Kommentatoren und Moderatoren sind die ständigen Begleiter bei Olympia, jeder von ihnen hat seine Eigenheiten.
Turmspringen. Zapp. Weltrekord beim Schwimmen. Zapp. Judo. Zapp. Interview mit einem enttäuschten deutschen Schwimmer. Zapp. Werbung für die Zusammenfassung. Zapp. Badminton. Zapp. Reiten, Geländeprüfung. Zapp. Werbung für "Waldi & Harry". Zapp.
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Waldemar Hartmann und Harald Schmidt: das selbsternannnte "Dreamteam" der Olympischen Spiele. (© Foto: dpa)
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Es geht Schlag auf Schlag bei diesen Olympischen Spielen, die 302 Wettbewerbe sind in einen engen Zeitplan gepresst, man muss gewaltig aufpassen, um nicht den Überblick zu verlieren. Ständige Begleiter sind die Moderatoren und Kommentatoren, die durch den Tag führen und einzelne Sportarten betreuen. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten. Eine Typologie.
Der Fan
Ist irgendwann über den Zaun gesprungen, der Fanblock von Pressetribüne trennt. Findet die Leistung der Akteure "supertoll", klopft den Sportlern gerne auf die Schulter und will bei Interviews meist wissen, "wie er sich denn gefühlt hat". Hält sich selbst aber für einen kritischen Journalisten, weil er nach einer schlechten Leistung auch mal augenzwinkernd fragt: "Das war aber heut nicht so gut, oder?" Hat mit fast jedem Sportler schon ein Bier getrunken und darf sie deshalb duzen. Spricht meist mit bemüht oberbayerischem Akzent und hat einen Werbevertrag mit einer Brauerei.
Der Poet
Gehört eigentlich ins Feuilleton. Kann über eine Sportart sprechen wie Matthias Matussek über eine Schlingensief-Inszenierung. Hat den Hang zu Ausdrücken aus dem Kulturbetrieb, ob positiv oder negativ. Prototyp des Fans ist ARD-Mann und hippologischer Dichter Carsten Sostmeier, der beim Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter freudig verkündete: "Das Herz muss mitreiten. Da hat er Sonne im Herzen, wie er da auf die Ziellinie zureitet, er haucht Deutschland neues Leben ein."
Der Komiker
Hat eigentlich mit Sport nichts am Hut, war früher mal erfolgreicher Late-Night-Moderator oder Bassist bei Roy Black. Findet aber, dass bei Olympia rund um die Uhr auf jeden Fall Platz für eine Sendung sein muss, die total komisch ist und bei der man sich zum olympischen Hofnarren machen kann. Die Sendung wird dann stündlich beworben mit genialen Wortwitzen zum Namen "Schumacher", mit ulkigen chinesischen Kostümen und dem deutschen Witzeklassiker des Vertauschens der Buchstaben "r" und "l", was total komisch ist. Die Sendung trägt meist die Vornamen der Protagonisten - natürlich in total komischer Verniedlichungsform.
Noch mehr Reportertypen.
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Sparpaket
Für den Vertreter dieser Gattung sind praktisch immer Paralympics. Vermengt auf unerträgliche Weise sportliche Resultate, Elemente von Nachmittags-Talkshows und Mitleidskino. Erreicht Zielgruppen, die anderen Sportreportern verwehrt bleiben, z.B. Leser des "Goldenen Blatts". Das ZDF hat mit Steinbrecher und Kerner gleich zwei davon.
so erfolgreich ist, plädiere ich für weitere Disziplinen wie:
Synchronreiten, Synchronhochsprung, Synchron-isieren, Synchronlabern, Synchronpferdestreicheln, Synchronfallschirmspringen (ohne Fallschirm)
Na Gonginger, so trifft man sich wieder. Ich habe erst mal überlegen müssen, was Sie mit "Turin 2006" meinten. Aber da fiel es mir wieder ein, daß da auch einer dieser Megaevents war, von dem 3 Tage nach Beendigung niemand mehr gesprochen hat. Aber in der Tat, ein Blick ins Internet hat dies bestätigt, lag Deutschland am Schluß auf dem ersten Platz. Da lagen Sie also richtig.
Ich bin auch der letzte, der sich über sowas nicht freut, aber mir geht es ganz klar darum, daß die deutschen Sportler bereits im Vorfeld durch die Medien hochgejubelt werden, so daß einfache Menschen wie ich eigentlich nur noch von großen Medaillenchancen ausgehen können. Die Höhe des Podestes steht allerdings in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Rang im internationalen Vergleich. Daß woanders auch gute oder sogar bessere Ergebnisse erzielt werden, wird in den deutschen Medien total ausgeblendet. Deshalb läßt man sich von den Ergbenissen so leicht täuschen.
Und dieses Hochjubeln bleibt natürlich auch den Sportlern nicht verborgen, die dann glauben, daß sie die Medaille schon im Sack haben. Das Hochjubeln ist kontraproduktiv und untergräbt die Leistungsbereitschaft.
Und um Leistung geht es bei der Olympiade. Wer glaubt, die nicht erbringen zu müssen, der kann dann gerne nach dem Motto verfahren, daß das Dabeisein wichtiger als der Sieg ist und zwar von seinem Sofa in Deutschland aus. Wer nichts leisten will, der hätte auch nicht nach Beijing fahren sollen.
Ich weiß, daß Sie lieber Gonginger darüber erhaben sind, über Geld nachzudenken. Aber ich für meinen Teil bin nicht bereit, ganze Heerscharen auf Kosten der Steuerzahler (und somit auch auf meine Kosten) nach China transportieren zu lassen, nur damit die auch mal raus kommen.
Apropos rauskommen: Was macht eigentlich Christian Uhde in Beijing? Seine Erkenntnisse über Staub, Hitze und Luftfeuchtigkeit wird er sicherlich gut für die Bewerbung zur Winterolympiade 2000irgendwann verwenden können. Dieser Frage nachzugehen, wäre eigentlich für eine in München ansässige Zeitung angemessen. Aber da man bei denen oin der Redaktion die Frage nach etwaigen Kosten auch nur ungern stellt, wird das wohl nix mit einem Artikel.
dass ich mir die Olympischen Spiele diesmal nicht im deutschen TV ansehen muss.
Wenn mans nicht besser wüsste, könnte man den obigen Artikel über die Kommentatoren ja lustig finden. Aber das Schlimme ist, es ist ja traurige Wahrheit.
Es tut mir leid, aber ich muss wieder mit einsteigen. Für alle, die Ihren Kommentar beim Artikel "Team Deutschland" noch nicht gelesen haben hier noch einmal meine Antwort ;)
Die größte Medaillenausbeute gemessen an der Einwohnerzahl des Landes haben die Bahamas (6,2 Medaillen/Mil.Einwohner). Was können wir jetzt daraus schließen?
Sie schreiben, der deutsche Sport befindet sich seit Jahren auf einem absteigenden Ast. Ich erinnere an die Olympischen Spiele 2006 in Turin. Deutschland führt den Medaillenspiegel an! (Und das am Ende der Spiele und nicht erst nach zwei Tagen). Das Gegenteil von einem Schönredner ist der ewige Dauernörgler. Dieser verdreht und missachtet im übrigen auch Fakten.
Das andere Sportler vielleicht dadurch "gedopt" sind, dass sie einen größeren Leistungswillen zeigen ist denke ich vollkommen richtig. Aber so ist nun einmal der Sport. Deutschland wird es vielleicht nicht in die Top-Ten schaffen (abwarten, noch stehen 90 % der Entscheidungen aus). Aber was ist dann? Ich finde es nicht übermäßig schlimm. Ich bin zwar selbst ein begeisterter Fan und sehe mir - speziell bei Olympia - nahezu alles an, freue mich dann aber auch über die Erfolge der anderen, ohne gleich über die "Deutschen Versager" zu schimpfen.
Immer getreu dem Motto der Verlierer - aber auch dem Motto und der Idee der Olympischen Spiele: "Dabei sein ist alles"
gonginger
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