Olympia Peiffer kritisiert Gigantismus der Spiele

"Den Gigantismus der Olympischen Spiele", sagt Peiffer, "den sehe ich sehr kritisch. Und ich stelle auch die Nachhaltigkeit infrage."

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Die Meldungen im Olympiaticker

Biathlon: Arnd Peiffer hat Kritik am Ausmaß von Olympia geäußert. "Den Gigantismus der Olympischen Spiele", sagte Peiffer, "den sehe ich sehr kritisch. Und ich stelle auch die Nachhaltigkeit infrage." Der 30-jährige Biathlet sagte das, kurz nachdem er die Goldmedaille für seinen Sieg im Sprint erhalten hatte, "aber ich bin eben nicht der Typ, der alles in den Himmel lobt, nur weil er erfolgreich ist", so Peiffer.

Dabei bemängelte er nicht zum ersten Mal die olympische Entwicklung. Bereits vor den ersten Rennen hatte er das Internationale Olympische Komitee (IOC) für dessen Vergabe der Spiele an Orte kritisiert, "an denen sonst nie etwas gemacht wird. Wenn die Spiele vergeben werden, geht es nicht immer darum, ob dort tolle und faire Wettkämpfe ausgetragen werden können." Man habe sich "sehr vom eigentlichen Olympia-Kern entfernt. Der Mythos Olympia hat bei der Bevölkerung sehr viel eingebüßt."

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Auch in seinem olympischen Alltag ist nicht alles Gold, was glänzt. Während der Zeit in Südkorea, ja, eigentlich schon vom Besteigen des Fliegers bis zur Rückkehr, dürfe man "dies nicht sagen und das nicht posten. Man muss genau diese Sachen anziehen und zig Anträge stellen, falls ein Sponsor irgendetwas postet, das mit deinem Namen in Verbindung steht", klagte Peiffer: "Da wird immer ein bisschen Stress wegen Nichtigkeiten gemacht."

Shorttrack: Die kanadische Shorttrackerin Kim Boutin ist bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang das Ziel wütender Attacken südkoreanischer Fans geworden. Hintergrund ist die Disqualifikation der Lokalmatadorin Choi Min Jeong im Shorttrack-Finale über 500 Meter am Dienstag. Boutin wurde danach die Bronzemedaille zugesprochen. Zahlreiche Fans hätten die sozialen Netzwerke genutzt, um ihrer Enttäuschung in Form von Beschimpfungen und sogar Morddrohungen Luft zu machen, berichteten südkoreanische Zeitungen und die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch. Boutin habe ihre Twitter- und Facebook-Konten daraufhin geschlossen.

"Wir können das nicht kontrollieren", sagte IOC-Sprecher Mark Adams in Anspielung auf die Berichte. Das Internationale Olympische Komitee bitte alle, die Athleten zu respektieren. "Das ist eine Angelegenheit des Nationalen Olympischen Komitees für Kanada, um sicherzustellen, dass jeder vollständig geschützt ist." Das kanadische NOK leitete Untersuchungen ein. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mannschaftsmitglieder hat für uns oberste Priorität", hieß es. Laut der Zeitung "The Korea Herald" gingen auf Boutins Instagram-Konto mindestens 10 000 Kommentare ein. Zahlreiche Südkoreaner hätten die Attacken ihrer Landsleute gegen Boutin kritisiert. In dem hektischen Finale hatte Arianna Fontana die erste Goldmedaille für Italien bei den Spielen geholt. Choi wurde wegen Behinderung zum Entsetzen des Publikums disqualifiziert. Sie war als Zweite durchs Ziel gegangen, Boutin war zunächst nur Vierte.

Allgemeines: Usain Bolt ist ein ewiger Olympia-Held - im Sommer. Doch der jamaikanische Sprinter ist auch in Pyeongchang präsent, obwohl er gar nicht da ist. Beim Biathlon. Beim Langlauf. Sogar in der Eisschnelllaufhalle. Ob Laura Dahlmeier, Johannes Kläbo oder Ireen Wüst und Sven Kramer - alle haben nach ihren goldenen Erfolgen in Südkorea den Sprinter nachgeahmt, genauer: Usain Bolt und seine Siegerpose.

"Für mich wäre das nichts, der Schnee, der Wind, die Kälte", sagte der Jamaikaner in einem Internet-Video, das er am Vorabend der Winterspiele online stellte - und doch ist er in Südkorea jetzt fast omnipräsent. Ein Zufall ist das nicht. In besagtem Video fordert Bolt alle Olympioniken auf, seine "Pose" auf dem Podium zu imitieren - und verspricht dafür ihnen eine Magnumflasche Champagner. Der Norweger Kläbo hat eine bessere Idee. Er hat Bolt ein Rennen um die Champagner-Flasche vorgeschlagen. 100 Meter. Im Central Park von New York. Bolt in Shorts und Laufschuhen - und Kläbo, der Olympiasieger im Langlauf-Sprint, auf Skiern.

Ski alpin: Olympiasieger Matthias Mayer muss vier Jahre nach seiner Goldmedaille in der Abfahrt von Sotschi um einen Start in Pyeongchang bangen. Seit einem Sturz im Slalom der Alpinen Kombination am Dienstag behindert den Österreicher ein starker Bluterguss am Gesäß. "Grünes Licht würde ich nicht sagen, es ist noch ein langer Tag und ein gescheiter Bluterguss. Ich kann meinen Fuß noch nicht in jede Richtung bewegen, wie ich will, ich werde das sicherlich erst morgen Früh entscheiden können", sagte Mayer. Der 28-Jährige zählte nach starken Leistungen in den Trainings und seinem dritten Rang in der Kombinations-Abfahrt zu den Medaillen-Favoriten in der Königsdisziplin am Donnerstag.

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