Erste deutsche Medaille durch Heidemann - nur welche?
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Drama, Verzweiflung, Triumph: Britta Heidemann steht im olympischen Fechtfinale.
(Foto: Getty Images)Fechten, Britta Heidemann: Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann ist ins Finale des olympischen Degen-Wettbewerbs eingezogen und hat dem deutschen Team damit die erste Medaille in London gesichert. Die Fechterin aus Leverkusen triumphierte nach einem dramatischen Duell gegen die Südkoreanerin Shin A Lam mit 6:5 im Sudden Death. Die Entscheidung über eine Wertung ihres letzten Treffers fiel aufgrund vermeintlicher Unregelmäßigkeiten bei der Zeitnahme erst nach 30 Minuten. Im Finale trifft Heidemann auf Jana Schemjakina aus der Ukraine. Nach Team-Silber 2004 und Einzel-Gold 2008 hat Heidemann damit die dritte Olympiamedaille ihrer Karriere sicher.
Turnen: Die deutschen Turner haben am Montag im Teamfinale der Olympischen Spiele eine Medaille klar verfehlt. Nach verpatztem Auftakt beendeten sie den Wettkampf mit 268,019 Punkten auf dem siebten Platz. Der Titel ging nach 2000 und 2008 zum dritten Mal an die Chinesen. Mit 275,997 Punkten setzten sie sich vor dem euphorisch gefeierten Team aus Großbritannien (271,711) durch, das am letzten Gerät noch auf den Silberrang sprang. Bronze ging an die Ukraine (271,526) vor den auf Rang vier abgestürzten Japanern (271,252). Japan legte im Anschluss an den Wettkampf jedoch Protest gegen die Wertung des letzten Turners ein, und zwar erfolgreich: Die Japaner rutschten noch auf Rang zwei vor, die Ukrainer mussten die Bronzemedaillen den Briten überlassen.
Die Hoffnung auf deutsches Edelmetall schien schon zum Auftakt am "Zitter"-Pferd gestorben, als Andreas Toba und Philipp Boy schwer patzten. Doch dann setzten die Deutschen zu einer Aufholjagd an, die aber mit dem erneuten Absturz von Philipp Boy ihr Ende fand. Hervorragend präsentierte sich hingegen Fabian Hambüchen an seinen fünf Geräten und krönte seinen Auftritt mit einer perfekten Reck-Übung, die von den Kampfrichtern die Spitzennote 16,166 erhielt.
Synchronspringen: Die Wasserspringer Sascha Klein und Patrick Hausding haben im Synchronwettbewerb vom Turm eine Medaille überraschend deutlich verpasst. Die Olympiazweiten von Peking 2008 kamen auf 446,07 Punkte und mussten sich beim Sieg der Chinesen Cao Yuan und Zhang Yanquan (486,78) mit dem siebten Platz zufrieden geben. Silber gewannen die Mexikaner German Sanchez/Ivan Navarro (468,90) vor den US-Amerikanern Nicholas McCrory/David Boudia (463,47). Die fünfmaligen Europameister Hausding und Klein konnten es damit Ditte Kotzian und Heike Fischer nicht gleichtun, die 2008 in Peking als Wasserspringer vom 3-m-Brett mit Bronze die erste Medaille für das deutsche Olympiateam gewonnen hatten.
Reiten, Vielseitigkeit: Die deutsche Mannschaft der Vielseitigkeitsreiter hält bei den Olympischen Spielen nach zwei der drei Disziplinen Kurs auf die Goldmedaille. Mit insgesamt 124,70 Strafpunkten beendete der Olympiasieger von 2008 das Geländereiten in Greenwich und behielt die in der Dressur am Wochenende eroberte Führung vor Großbritannien (130,20) und Schweden (131,40). In den beiden abschließenden Springprüfungen an Dienstag sind auch Medaillen in der Einzelwertung möglich. Ingrid Klimke (Münster/39,30) auf Butts Abraxxas liegt auf Platz eins, zusammen mit der Schwedin Sara Algotsson Ostholt. Platz drei nimmt Welt- und Europameister Michael Jung (Horb/40,60) auf Sam ein. Vize-Europameisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) auf Opgun Louvo belegt Rang sieben (44,80). Auf dem 16. Platz folgt Dirk Schrade (Sprockhövel/50,60) auf King Artus. Peter Thomsen (Lindewitt/63,70) auf Barny verbesserte sich von Rang 58 auf den 30. Platz.
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Beachvolleyball: Die Beachvolleyball-Europameister Julius Brink (Leverkusen) und Jonas Reckermann (Köln) haben bei den Olympischen Spielen in London das Achtelfinale erreicht. Der 2:1-Sieg (13:21, 21:19, 15:8) am Montag gegen die an Position zehn gesetzten Chinesen Wu Penggen und Xu Linyin bedeutete bereits nach dem zweiten Spiel in Gruppe C den Einzug unter die besten 16 Teams des Turniers. Zum Abschluss der Vorrunde treffen Brink/Reckermann am Mittwoch auf die Schweizer Sascha Heyer/Seba Chevallier.
Gewichtheben, Frauen: Li Xueying aus China ist Olympiasiegerin im Gewichtheben. Die 22 Jahre alte Vizeweltmeisterin gewann am Montag die Konkurrenz in der 58-Kilo-Klasse mit 246 Kilogramm im Zweikampf (Reißen 108/Stoßen 138). Silber ging an Pimsiri Sirikaew aus Thailand (236 kg), Bronze gewann die Ukrainerin Julia Kalina (235 kg). Vizeweltmeisterin Christin Ulrich aus Schmalkalden wurde 13. Die 21-Jährige vom ASV Ladenburg hatte in der B-Gruppe drei deutsche Rekorde aufgestellt. Im Zweikampf erreichte sie 207, im Reißen 93 und im Stoßen 114 Kilo.
Kanu, Slalom: Jasmin Schornberg aus Hamm ist bei den Olympischen Spielen zum Abschluss der Kanuslalom-Qualifikation ihren Teamkollegen Hannes Aigner und Sideris Tasiadis ins Halbfinale gefolgt. Im einzigen Frauen-Wettbewerb zog die Weltmeisterin von 2009 am Montag im Lee Valley White Water Centre als Achte der Ausscheidung in die Vorschlussrunde am Donnerstag ein. Im zweiten Lauf war Jasmin Schornberg trotz einer Steigerung auf 102,14 Sekunden vom sechsten auf den achten Rang zurückgefallen. Am Vortag hatten die Augsburger Aigner im Kajak und Tasiadis im Canadier die Medaillenrunde erreicht. Dagegen waren am Montag die Leipziger David Schröder und Frank Henze im Zweier-Canadier als Elfte gescheitert.
Schwimmen, Vorläufe: Die deutschen Schwimmer haben am dritten Wettkampftag im olympischen Becken ihre Vorläufe gut überstanden. Sowohl Silke Lippok als auch Theresa Michalak müssen sich jedoch am Abend steigern, um eine Chance auf den Endlauf zu haben. Vize-Europameisterin Lippok schlug über 200 Meter Freistil nach 1:58,59 Minuten an und erzielte in der Addition aller Vorläufe Platz 13. Damit steht die 18-Jährige im Halbfinale am Abend, blieb aber vier Zehntel über ihrer Zeit von der EM im Mai und fast eine Sekunde über ihrer Saisonbestleistung.
"Es hat sich nicht so gut angefühlt. Ich war noch ein bisschen müde", sagte Lippok. "Aber es ist schon okay. Das Ziel war es, ins Halbfinale zu kommen, ob als Fünfte oder 13., ist egal." Über 200 Meter Lagen erreichte Kurzbahn-Europameisterin Theresa Michalak in 2:12,75 als Elfte das Semifinale. Nicht zu schlagen war erneut die 16-Jährige Chinesin Ye Shiwen, die sich am Samstag über die doppelte Distanz Olympiagold in Weltrekordzeit gesichert hatte. Die Weltmeisterin schwamm in 2:08,90 deutlich die beste Zeit.
Steigern muss sich Michael Phelps. Über 200 Meter Schmetterling schwamm der 27-Jährige einen Tag nach Silber mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel in 1:55,53 auf Rang fünf. Ohne deutsche Beteiligung gewann der Österreicher Dinko Jukic in 1:54,79 Minuten die Vorläufe über 200 Meter Schmetterling. Im Finale am Dienstag könnte Phelps zum dritten Mal nacheinander Gold auf dieser Strecke gewinnen. Das gelang zuvor noch keinem Schwimmer. Seine erste Chance auf diese Bestmarke hatte er über 400 Meter Lagen am Samstag mit Platz vier deutlich vergeben.