Der Deutsche Olympische Sportbund ist "offen für Gespräche mit positivem Ausgang" über Winterspiele in München.

"Ja" zu München - "Nein" zu Hamburg und Berlin: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit einem klaren Bekenntnis zu einer Münchner Kandidatur für die Winterspiele 2018 die Olympia-Träume von Hamburg und Berlin für Sommerspiele 2016 oder 2020 zunichte gemacht. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir einer Bewerbung für mögliche Winterspiele unter der Federführung der Stadt München sehr positiv gegenüber stehen. Wir wollen Olympische Spiele bald möglichst nach Deutschland holen", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach während einer Pause der mehrstündigen Präsidiumssitzung am Dienstag in Frankfurt/Main.

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Die endgültige Entscheidung soll allerdings erst bei der Mitgliederversammlung des DOSB im Dezember fallen. Für eine Sommer-Bewerbung 2016 sieht die Dachorganisation keine Erfolgschance. München, das 1972 Gastgeber der Olympischen Spiele war, könnte somit als erste Stadt Ausrichter von Sommer- und Winterspielen werden. "Natürlich gibt es das Argument einer Premiere, aber das ist nicht unbedingt das, was die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees vom Hocker reißt", räumte Bach ein. "Ein gute Bewerbung verlangt ein klares Konzept und eine klare Festlegung der Finanzierung", pflichtete DOSB-Generaldirektor Michael Vesper bei.

Als Außenstellen würden 2016 voraussichtlich Garmisch-Partenkirchen, wo drei Monate vor der Olympia-Vergabe 2011 die Ski-Weltmeisterschaften stattfinden, und die Bob- und Rodelbahn amKönigssee dienen. Schnellstmöglich soll nun ein kompaktes Konzept aufdie Beine gestelt werden. "Wir dürfen uns aber nicht auf eine Bewerbung beschränken, die glänzende Sportstätten bereitstellt, sondern wir brauchen auch ein zündendes Motiv", forderte Bach "moderne" Olympische Winterspiele und prophezeite bereits einen harten internationalen Wettbewerb. Das Bewerbungsbudget bezifferte Bach auf 25 bis 35 Millionen Euro.

Ein Selbstläufer sei der weitere Entscheidungsprozess aber keineswegs, versicherte Bach. Er habe Münchens Oberbürgermeister Christian Ude bereits gesagt, dass dies in Frankfurt keine endgültige Entscheidung sei. Mit den Verantwortlichen der Stadt München sollen nun unter anderem Finanzierung, Infrastruktur, und Umweltverträglichkeit geprüft werden.

Die Wintersportverbände reagierten mit Freude auf die Absicht, Olympische Winterspiele vier Jahre nach dem Spektakel im russischen Sotschi nach Bayern zu holen. "Thomas Bach hat uns den Bob bereit gestellt und selbst den Pilotensitz eingenommen", sagte der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann. "Nun müssen drei weitere Fahrer einsteigen: Die Politik, die Sponsoren und auch die Fachverbände."

Enttäuschung bei Klaus Wowereit

Dagegen wird es nach den gescheiterten Versuchen von Berlin (für Olympia 2000) und Leipzig (2012) vorerst keine Kandidatur für das größte Sportspektakel im Sommer geben. Auch, weil 2012 die Spiele in London stattfinden und so die Chancen auf einen europäischen Kandidaten 2016 verschwindend gering sein dürften. Hamburg, das mit einer Kandidatur für die Sommerspiele 2012 bereits national gescheitert war, und Berlin, das 2000 im internationalen Wettbewerb chancenlos blieb, können damit ihre Hoffnungen wohl für längere Zeit begraben.

Berlins Ober-Olympionike Klaus Wowereit (SPD) reagierte mit Enttäuschung auf das vorzeitige olympische Aus für die Hauptstadt: "Wir nehmen die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes, München zu einer Kandidatur aufzufordern, mit Bedauern zur Kenntnis." Fast trotzig ergänzte Wowereit, der seit Jahren intensiv um die Spiele für Berlin kämpft und wirbt: "Berlin wäre fit für Olympia." Aber mit dem Beschluss der Sportführung sei "das Angebot von Hamburg und Berlin für Sommerspiele 2020 in Deutschland im Prinzip vom Tisch".

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(dpa)