24. Spielminute sah sie den ersten gelungenen Angriff ihrer Elf. Kerstin Garefrekes spielte mit einem schönen Seitenwechsel Melanie Behringer frei. Die flankte auf Sandra Smisek, die den Ball per Kopf an die Latte drückte. Zehn Minuten später prüfte Renate Lingor die brasilianische Torfrau Andréia mit einem Schuss aus 35 Metern.

Nach 41 Minuten gab es die größte Gelegenheit für die deutsche Elf. Birgit Prinz umspielte im Strafraum ihre Gegenspielerin Simone und versuchte es mit einem Schlenzer aus zehn Metern, der allerdings knapp am langen Pfosten vorbeiging. Zu diesem Zeitpunkt wirkten die brasilianischen Spielerinnen frustriert, dass die deutsche Elf mit den Bedingungen - das Thermometer zeigte 34 Grad, es herrschte eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 75 Prozent - erstaunlich gut zurechtkam. Immer wieder ließen sich die Brasilianerinnen zu kleinen Fouls und Schubsern hinreißen. Cristiane etwa trat gegen Torfrau Nadine Angerer nach, was von Schiedsrichterin Kari Seitz aus den USA unbemerkt blieb.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Tempo und Hitze
  2. Tempo und Hitze
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...