Judo-Kämpferin Yvonne Bönisch will ein Zeichen setzen und auf ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier in Peking verzichten. Andere Athleten müssen oder wollen auf Protestaktionen dagegen verzichten.
Bönisch hat den Bann gebrochen und als erste deutsche Olympiasiegerin den Verzicht auf die Eröffnungsfeier in Peking angekündigt. "Ich werde Zeichen setzen und nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen", erklärte die 27-Jährige. Einen Wettkampf-Boykott schloss die deutsche Medaillenhoffnung für sich knapp vier Monate vor Olympia aber aus. Andere Athleten müssen oder wollen auf Protestaktionen und Meinungsäußerungen dagegen verzichten.
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Yvonne Bönisch verzichtet auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier in Peking. (© Foto: AFP)
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"Für jeden Sportler ist es das Größte, bei Olympischen Spielen teilzunehmen. Und wenn jetzt boykottiert werden würde, würden tausende Träume platzen", sagte die Potsdamerin. In Peking will Bönisch zudem mit einem Symbolband am Handgelenk gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet protestieren.
Genau das dürfen Frankreichs Olympia-Starter nicht: Protest verboten! Die Sportler wollten den Schriftzug "Für eine bessere Welt" als Motto gemeinsam mit den olympischen Ringen und dem Wort "Frankreich" am Trikot tragen, um vor dem Hintergrund des Tibet-Konflikts in China für die Menschenrechte einzutreten. "Man kann keinen Anstecker für eine andere Sache tragen", dies widerspreche der olympischen Charta, erklärte Henri Sérandour, Präsident des französischen Nationalen Olympischen Komitees. Dagegen hatte der französische Sport-Staatssekretär Bernard Laporte den Plan der Sportler unterstützt.
Das US-Team will in Peking auf politische Äußerungen verzichten. Diesen Standpunkt vertrat die Mehrheit der amerikanischen Athleten zu Beginn der US-Medientage in Chicago. "Die Spiele sind für mich heilig. Das ist etwas, das nicht gestört werden sollte", betonte Turn-Olympiasieger Paul Hamm. Fußballerin Abby Wambach kündigte an, sich wie ihre Mitspielerinnen einzig und allein auf die Titelverteidigung konzentrieren zu wollen. "Wir denken, dass ist die deutlichste Sprache, wenn wir Gold holen und unser Land bestens vertreten."
Wie Yvonne Bönisch, die 2004 in Athen als erste deutsche Judo-Frau Olympia-Gold erkämpfte, hatte zuvor schon Fechterin Imke Duplitzer über einen Teilnahme-Verzicht bei der Eröffnungsfeier nachgedacht. "Ich werde da wohl nicht hingehen, um zu zeigen, ich bin hier, weil ich hier sein muss. Nach meinem Wettkampf werde ich China wohl sofort verlassen und nicht bis zum Ende der Spiele bleiben."
Athleten aus dem Team Darfur haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer unmissverständlichen Stellungnahme in der Frage der freien Meinungsäußerung bei den Sommerspielen in Peking aufgefordert. "Wir verlangen Klarheit von Ihnen in Bezug auf die praktische Interpretation der IOC-Regeln und darüber, welche Maßnahmen das IOC unternimmt, um das Recht der Sportler auf freie Meinungsäußerung bei den Spielen zu gewährleisten", heißt es in einem Brief, den die Organisation am Dienstag an IOC-Präsident Jacques Rogge schickte. Das Team Darfur will dazu beitragen, die Weltöffentlichkeit auf den seit fünf Jahren in der westsudanesischen Krisenregion wütenden Bürgerkrieg aufmerksam zu machen.
Unterdessen warnte BASF-Chef Jürgen Hambrecht für den Fall eines Boykotts der Olympischen Spiele vor wirtschaftlichen Folgen. "Wir setzen auf Dialog statt Boykott", sagte der Chef des weltweit größten Chemiekonzerns. "Einschränkungen der geschäftlichen Beziehungen würden die deutsche Wirtschaft - und damit uns alle - empfindlich in einem wichtigen Wachstumsmarkt treffen."
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(sueddeutsche.de/dpa/mb)
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Ich werde mir keine Olympischen Spiele ansehen. Das liegt allerdings weniger an der chinesischen Tibet Politik als der Tatsache, dass man nicht weiss, wer wie vorher gedopt hat. Das bedeutet keinesfalls, dass ich für die chinesische Politik bin. Ich finde es allerdings heuchlerisch, nur die Eröfnung zu boykottieren, aber an den Spielen teilzunehmen. Gäbe es dieses ganze Tamtam auch , wenn die Spiele in den USA oder Grossbrittannien stattfänden? Hm, klar, aber die boykottierenden Sportler wären dann sicherlich antiamerikanische Revoluzzer...
Genau, nicht das Thema. Schauen sie sich mal die anderen China Beiträge an, wie oft da die Verfehlungen der USA genutzt werden um vom eigentlichen Thema abzulenken.
Nichts gegen fundierte USA Kritik, aber bei einigen Postern hier scheint das blanker Hass zu sein. Und irgendwie kriegt man es immer hin, die bösen USA für alles Übel auf der Welt verantwortlich zu machen...
Was hier einige verbreiten, klingt wie übersetzte Meldungen aus dem chinesischen Staatsrundfunk. Himmel.
@TheBorg: keineswegs....ich rede von den Tuermen, von den Plaenen Bush im Irak und Afghanistan einzumarschieren lange vor dem 11.9....ich mach jetzt mal nicht weiter, ist nicht Thema dieses Artikels
das finde ich eine elegante Lösung. Möglichst viele sollten diesem Beispiel folgen, auch die Zuschauer zuhause mit der Fernbedienung.
Gut, reden wir also von den pösen CIA-trainierten Killermönchen aus Tibet. Ist ja soviel glaubwürdiger...
Paging