Britische Ruderer holen viertes Gold

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Olympia-Nachrichten in Kürze
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Der britische Vierer bei der Siegerehrung am Dorney Lake.

(Foto: Getty Images)

Rudern, Großbritannien: Katherine Copeland und Sophie Hosking haben dem Olympia-Gastgeberland Großbritannien bereits die vierte Goldmedaille bei den Ruder-Wettbewerben auf dem Dorney Lake beschert. Im leichten Doppelzweier der Frauen siegten sie überlegen vor den Chinesinnen Xu Dongxiang/Huang Wenyi. Nur Bronze holten sich die griechischen Weltmeisterinnen Christina Giazitzidou/Alexandra Tsiavou. Lena Müller/Anja Noske (Ulm/Saarbrücken) belegten im Finale den sechsten und letzten Platz. Kurz zuvor hatte sich das Paradeboot der Briten - der Vierer ohne Steuermann - nach hartem Kampf gegen Australien durchgesetzt, Bronze gewann die Mannschaft aus den USA. Das Boot mit Schlagmann Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Urs Käufer und Gregor Hauffe musste schon nach 500 Metern abreißen lassen und wurde nur Sechster.

Die britischen Topfavoriten Zac Purchase und Mark Hunter verpassten nach ihrem Triumph in Peking 2008 jedoch das erneute Olympia-Gold im leichten Doppelzweier auf den letzten Metern. Die Weltmeister dominierten das 2000-m-Rennen lange Zeit, wurden aber im Schlussspurt von den dänischen Peking-Dritten Mads Rasmussen/Rasmus Quist noch abgefangen. Bronze ging an die Vizeweltmeister Uru/Peter Taylor aus Neuseeland. Die WM-Vierten Linus Lichtschlag/Lars Hartig belegten den sechsten und letzten Platz.

Basketball, Männer: Die Auswahl Frankreichs steht dicht vor dem Viertelfinaleinzug. Angeführt von NBA-Mann Tony Parker gewann die "Equipe Tricolore" 73:69 (35:27) gegen Afrikameister Tunesien und hat vor dem letzten Vorrundenspieltag beste Aussichten auf das Erreichen der K.o.-Runde. Russland gewann das Spitzenspiel gegen Spanien mit 77:74 (32:40) und steht damit als Sieger der Parallelgruppe B fest. Der Russe Witali Fridson, bereits Matchwinner beim Sieg gegen Brasilien, sorgte auch gegen Europameister Spanien für die Entscheidung. Der Guard vom BC Khimki verwandelte vier Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe zum Endstand. Bei den Franzosen überzeugte Parker, Spielmacher der San Antonio Spurs, mit 22 Punkten als Topscorer. Nicolas Batum vom NBA-Ligakonkurrenten Portland Trail Blazers steuerte 19 Zähler bei. Vize-Europameister Frankreich hat in London abgesehen von der deutlichen Auftaktniederlage gegen Goldfavorit USA alle Spiele gewonnen und steht vorzeitig im Viertelfinale, falls die Amerikaner wie erwartet Litauen schlagen und Argentinien danach gegen Nigeria gewinnt.

Rudern, Frauen: Als erste tschechische Ruderin in der olympischen Geschichte hat Mirka Knapkova eine Goldmedaille gewonnen. Die 31 Jahre alte Weltmeisterin gewann auf dem Dorney Lake in souveräner Manier den Einer und lag im Ziel 3,35 Sekunden vor der Dänin Fie Udby Erichsen. Bronze ging an die Australierin Kim Crow, die in London im Doppelzweier schon Silber geholt hatte. Marie-Louise Dräger (Rostock) war im Halbfinale gescheitert.

Schießen, Frauen: Auch Weltmeisterin Barbara Engleder hat die erste Medaille für die deutschen Schützen verfehlt. Im Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr wurde die 29-Jährige am Samstag mit 680,8 Ringen Sechste. Zu Bronze fehlten ihr nach dem Finale 2,2 Ringe. "Heute lief es im Wettkampf überhaupt nicht", sagte Engleder selbstkritisch. Olympiasiegerin wurde die Amerikanerin Jamie Lynn Gray mit olympischen Rekord (691,9). Silber holte Ivana Maksimovic aus Serbien (687,5). Den dritten Platz belegte die Tschechin Adela Sykorova, die nach dreimal 20 Schuss aus 50 Metern auf 683 Ringe kam. Unglücklich war in der Qualifikation das Ausscheiden von Sonja Pfeilschifter. Die WM-Zweite lag bis zur letzten Disziplin klar auf Medaillenkurs, kam dann aber unter Zeitdruck und schoss in der letzten Serie im Kniend-Anschlag zweimal eine Acht und dazu noch vier Neunen. Die 41-Jährige verfehlte auf Platz 19 auch bei ihrer fünften Olympia-Teilnahme eine Medaille.

Volleyball, Deutschland: Die deutschen Volleyballer haben bei den Olympischen Spielen in London den zweiten Sieg gefeiert. Zwei Tage nach dem Fünf-Satz-Erfolg gegen Europameister Serbien bezwang die Auswahl von Bundestrainer Vital Heynen Außenseiter Tunesien am Samstag mühelos mit 3:0 (25:15, 25:16, 25:16) und wahrte damit ihre Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes boten gegen die Nordafrikaner eine konzentrierte Vorstellung und waren in allen Belangen überlegen. Am Montag steht für die deutschen Männer die letzte Vorrundenpartie gegen Weltmeister Brasilien an.

Degenfechten, Team: Die deutschen Degenfechterinnen um die Olympiazweite Britta Heidemann haben im Teamwettbewerb ihr Auftaktgefecht verloren und damit das Halbfinale verpasst. Heidemann (Leverkusen), Imke Duplitzer (Bonn) und Monika Sozanska (Heidenheim) unterlagen dem WM-Zweiten China 42:45. Für das deutsche Trio geht es jetzt nur noch um die Plätze fünf bis acht. Damit bleibt es für die deutschen Fechter bei den Olympischen Spielen durch den zweiten Platz von Heidemann im Einzel bei nur einer Medaille. Am Sonntag treten die deutschen Florett-Herren um Peking-Sieger Benjamin Kleibrink und den viermaligen Weltmeister Peter Joppich in der Teamentscheidung zum letzten Fechtwettbewerb in London an.

Schwimmen, Steffen Deibler: Der Hamburger Steffen Deibler wurde nach einer starken Leistung im Endlauf über 100 Meter Delfin unglücklicher Vierter - es ist aber die bislang beste Einzel-Platzierung eines deutschen Schwimmers in London. Deibler wurde erst auf den letzten Metern von Platz zwei verdrängt. "Aber ich bin Vierter in der Welt, das macht mich glücklich. Es war gigantisch", sagte der Hamburger. In 51,81 Sekunden teilte er sich den vierten Rang mit dem Peking-Zweiten Milorad Cavic aus Serbien.

Das Maß aller Dinge war einmal mehr Phelps, der in 51,21 Sekunden die zeitgleichen Jewgeni Korotischkin aus Russland und Chad le Clos aus Südafrika auf Platz zwei verwies. "Ich bin glücklich, dass mir der erfolgreiche Abschluss geglückt ist", sagte Phelps: "Ich kann es noch nicht realisieren. Ich bin noch im Wettkampfmodus."

Beachvolleyball, Männer: Für die deutschen Beach-Volleyballer Jonathan Erdmann und Kay Matysik sind ihre ersten Olympischen Spiele im Achtelfinale zu Ende gegangen. Gegen die an Eins gesetzten Top-Favoriten Alison Cerutti und Emanuel Rego aus Brasilien hatte das deutsche Doppel beim 16:21, 14:21 am Samstag in London keine Chance. Der Potsdamer Erdmann und der Berliner Matysik waren erst über die Hoffnungsrunde in die K.o.-Runde gekommen. Das brasilianische Team mit dem Olympiasieger von 2004, Rego, trifft im Viertelfinale am Montag auf die Polen Mariusz Prudel und Grzegorz Fijalek.

Nadja Drygalla, Zuspruch: Der Vorsitzende des Heimatvereins von Nadja Drygalla hat die wegen privater Kontakte zur rechtsextremen Szene aus London abgereiste Ruderin verteidigt. "Nadja ist bei uns nie durch rechtsradikales Gedankengut aufgefallen. Ich finde es erbärmlich, dass ein junges Mädchen in Sippenhaft genommen wird", sagte der Vorsitzende des ORC Rostock, Walter Arnold, dem Nachrichtenmagazin Focus. Drygalla war nach einem Gespräch mit der deutschen Mannschaftsleitung am Donnerstag aus dem Olympischen Dorf abgereist. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte am Freitag Kontakte der früheren Polizeianwärterin zu Rechtsextremisten bestätigt. Im vergangenen Jahr sei im Ministerium bekannt geworden, dass "auch Personen zum Bekanntenkreis von Nadja Drygalla gehören, die der offen agierenden rechtsextremistischen Szene zugehörig sind", teilte der Unionspolitiker in Schwerin mit.

Tischtennis, Kritik: Tischtennis-Bundestrainer Jörg Roßkopf hat den Zeitplan des olympischen Mannschafts-Turniers kritisiert. Während das deutsche Europameister-Team am Freitagabend gegen Schweden spielen musste, hatte der große Favorit China spielfrei, "Das ist eine Katastrophe", monierte der frühere Doppel-Weltmeister nach dem 3:1-Zittersieg der DTTB-Auswahl. "Es ist nicht einzusehen, warum die Chinesen einen freien Tag haben und wir nicht." Besonders benachteiligt fühlte sich Roßkopf, weil der frisch gekürte Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov bereits einen Tag nach seinem Bronze-Match wieder an den Tisch musste. Olympiasieger Zhang Jike und der Silbermedaillengewinner Wang Hao konnten sich hingegen von den Strapazen des Einzel-Finaltages länger erholen. Die Chinesen bestritten ihr Auftaktmatch am Samstag, die DTTB-Auswahl hatte einen Ruhetag. Erst von Sonntag an spielen alle Mannschaften zeitgleich.

Schwimmen, Britta Steffen: Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hat doch noch die Wende geschafft und ist über 50 Meter Freistil als Vierte ins Olympia-Finale eingezogen. Zuvor schied die in die Kritik geratene Berlinerin mit der Lagenstaffel aus. Das Männerquartett schaffte es auf Position sechs in den Endlauf. Steffen zeigte gegenüber dem Halbfinal-Aus über die doppelte Distanz in 24,57 Sekunden eine deutliche Steigerung und darf zum Abschluss am Samstag doch noch von einer Medaille träumen. "Ich bin sehr glücklich. Das Finale war mein Ziel. Ich freue mich, dass ich dabei sein kann. Es wäre super, wenn ich nach einer Medaille greifen kann. Ich schaue positiv nach vorne", sagte Steffen.

Zugleich bestritt sie Berichte über eine Anti-Steffen-Stimmung innerhalb der Mannschaft und bezeichnete entsprechende Behauptungen als Lüge. "Natürlich zieht einen das runter. Es ist nicht konstruktiv, wenn man noch mal schnell schwimmen will. Vor allem wenn es Lügen sind, weil es mich bei anderen Menschen ganz schön unbeliebt und schlecht macht", sagte Steffen: "Die Mannschaft hat sich insofern geäußert, dass alle hinter mir stehen. Wenn ich Fehler gemacht habe, tut es mir leid. Ich versuche, daraus zu lernen."

Tischtennis: Einen Tag nach Bronze im Einzel zog Dimirij Ovtcharov mit seinen Kollegen Timo Boll und Bastian Steger nach einem schwer erkämpften 3:1-Sieg gegen Schweden in das Viertelfinale des olympischen Team-Wettbewerbs ein. "Wir greifen auch mit der Mannschaft an", hatte Ovtcharov angekündigt. Timo Boll war nach seiner Einzel-Pleite weiterhin von der Rolle, gegen Schwedens Oldie Jörgen Persson (46) ging aber nichts beim deutschen Ausnahmespieler - Boll verlor 1:3. Als der deutsche Meister Steger bei seinem 3:0-Sieg gegen Jörgen Persson seinen zweiten Matchball verwandelte, war der Jubel bei Bundestrainer Jörg Roßkopf und den Mitspielern ähnlich groß wie nach einem Medaillengewinn.

Auch die deutschen Damen erreichten durch ein glattes 3:0 gegen Außenseiter Australien das Viertelfinale. "Das war ein Pflichtsieg. Gegen Japan wird es ungleich schwerer", sagte Bundestrainerin Jie Schöpp mit Blick auf den Samstag-Gegner. Bei der Team-WM im Mai in Dortmund hatten die Japanerinnen die deutsche Auswahl gleich zweimal mit 3:0 besiegt.

Basketball, Dunking einer Frau: Die australische Basketballerin Elizabeth Cambage hat mit dem ersten Dunking einer Frau bei den Olympischen Spielen für das Highlight des vorletzten Vorrundenspieltags in London gesorgt. Die 20-Jährige war nicht nur verantwortlich für einen besonderen Moment: Sie verbuchte insgesamt beim 70:66 (32:30) gegen Russland 17 Punkte und hatte großen Anteil am Sieg. Der neue Tabellenführer Australien, Russland und Frankreich stehen im Viertelfinale, das letzte Ticket in der Gruppe B buchte Kanada durch einen 79:73 (39:25)-Sieg über Brasilien, das keine Chance mehr hat. Neben den Südamerikanerinnen ist auch Gastgeber Großbritannien gescheitert. In der Gruppe A unterlag China der Türkei deutlich mit 55:82 (27:39). Schlusslicht Angola verlor 56:75 (32:41) gegen Kroatien und kassierte die vierte Niederlage im vierten Spiel. China und die Türkei haben ihr Viertelfinal-Ticket genauso sicher wie die USA. Der Weltmeister schlug Tschechien am Abend in der Neuauflage des WM-Finales 88:61 (48:38) und bleibt Spitzenreiter. 

Leichtathletik, 10.000 Meter: Sabrina Mockenhaupt ist im 10.000-Meter-Finale bei den Olympischen Spielen in London am Freitagabend abgeschlagen auf dem 17. Platz ins Ziel gekommen. Die Siegenerin (31:50,35 Minuten) kam gut eineinhalb Minuten nach der Goldmedaillengewinnerin Tirunesh Dibaba aus Äthiopien ins Ziel, die 30:20,75 Minuten lief und ihren Triumph von Peking wiederholte. Die Silbermedaille sicherte sich die Kenianerin Sally Jepkosegi (30:26,37). Sie besiegte ihre Landsfrau, die Weltmeisterin Vivian Cheruiyot, im Sprint.

Leichtathletik: Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer steht am Samstag im Finale. Der Hamburger qualifizierte sich am Freitagabend mit 7,92 Metern für den Kampf um die Medaillen. Dagegen scheiterte Teamkollege Christian Reif aus Ludwigshafen trotz gleicher Weite als 13. der Qualifikation denkbar unglücklich. Auch Alyn Camara aus Leverkusen schied mit 7,72 Metern aus. Reif hatte 2010 den EM-Titel gewonnen, Bayer erst in diesem Sommer in Helsinki. Beste in der Qualifikation waren der US-Amerikaner Marquise Goodwin und der Brasilianer Mauro da Silva mit jeweils 8,11 Metern.

Leichtathletik, 1500 Meter: Mittelstreckler Carsten Schlangen hat die erste Runde über 1500 Meter erfolgreich überstanden. Der mit einem Last-Minute-Ticket nach London gekommene Berliner erreichte in seinem Vorlauf mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung den fürs Weiterkommen notwendigen sechsten Rang. Schlangen lief in dem taktisch geprägten Rennen 3:41,51 Minuten. Das Halbfinale der besten 24 steht am Sonntag (21.15 Uhr MESZ) auf dem Programm.