Eine Typologie von Jürgen Schmieder

Kommentatoren und Moderatoren sind die ständigen Begleiter bei Olympia, jeder von ihnen hat seine Eigenheiten.

Turmspringen. Zapp. Weltrekord beim Schwimmen. Zapp. Judo. Zapp. Interview mit einem enttäuschten deutschen Schwimmer. Zapp. Werbung für die Zusammenfassung. Zapp. Badminton. Zapp. Reiten, Geländeprüfung. Zapp. Werbung für "Waldi & Harry". Zapp.

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Waldemar Hartmann und Harald Schmidt: das selbsternannnte "Dreamteam" der Olympischen Spiele. (© Foto: dpa)

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Es geht Schlag auf Schlag bei diesen Olympischen Spielen, die 302 Wettbewerbe sind in einen engen Zeitplan gepresst, man muss gewaltig aufpassen, um nicht den Überblick zu verlieren. Ständige Begleiter sind die Moderatoren und Kommentatoren, die durch den Tag führen und einzelne Sportarten betreuen. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten. Eine Typologie.

Der Fan

Ist irgendwann über den Zaun gesprungen, der Fanblock von Pressetribüne trennt. Findet die Leistung der Akteure "supertoll", klopft den Sportlern gerne auf die Schulter und will bei Interviews meist wissen, "wie er sich denn gefühlt hat". Hält sich selbst aber für einen kritischen Journalisten, weil er nach einer schlechten Leistung auch mal augenzwinkernd fragt: "Das war aber heut nicht so gut, oder?" Hat mit fast jedem Sportler schon ein Bier getrunken und darf sie deshalb duzen. Spricht meist mit bemüht oberbayerischem Akzent und hat einen Werbevertrag mit einer Brauerei.

Der Poet

Gehört eigentlich ins Feuilleton. Kann über eine Sportart sprechen wie Matthias Matussek über eine Schlingensief-Inszenierung. Hat den Hang zu Ausdrücken aus dem Kulturbetrieb, ob positiv oder negativ. Prototyp des Fans ist ARD-Mann und hippologischer Dichter Carsten Sostmeier, der beim Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter freudig verkündete: "Das Herz muss mitreiten. Da hat er Sonne im Herzen, wie er da auf die Ziellinie zureitet, er haucht Deutschland neues Leben ein."

Der Komiker

Hat eigentlich mit Sport nichts am Hut, war früher mal erfolgreicher Late-Night-Moderator oder Bassist bei Roy Black. Findet aber, dass bei Olympia rund um die Uhr auf jeden Fall Platz für eine Sendung sein muss, die total komisch ist und bei der man sich zum olympischen Hofnarren machen kann. Die Sendung wird dann stündlich beworben mit genialen Wortwitzen zum Namen "Schumacher", mit ulkigen chinesischen Kostümen und dem deutschen Witzeklassiker des Vertauschens der Buchstaben "r" und "l", was total komisch ist. Die Sendung trägt meist die Vornamen der Protagonisten - natürlich in total komischer Verniedlichungsform.

Noch mehr Reportertypen.

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