Schwerer Mann mit Bronze
Olympia-Nachrichten in Kürze / / Veröffentlicht am , im OlympiatickerStarker Mann mit Bronze: Judoka Andreas Tölzer.
(Foto: AFP)Judo: Schwergewichtler Andreas Tölzer hat die Bronzemedaille gewonnen. Der 32-Jährige aus Mönchengladbach besiegte den Weißrussen Igar Makaraw im Kampf um Platz drei vorzeitig und holte damit bei seiner dritten Olympia-Teilnahme seine erste Medaille. Zum Abschluss der Judo-Wettkämpfe war es das vierte Edelmetall für die deutschen Kämpfer.
Tölzer hatte zuvor im Halbfinale gegen den russischen WM-Dritten und Europameister Alexander Michajlin durch Bestrafung in der Verlängerung verloren. Souverän hatte sich Tölzer durch die Vorrunde gekämpft. Erst räumte er den Georgier Adam Okruaschwili nach gut vier Minuten aus dem Weg. Dann machte der 145 Kilo-Mann auch gegen den Rumänen Vladut Simionescu vorzeitig kurzen Prozess. Im Pool-Finale musste der WM-Zweite von 2010 und 2011 gegen den Ungarn Barna Bor dann erstmals über die volle Kampfzeit gehen, verließ jedoch auch da als Sieger die Matte.
Tennis: Sabine Lisicki und Christopher Kas greifen im Tennis-Turnier nach einer Medaille im Mixed. Das deutsche Duo aus Berlin und Trostberg gewann im Viertelfinale nach Match Tiebreak 4:6, 7:6 (7:2), 10:7 gegen die italienische Paarung Roberta Vinci und Daniele Bracchiali. Im Halbfinale treffen Lisicki und Kas entweder auf das britische Duo Laura Robson und Andy Murray oder die Australier Samantha Stosur und Lleyton Hewitt.
In einem Tennis-Krimi setzte sich Roger Federer nach 4:26 Stunden gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro 3:6, 7:6 (7:5), 19:17 und steht im Finale. Vier Wochen nach seinem siebten Wimbledonsieg hat der Weltranglistenerste aus der Schweiz seine erste olympische Einzelmedaille sicher und greift am Sonntag gegen Novak Djokovic (Serbien) oder Andy Murray (Großbritannien) nach Gold.
Auch Maria Scharapowa hat Silber bereits sicher. Die Russin setzte sich gegen Maria Kirilenko 6:2, 6:3 durch und trifft im Endspiel am Samstag auf Wimbledonsiegerin Serena Williams (USA) oder die Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka (Weißrussland).
Rudern, Marcel Hacker: Der ehemalige Ruder-Weltmeister Marcel Hacker aus Frankfurt/Main hat zwölf Jahre nach Olympiabronze in Sydney sowie zwei verpassten Teilnahmen 2004 und 2008 im olympischen Einer-Finale auf dem Lake Dorney abgeschlagen den sechsten Platz belegt. Gold ging nach 2000 Metern an den Weltmeister und Peking-Dritten Mahe Drysdale aus Neuseeland vor dem tschechischen Vizeweltmeister Ondrej Synek. Bronze sicherte sich der WM-Dritte Alan Campbell aus Großbritannien.
Trampolin: Henrik Stehlik aus Salzgitter hat bei der olympischen Entscheidung der Trampolinturner in London das Finale der besten acht Athleten knapp verpasst. In der Qualifkation musste sich der 31-Jährige unter 16 Teilnehmern mit dem neunten Platz begnügen. An die Spitze des Zwischenklassements setzte sich der zweimalige Weltmeister Dong Dong aus China vor dem Russen Dimitri Uschakow und seinem Landsmann Lu Chunlong.
Säbelfechten: Die deutschen Säbelfechter haben die Olympischen Spiele in London auf Platz fünf beendet. In der Platzierungsrunde des Mannschaftswettbewerbes besiegten die Dormagener Nicolas Limbach und Max Hartung sowie Björn Hübner China mit 45:30. Der Kampf um die Medaillen war bereits früh beendet. Gleich in ihrem ersten Gefecht unterlagen Limbach und Co. Südkorea 38:45 und verpassten den Einzug in das Halbfinale.
Beachvolleyball, Frauen-Achtelfinale: Sara Goller und Laura Ludwig stehen nach einem Sieg im deutsch-deutschen Duell im Viertelfinale des olympischen Beachvolleyballturnieres. Die Ex-Europameisterinnen aus Berlin triumphierten im ersten Achtelfinale von London souverän mit 2:0 (21:16, 21:15) gegen Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Gegner von Goller/Ludwig in der Runde der letzten Acht werden voraussichtlich die topgesetzten Weltmeisterinnen Larissa/Juliana aus Brasilien sein. Holtwick/Semmler treten als Olympia-Neunte die Heimreise an. Die beiden deutschen Männer-Teams spielen ihr Achtelfinale am Samstag. Die Europameister Julius Brink/Jonas Reckermann treffen auf ihrem Weg zur ersten deutschen Beach-Olympiamedaille seit zwölf Jahren auf die Letten Samoilovs/Sorokins. Jonathan Erdmann/Kay Matysik spielen gegen die topgesetzten Weltmeister Alison/Emanuel.
Kugelstoßen, David Storl: Weltmeister David Storl hat am Freitag für den geglückten deutschen Leichtathletik-Auftakt bei Olympia in London gesorgt. Mit 21,15 m im ersten Versuch qualifizierte sich der Chemnitzer Kugelstoßer für das Finale am Abend (21.30 Uhr). Der 22-Jährige übertraf damit deutlich das Limit von 20,65 m für den Vorstoß in den Endkampf der zwölf Besten. "Nach dem Einstoßen war ich schon nervös und hatte Angst, das Ding zu verkacken", sagte Storl, "ich hatte ganz schön Probleme, in den Tag zu kommen." Er habe sich vorgenommen, seine Bestleistung zu bringen, und das sei "mit der Vorleistung am Morgen möglich".
Schwimmen: Die deutsche Männer-Schwimmstaffel hat über 4 x 100 Meter Lagen das olympische Finale erreicht. Helge Meeuw, Christian Vom Lehn, Steffen Deibler und Marco Di Carli schlugen am Freitag in London nach 3:34,28 Minuten als insgesamt Sechste an. Die Frauen-Staffel mit Jenny Mensing, Sarah Poewe, Alexandra Wenk und Britta Steffen schied dagegen aus. Das Quartett benötigte 3:59,95 Minuten und verpasste als Neunter um 38 Hundertstelsekunden das Finale. Das Männer-Team aus den USA schwamm in 3:32,65 Minuten die beste Zeit. Bei den Frauen war die Staffel aus Australien mit 3:55,42 Minuten am schnellsten.
Über 50 Meter Freistil hatte Britta Steffen zuvor das Halbinfale erreicht. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking schwamm in 24,70 Sekunden die viertbeste Zeit der Vorläufe. Die 28-Jährige blieb damit 33 Hundertstel über ihrer Jahresbestzeit, die sie vor zwei Monaten beim EM-Sieg in Debrecen aufgestellt hatte. Vorlaufschnellste war 100-m-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo (Niederlande) in 24,51.
Bahnrad, Philip Hindes: Der vermeintlich absichtliche Sturz im Teamsprint hat dem für Olympiasieger Großbritannien startenden Krefelder Philip Hindes viel Kritik eingehandelt. "Es ist ziemlich offensichtlich, dass er absichtlich gestürzt ist, um einen Neustart zu erhalten. Es gibt keine Regeln, die eine derartige Aktion sanktionieren. Und dann kommt er raus und gibt es zu. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen die Regeln ändern werden", kritisierte Isabelle Gautheron, die Technische Direktorin der französischen Mannschaft, die im Finale gegen die Briten verlor. Hindes war in der Qualifikation gegen Deutschland kurz nach dem Start gestürzt. Zunächst räumte er Absicht ein, da ihm der Start nicht geglückt sei. Später sprach er davon, dass ihm das Hinterrad weggerutscht und er deshalb gestürzt sei. Die britischen Offiziellen führten die unterschiedlichen Aussagen Hindes' auf dessen Schwierigkeiten mit der englischen Sprache zurück. Vor gut einem Jahr war Hindes zu den Briten gewechselt, nachdem er in Deutschland aufgrund der starken Konkurrenz auf der Position des Anfahrers keine Chance mehr gesehen hatte.
Schießen, Pistole: Die deutschen Schützen müssen weiter auf ihre erste Medaille warten. Christian Reitz aus Raunheim schied im Finale mit der Schnellfeuerpistole nach dem "Hit-or-Miss"-System mit 13 Treffern bereits nach der ersten Runde aus und wurde Sechster. Ralf Schumann hatte bei seiner siebten Olympia-Teilnahme erstmals das Finale verpasst. Der 50-Jährige, der in London zum deutschen Rekord-Teilnehmer avancierte, kam nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang am Freitag auf 577 Ringe und schaffte es damit nicht in die Endrunde.
Fechten, Säbel Männer: Nach der Enttäuschung im Einzel haben die deutschen Säbelfechter auch im olympischen Mannschaftswettbewerb eine Medaille verpasst. Das Team mit dem Dormagener Trio Nicolas Limbach, Max Hartung und Benedikt Wagner sowie Björn Hübner aus Tauberbischofsheim verlor am Freitag im Viertelfinale 38:45 gegen die hoch gehandelten Südkoreaner. Dem deutschen Quartett bleibt nur noch die Runde um die Plätze fünf bis acht.
400 Meter Hürden, Männer: Silvio Schirrmeister ist über 400 m Hürden bereits in der ersten Runde gescheitert. Der 23 Jahre alte Chemnitzer blieb in 50,21 Sekunden genau eine Sekunde über seiner Saisonbestleistung und kam nicht über Platz vier in seinem Vorlauf hinaus. Als schnellster aller Starter zog Vize-Weltmeister Javier Culson (Puerto Rico) in 48,33 ins Halbfinale am Samstag ein.
3000 Meter Hindernis, Männer: Steffen Uliczka hat bei seiner olympischen Premiere nur den letzten Platz im Vorlauf über 3000 m Hindernis belegt. Der 28-Jährige lief 8:41,08 Minuten und blieb damit fast 20 Sekunden über seiner Bestzeit. Uliczka hatte sein Olmypia-Ticket erst in letzter Sekunde gelöst, als er beim Leichtathletik-Meeting im belgischen Lüttich Anfang Juli als Dritter in 8:22,93 Minuten die A-Norm (8:23,00) knapp unterboten hatte.
Sportschießen, Daniel Brodmeier: Gewehrschütze Daniel Brodmeier hat für eine positive Überraschung gesorgt. Der 24-Jährige aus Niederlauterbach belegte im Finale der besten Acht mit dem Sportgewehr liegend mit 698,2 Ringen den fünften Platz. Es siegte der Weißrusse Sergej Martinow, die im Vorkampf den Weltrekord von 600 Ringen egalisiert hatte, mit 705,5 Ringen. Zweiter wurde der Belgier Lionel Cox (701,2) vor dem Slowenen Rajmond Debevec (701,0).
Judo, Frauen: Die saudische Judoka Wodjan Shahrkhani ist in der ersten Runde des olympischen Turniers ausgeschieden. Die 16-Jährige, die mit einem Streit um das Tragen der traditionellen islamischen Kopfbedeckung Hidschab für Aufsehen gesorgt hatte, war in ihrem Auftaktkampf gegen die Weltranglisten-13. Melissa Mojica (Puerto Rico) chancenlos und verlor nach 1:22 Minuten durch eine Wurftechnik. Dabei trug Shahrkhani ein Kopftuch - auf diesen Kompromiss hatten sich die saudische Delegation und das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Judo-Weltverband IJF geeinigt. Das Tragen eines Hidschabs, der auch Teile des Gesichts und des Halses bedeckt, war ihr von der IJF verboten worden. Shahrkani ist eine von zwei saudischen Frauen, die bei Olympia in London an den Start gehen. Die zweite Sportlerin ist 800-m-Läuferin Sarah Attar. Das extrem konservative Königreich hatte als letzte Nation Sportlerinnen im olympischen Aufgebot zugelassen und war damit Katar und Brunei gefolgt.
Basketball, "Dream Team": Die US-Basketballer haben in London den höchsten Sieg der Olympia-Geschichte gefeiert. Die NBA-Profis ließen am Donnerstagabend Nigeria beim 156:73 (78:45) überhaupt keine Chance. Die bisherige Bestmarke datierte von den Olympischen Spielen 1988, als Brasilien in Seoul Ägypten mit 138:85 bezwungen hatte. Erfolgreichster Werfer bei den Amerikanern war Carmelo Anthony von den New York Knicks mit 37 Punkten - der Mann von den New York Knicks traf wie er wollte: Ihm gelangen allein zehn Dreier. Noch nie erzielte ein US-Spieler bei Olympia mehr Zähler. Zahlreiche Dunkings führten zu dauergrinsenden Amerikanern auf dem Feld, die ihre eigene Vorstellung selbst kaum glauben konnten.
Die britischen Basketballer haben ihren ersten Sieg hingegen knapp verpasst. Gegen Europameister Spanien unterlagen das Team 78:79 (29:37) und hatte den großen Herausforderer von Topfavorit USA dabei überraschend am Rande einer Niederlage. Bester Werfer bei den schwachen Iberern war Jose Calderon mit 19 Punkten, beim Team GB kam Luol Deng auf 26 Zähler. Spanien ist in der Gruppe B wie Russland weiter ungeschlagen. Großbritannien steht zusammen mit den ebenfalls noch sieglosen Chinesen am Tabellenende.