Judoka Andreas Tölzer kämpft um Medaille
Olympia-Nachrichten in Kürze / / Veröffentlicht am , im OlympiatickerGreift nach einer Medaille: Judoka Andreas Tölzer.
(Foto: dpa)Judo, Männer über 100 kg: Judo-Schwergewicht Andreas Tölzer steht bei den Olympischen Spielen in London im Halbfinale und ist nur noch einen Sieg von einer Medaille entfernt. Der 32-Jährige aus Mönchengladbach bezwang im Halbfinale den Ungarn Barna Bor und kämpft am Nachmittag gegen den Weltranglistendritten Rafael Silva (Brasilien) oder den WM-Dritter Alexander Michailin (Russland) um den Einzug ins Finale. Ebenfalls in der Vorschlussrunde steht Tölzers großer Kontrahent, Frankreichs Rekordweltmeister Teddy Riner. Bor kassierte gegen den zweimaligen Vizeweltmeister Tölzer zwei Verwarnungen, was eine kleine Wertung zur Folge hatte, die einzige im Kampf. Zuvor hatte Tölzer den Rumänen Vadut Simionescu und den Georgier Adam Okruaschwili souverän bezwungen.
Rudern, Marcel Hacker: Der ehemalige Ruder-Weltmeister Marcel Hacker aus Frankfurt/Main hat zwölf Jahre nach Olympiabronze in Sydney sowie zwei verpassten Teilnahmen 2004 und 2008 im olympischen Einer-Finale auf dem Lake Dorney abgeschlagen den sechsten Platz belegt. Gold ging nach 2000 Metern an den Weltmeister und Peking-Dritten Mahe Drysdale aus Neuseeland vor dem tschechischen Vizeweltmeister Ondrej Synek. Bronze sicherte sich der WM-Dritte Alan Campbell aus Großbritannien.
Beachvolleyball, Frauen-Achtelfinale: Sara Goller und Laura Ludwig stehen nach einem Sieg im deutsch-deutschen Duell im Viertelfinale des olympischen Beachvolleyballturnieres. Die Ex-Europameisterinnen aus Berlin triumphierten im ersten Achtelfinale von London souverän mit 2:0 (21:16, 21:15) gegen Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Gegner von Goller/Ludwig in der Runde der letzten Acht werden voraussichtlich die topgesetzten Weltmeisterinnen Larissa/Juliana aus Brasilien sein. Holtwick/Semmler treten als Olympia-Neunte die Heimreise an. Die beiden deutschen Männer-Teams spielen ihr Achtelfinale am Samstag. Die Europameister Julius Brink/Jonas Reckermann treffen auf ihrem Weg zur ersten deutschen Beach-Olympiamedaille seit zwölf Jahren auf die Letten Samoilovs/Sorokins. Jonathan Erdmann/Kay Matysik spielen gegen die topgesetzten Weltmeister Alison/Emanuel.
Kugelstoßen, David Storl: Weltmeister David Storl hat am Freitag für den geglückten deutschen Leichtathletik-Auftakt bei Olympia in London gesorgt. Mit 21,15 m im ersten Versuch qualifizierte sich der Chemnitzer Kugelstoßer für das Finale am Abend (21.30 Uhr). Der 22-Jährige übertraf damit deutlich das Limit von 20,65 m für den Vorstoß in den Endkampf der zwölf Besten. "Nach dem Einstoßen war ich schon nervös und hatte Angst, das Ding zu verkacken", sagte Storl, "ich hatte ganz schön Probleme, in den Tag zu kommen." Er habe sich vorgenommen, seine Bestleistung zu bringen, und das sei "mit der Vorleistung am Morgen möglich".
Schwimmen: Die deutsche Männer-Schwimmstaffel hat über 4 x 100 Meter Lagen das olympische Finale erreicht. Helge Meeuw, Christian Vom Lehn, Steffen Deibler und Marco Di Carli schlugen am Freitag in London nach 3:34,28 Minuten als insgesamt Sechste an. Die Frauen-Staffel mit Jenny Mensing, Sarah Poewe, Alexandra Wenk und Britta Steffen schied dagegen aus. Das Quartett benötigte 3:59,95 Minuten und verpasste als Neunter um 38 Hundertstelsekunden das Finale. Das Männer-Team aus den USA schwamm in 3:32,65 Minuten die beste Zeit. Bei den Frauen war die Staffel aus Australien mit 3:55,42 Minuten am schnellsten.
Über 50 Meter Freistil hatte Britta Steffen zuvor das Halbinfale erreicht. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking schwamm in 24,70 Sekunden die viertbeste Zeit der Vorläufe. Die 28-Jährige blieb damit 33 Hundertstel über ihrer Jahresbestzeit, die sie vor zwei Monaten beim EM-Sieg in Debrecen aufgestellt hatte. Vorlaufschnellste war 100-m-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo (Niederlande) in 24,51.
Schießen, Pistole: Pistolenschütze Ralf Schumann hat bei seiner siebten Olympia-Teilnahme erstmals das Finale mit der Schnellfeuerpistole verpasst. Der 50-Jährige, der in London zum deutschen Rekord-Teilnehmer avanciert war, kam nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang am Freitag auf 577 Ringe und landete damit nicht unter den besten Sechs. Schumann hatte in der ersten Qualifikation am Donnerstag lediglich 287 Ringe erreicht und war mit einer Hypothek in den zweiten Tag gegangen. Der Dusslinger hatte seit 1988 stets das Finale erreicht und dabei drei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen. Besser lief es für Christian Reitz: Er schoss 583 Ringe und besiegte im sogenannten Shootoff Martin Podhrasky im Kampf um den sechsten und damit letzten freien Platz für das Finale am Freitagnachmittag. Reitz setzte sich mit 48:44 gegen den Tschechen durch.
Fechten, Säbel Männer: Nach der Enttäuschung im Einzel haben die deutschen Säbelfechter auch im olympischen Mannschaftswettbewerb eine Medaille verpasst. Das Team mit dem Dormagener Trio Nicolas Limbach, Max Hartung und Benedikt Wagner sowie Björn Hübner aus Tauberbischofsheim verlor am Freitag im Viertelfinale 38:45 gegen die hoch gehandelten Südkoreaner. Dem deutschen Quartett bleibt nur noch die Runde um die Plätze fünf bis acht.
400 Meter Hürden, Männer: Silvio Schirrmeister ist über 400 m Hürden bereits in der ersten Runde gescheitert. Der 23 Jahre alte Chemnitzer blieb in 50,21 Sekunden genau eine Sekunde über seiner Saisonbestleistung und kam nicht über Platz vier in seinem Vorlauf hinaus. Als schnellster aller Starter zog Vize-Weltmeister Javier Culson (Puerto Rico) in 48,33 ins Halbfinale am Samstag ein.
Rudern, Männer: Die neuseeländischen Ruder-Weltmeister Eric Murray und Hamish Bond haben in souveräner Manier die Goldmedaille im Zweier ohne Steuermann gewonnen. Die Topfavoriten wurden auf dem Dorney Lake ihrer Rolle gerecht und siegten mit 4,46 Sekunden Vorsprung vor Germain Chardin/Dorian Mortelette (Frankreich). Dritte wurden die Briten George Nash/William Satch. Für Neuseeland war es das erste Olympia-Gold in dieser Bootsklasse. Anton Braun/Felix Drahotta (Berlin/Rostock) waren im Halbfinale gescheitert.
Rudern, Frauen: Großbritanniens Doppelzweier der Frauen hat das zweite Ruder-Gold für die Gastgeber gewonnen. Anna Watkins und Katherine Grainger fuhren am Freitag auf dem Dorney Lake zu einem nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Silbermedaille ging an Australien. Bronze sicherte sich das Boot aus Polen, das mit zwei Längen Rückstand ins Ziel kam. Der deutsche Doppelzweier war im Halbfinale ausgeschieden.
Sportschießen, Daniel Brodmeier: Gewehrschütze Daniel Brodmeier hat bei den Olympischen Spielen für eine positive Überraschung gesorgt. Der 24-Jährige aus Niederlauterbach belegte am Freitag im Finale der besten Acht mit dem Sportgewehr liegend mit 698,2 Ringen den fünften Platz. Es siegte der Weißrusse Sergej Martinow, die im Vorkampf den Weltrekord von 600 Ringen egalisiert hatte, mit 705,5 Ringen. Zweiter wurde der Belgier Lionel Cox (701,2) vor dem Slowenen Rajmond Debevec (701,0).
Judo, Frauen: Die saudische Judoka Wodjan Shahrkhani ist in der ersten Runde des olympischen Turniers ausgeschieden. Die 16-Jährige, die mit einem Streit um das Tragen der traditionellen islamischen Kopfbedeckung Hidschab für Aufsehen gesorgt hatte, war in ihrem Auftaktkampf gegen die Weltranglisten-13. Melissa Mojica (Puerto Rico) chancenlos und verlor nach 1:22 Minuten durch eine Wurftechnik. Dabei trug Shahrkhani ein Kopftuch - auf diesen Kompromiss hatten sich die saudische Delegation und das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Judo-Weltverband IJF geeinigt. Das Tragen eines Hidschabs, der auch Teile des Gesichts und des Halses bedeckt, war ihr von der IJF verboten worden. Shahrkani ist eine von zwei saudischen Frauen, die bei Olympia in London an den Start gehen. Die zweite Sportlerin ist 800-m-Läuferin Sarah Attar. Das extrem konservative Königreich hatte als letzte Nation Sportlerinnen im olympischen Aufgebot zugelassen und war damit Katar und Brunei gefolgt.
Basketball, "Dream Team": Die US-Basketballer haben in London den höchsten Sieg der Olympia-Geschichte gefeiert. Die NBA-Profis ließen am Donnerstagabend Nigeria beim 156:73 (78:45) überhaupt keine Chance. Die bisherige Bestmarke datierte von den Olympischen Spielen 1988, als Brasilien in Seoul Ägypten mit 138:85 bezwungen hatte. Erfolgreichster Werfer bei den Amerikanern war Carmelo Anthony von den New York Knicks mit 37 Punkten - der Mann von den New York Knicks traf wie er wollte: Ihm gelangen allein zehn Dreier. Noch nie erzielte ein US-Spieler bei Olympia mehr Zähler. Zahlreiche Dunkings führten zu dauergrinsenden Amerikanern auf dem Feld, die ihre eigene Vorstellung selbst kaum glauben konnten.
Die britischen Basketballer haben ihren ersten Sieg hingegen knapp verpasst. Gegen Europameister Spanien unterlagen das Team 78:79 (29:37) und hatte den großen Herausforderer von Topfavorit USA dabei überraschend am Rande einer Niederlage. Bester Werfer bei den schwachen Iberern war Jose Calderon mit 19 Punkten, beim Team GB kam Luol Deng auf 26 Zähler. Spanien ist in der Gruppe B wie Russland weiter ungeschlagen. Großbritannien steht zusammen mit den ebenfalls noch sieglosen Chinesen am Tabellenende.