Judoka Thiele kämpft um Gold

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Olympia-Nachrichten in Kürze
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Überraschend im Finale bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme: Judoka Kerstin Thiele (links).

(Foto: AFP)

Judo: Judoka Kerstin Thiele steht bei den Olympischen Spielen in London sensationell im Finale der Klasse bis 70 kg und hat damit eine Medaille sicher. Die EM-Dritte aus Leipzig besiegte in der Vorschlussrunde Chen Fei aus China und kämpft ab 17.20 Uhr (MESZ) gegen Frankreichs Weltmeisterin Lucie Decosse um Gold. Olympia-Debütantin Thiele hatte sich zuvor über die Ozeanienmeisterin Moira de Villiers aus Neuseeland, die zweimalige Vize-Weltmeisterin Anett Meszaros aus Ungarn sowie die niederländische Mitfavoritin Edith Bosch ins Halbfinale vorgekämpft.

Badminton: Die deutsche Medaillenhoffnung Juliane Schenk ist beim olympischen Badmintonturnier ausgeschieden. Im Achtelfinale unterlag die Weltranglistensechste aus Berlin der erst 17 Jahre alten Junioren-Weltmeisterin Ratchanok Intanon (Thailand) 16:21, 15:21. Vize-Europameisterin Schenk hatte sich in den vorherigen drei Duellen mit dem Talent jeweils durchgesetzt, in London war sie in 44 Minuten allerdings chancenlos. Noch im vergangenen Jahr hatte die 29 Jahre alte Sportsoldatin in der Wembley Arena Bronze gewonnen und als Ziel für ihre dritten Olympischen Spielen die erste deutsche Badminton-Medaille ausgegeben.

Leichtathletik, Hindernislauf: Der Hindernisläufer Angel Mullera darf bei den Olympischen Spielen starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat dem Spanier zwei Tage vor dem Leichtathletik-Auftakt das Startrecht eingeräumt, obwohl er aus dem spanischen Team ausgeschlossen worden war. Grund dafür waren die Informationen anonymer Quellen gewesen, nach denen Mullera Dopingmissbrauch betreibe. Mullera, vom spanischen Leichtathletik-Verband aus "technischen Gründen" suspendiert, darf nun am Freitag im 3000-Meter-Hindernis-Vorlauf antreten. Nicht zufrieden mit dem Urteil war der spanische Staatssekretär für Sport, Miguel Cardenal: "Mullera hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe teilweise nicht bestritten. Wir versuchen, weitere Beweise zu finden."

Basketball: Die Basketballerinnen aus China haben sich als erste Mannschaft für das Viertelfinale qualifiziert. Der Asienmeister feierte beim 76:52 (33:31) gegen Angola den dritten Sieg im dritten Vorrundenspiel und hat damit in der Gruppe A einen der ersten vier Plätze sicher. Ma Zengyu war mit 15 Punkten beste Werferin der Chinesinnen. Afrikameister Angola wartet weiter auf den ersten Sieg.

Sportpistole: Sportschützin Munkhbayar Dorjsuren aus München hat die Chance auf eine Medaille mit der Sportpistole mit viel Pech verpasst. Die zweimalige Bronzemedaillen-Gewinnerin belegte am Mittwoch mit 582 Ringen den zwölften Platz, ein Ring mehr hätte zumindest ein Stechen um die Qualifikation für die Runde der letzten Acht bedeutet. Zum Ende des Vorkampfs hatte Dorjsurens Pistole gestreikt. Mit der Ersatzwaffe schoss sie sich mit einer 94 im letzten Durchgang noch aus den Finalrängen. Die 43-Jährige, die in London ihre sechsten Spiele bestreitet, war wie Claudia Verdicchio-Krause bereits mit der Luftpistole frühzeitig gescheitert. Die 37-jährige Verdicchio-Krause (578) belegte mit der Sportpistole Rang 26. Beste Schützin der Qualifikation war die Koreanerin Kim Jangmi (591) vor der Thailänderin Tanyaporn Prucksakorn (586).

Fechten, Degen: Jörg Fiedler ist im Viertelfinale des olympischen Degen-Wettbewerbs gescheitert und hat die zweite Medaille für die deutschen Fechter in London verpasst. Der Leipziger unterlag gegen Jung Jimsun aus Südkorea mit 11:15. Zuvor hatte er Sören Thompson aus den USA und den Niederländer Bas Verwijlen klar besiegt. Fiedler, der 2004 Olympia-Bronze mit dem Team gewonnen hatte, war der einzige deutsche Starter in dieser Disziplin. Die einzige deutsche Medaille hatte zuvor Britta Heidemann mit dem Degen gewonnen. Am Mittwoch tritt noch Säelfechterin Alexandra Bujdoso im Excel Center von London an.

Tischtennis: Als ihm sein Teamkollege Dimitrij Ovtcharov vormachte, wie man ein olympisches Tischtennis-Halbfinale erreicht, konnte Timo Boll nur anerkennend Beifall klatschen. Der 23-jährige Ovtcharov nutzte am Tag nach Bolls bitterem Achtelfinal-Aus die Gunst der Stunde und greift nach einem nervenstarken Auftritt im 4:3-Viertelfinal-Krimi gegen den dänischen Ex-Europameister Michael Maze nach einer olympischen Medaille. "Wir wussten, dass es gegen Maze extrem schwer wird", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Dimi ist nach gutem Kampf zurückgekommen, am Ende hat sein Wille den Unterschied gemacht."

In der Vorschlussrunde trifft der Weltranglisten-12. nach einem Tag Ruhepause am Donnerstag auf den chinesischen Weltmeister Zhang Jike. Ovtcharov war nach zwei 4:0-Auftakterfolgen mit reichlich Selbstbewusstsein in die Box gegangen. "Das Ziel Medaille ist realistisch. Ich habe schon alle Topspieler geschlagen", hatte der Mann vom russischen Champions-League-Sieger Fakel Orenburg, der im Februar beim Europe-Top12-Turnier triumphiert hatte, vor den Spielen gesagt. 

Rudern: Marcel Hacker steht im Endlauf der olympischen Ruderregatta. Der ehemalige Skiff-Weltmeister (2002) musste sich im Halbfinale auf dem Dorney Lake als Dritter nur Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland) und dem Schweden Lassi Karonen geschlagen geben, kam aber vor Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) ins Ziel. Damit greift Hacker zum zweiten Mal nach Sydney in den Kampf um Medaillen ein. 2004 in Athen und 2008 in Peking war er jeweils im Halbfinale gescheitert. Auch der Doppelvierer bleibt auf Medaillenkurs. Beim Sieg im Halbfinale über Estland und Olympiasieger Polen präsentierte sich das Team um Schlagmann Tim Grohmann in prächtiger Form und geht neben den Kroaten als Mitfavorit in den Endlauf am Freitag. Dagegen war das Halbfinale für den Zweier ohne Steuermann Endstation. Anton Braun und Felix Drahotta brachten sich als Fünfte um das Finale.

Hockey: Deutschlands Hockey-Damen haben beim Olympia-Turnier einen Rückschlag erlitten. Zwei Tage nach dem wichtigen 2:1-Arbeitssieg über die USA verlor die Mannschaft von Bundestrainer Michael Behrmann 1:3 (1:1) gegen Australien und verpasste den Sprung auf Platz zwei der Gruppe B. Vor 10.000 Zuschauern brachte Katharina Otte (9. Minute) die deutschen Vize-Europameisterinnen zwar früh in Führung. Hope Munro (20.) gelang noch vor der Pause der Ausgleich. Danach besiegelten Anna Flanagan (46.) und Viona Boyce (53.) mit zwei Toren nach Strafecken die Niederlage der Deutschen. Für die DHB-Auswahl geht es am Donnerstag (17.00 Uhr) gegen die noch punktlosen Südafrikanerinnen weiter. Dann muss ein Sieg her, wenn das Semifinale noch erreicht werden soll.

Hockey: Weltmeister Australien hat am zweiten Spieltag des olympischen Hockey-Turniers den Olympiazweiten Spanien 5:0 (3:0) abgefertigt. Schon zum Auftakt hatte das Team um Welthockeyspieler Jamie Dwyer in der Gruppe A Südafrika 6:0 besiegt. Das spanische Männerteam hatte ohne seinen nach einem Armbruch ausgefallenen Kapitän Santi Freixa in der Schlussphase sogar Glück, nicht noch höher zu verlieren.

Beachvolleyball: Katrin Holtwick und Ilka Semmler haben als zweites deutsches Duo die K.o.-Runde erreicht. Das Nationalteam gewann ohne große Mühe 2:0 (21:11, 21:10) gegen Natacha Rigobert/Elodie Li Yuk Lo aus Mauritius und ist in der Vorrundengruppe A nach dem zweiten Sieg nicht mehr von Rang drei zu verdrängen. Ob sich die Olympia-Debütantinnen direkt für das Achtelfinale qualifizieren oder an der Relegation teilnehmen müssen, hing vom Ausgang des zweiten Gruppenspiels ab. Bereits am Montag hatten sich die Europameister Julius Brink/Jonas Reckermann direkt für das Achtelfinale qualifiziert. In ihren abschließenden Vorrundenspielen kämpfen am Donnerstag außerdem die Ex-Europameisterinnen Sara Goller/Laura Ludwig sowie Jonathan Erdmann/Kay Matysik um den Einzug in die K.o.-Runde.