Snowboard? Skicross? Shorttrack? Wo in Vancouver eine jugendliche Olympia-Party gefeiert wurde, holte Deutschland keine einzige Medaille. Das soll sich ändern.
Liegt es an der Bergwacht, die es in den deutschen Alpen verhindert, dass sich mutige Mädchen und Jungs freudig im Tiefschnee waghalsige Hänge hinunterstürzen? Oder doch eher an den zu konservativen Vereinsvorsitzenden, die Kinder mit ausgefallenen Frisuren und auffälligen Kleidern lieber gleich wieder wegschicken?
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Eine von vielen Sportsoldaten im deutschen Wintersport: Kati Wilhelm, Biathletin. (© Foto: dpa)
Solchen Fragen will Thomas Bach, der oberste Mann des deutschen olympischen Sports, in den kommenden Monaten nachspüren. Zu den olympischen Ritualen gehört es, dass nach den Spielen die Ergebnisse analysiert werden: Wo waren die Deutschen dieses Mal gut? Wo können sie beim nächsten Mal noch besser sein?
Beim Blick nach Kanada fällt da schnell auf: Gut waren die Frauen und Männer in Schwarz, Rot und Neongelb in Whistler, wo Ski gefahren, mit Skiern und Waffen durch die Wälder gerannt und den Eiskanal hinuntergedonnert wurde. Gar nicht gut lief es hingegen in und um Vancouver, wo täglich eine jugendliche Olympia-Party gefeiert wurde, dass die Bass-Boxen nur so krachten. Seit 1992 sind drei Sportarten ins Programm der Winterspiele gerückt: Snowboard, Freestyle, Shorttrack. In ihnen gab es 60 Medaillen zu gewinnen.
Von denen holte Deutschland: keine einzige. Für ein Land, das die Spiele in acht Jahren ausrichten will und dessen Bewohner den Wintersport angeblich in ihrer DNA tragen, wie die Bewerbungs-Botschafterin Katarina Witt behauptet, ist das ein bisschen wenig. Die Edelmetall-Plaketten sind nicht alles bei Olympia, aber sie sind ein guter Indikator dafür, wie ernst es einem Sportsystem ist, das Vielfalt proklamiert.
In jeder dritten Sportart, die in Vancouver ausgetragen wurde, blieben die Besten von den Deutschen unbehelligt. Das darf nicht so bleiben, wenn das so bleiben soll mit dem für rund 140 Millionen Euro jährlich an Steuergeld erkauften Spitzenplatz im Medaillenspiegel. "Mit den üblichen Fördermaßnahmen kommen wird da nicht weiter", fürchtet allerdings Ober-Olympier Bach, der sich deshalb nicht weniger wünscht, als "ein Umdenken in der Sportkultur".
Die besteht in vielen Spitzensport-Verbänden hierzulande derzeit vor allem darin, möglichst viele Talente möglichst früh in einer Sportfördergruppe unterzubringen und ihnen eine Uniform der Bundeswehr, der Bundespolizei oder des Zolls überzustreifen. Nur an drei Medaillen, die Deutsche in Kanada holten, waren diese Institutionen unbeteiligt. Das kann ein Spaß werden, wenn jetzt der Kulturwandel kommt und es heißt: Frauen! Männer! Linksum! Ab in die Halfpipe!
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(SZ vom 01.03.2010)
Also ich habe bislang noch keinen Bergwachtler gesehen der sich vor einen Tiefschneehang stellt und Leute daran hindert Ski zu fahren. Faszinierend dagegen ist es zu beobachten, wie Sub-Kulturen nahezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit entstehen und auch wieder verschwinden. Das beschauliche Garmisch tauschte erst vor einigen Jahren die einzige Halfpipe des deutschen Alpenraums gegen eine schöne breite Piste für Pelzbemäntelte LuxusSkiTouris ein. Die weiten Klamotten der Freestyler störten scheinbar das schöne Ortsbild und so dauerte es auch nicht lange und die Szene zog weiter. Was bleibt ist ein fader Nachgeschmack und die Verwunderung darüber dass wir in der Halfpipe "nix zerreissen".
2 x Gold bei den Männern auf Rodel und Bob, hingegen
0 x Gold 0 x Silber 0 x Bronce bei Alpinski, Biatlon, auf Schlittschuhen und Snowboards
Bis auf die zuvor gescholtenen Langläufer und Skispringer sieht es bei den Männern ganz finster aus.
Was läuft eigentlich im deutschen Eishockey ab, dass wir uns vor Kleinstaaten, die kaum eine Eishalle haben, fürchten müssen?
Sorry, falls ich es nicht verstanden habe...
macht es ja auch nicht.
Brasch spricht von sauberen Spielen. Wieso glaube ich Franke? Allerdings muss ich sagen, dass auch der Kampf der Pharmazeutischen Industrien sienen Reiz hat, BASF kann offenbar noch mithalten mit seinen Konkurrenten in Kanada, USA und Norwegen. Wir sind ganz oben dabei dank unserer überlegenen Dopingtechnik. So sehe ich es.
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