Ad-Hoc-Gericht lehnt Pechstein-Antrag ab, die Biathlon-Männer laufen erneut hinterher, Friesinger enttäuscht über 1000 Meter, Biathletin Wilhelm landet auf Platz vier.
Claudia Pechstein darf definitiv nicht bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver an den Start gehen. Die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) hat am Donnerstag den Antrag der wegen erhöhter Blutwerte gesperrten Eisschnellläuferin abgewiesen. Die Berlinerin wollte ihre Teilnahme im Teamwettbewerb am 26./27. Februar erzwingen. Eine Anhörung hatte nicht stattgefunden. Dies teilte der CAS am Donnerstag (Ortszeit) mit.
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Kati Wilhelm wurde im Einzelrennen der Frauen Vierte. (© Foto: Getty)
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Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma hat über 1000 Meter eine Medaille deutlich verpasst. Die 16-malige Weltmeisterin aus Inzell belegte am Donnerstag (Ortszeit) in 1:17,71 Minuten nur den 14. Platz. Die favorisierte Kanadier Christine Nesbitt gewann im Richmond Olympic Oval in 1:16,56 das dritte Olympia-Gold für die Gastgeber. Silber und Bronze ging an die Niederländerinnen Annette Gerritsen (1:16,58) und Laurine van Riessen (1:16,72). Monique Angermüller belegte Rang 22. Ihre Berliner Klubkollegin Jenny Wolf, die Silbermedaillengewinnerin über 500 Meter, wurde 17.
Biathletin Tora Berger hat die 100. Goldmedaille für Norwegen bei Olympischen Winterspielen gewonnen. Die 28 Jahre alte WM-Dritte gewann das 15-km-Einzelrennen in der Loipe im Whistler Olympic Park nach einem Schießfehler in 40:52,8 Minuten. Mit einem Rückstand von 20,7 Sekunden belegte die Kasachin Jelena Chrustalewa Rang zwei vor der Weißrussin Darya Domratschewa, die 28,2 Sekunden hinter der Siegerin lag. Magdalena Neuner, die zuvor Silber im Sprint und Gold in der Verfolgung gewonnen hatte, hatte nach drei Fahrkarten am Schießstand und einem Rückstand von 1:49,3 Minuten dieses Mal mit der Medaillenvergabe nichts zu tun und wurde am Ende Zehnte. Beste eines deutschen Quartetts war die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis auf Rang vier, Sechste wurde Andrea Henkel aus Großbreitenbach.
Emil Hegle Svendsen hat das Olympia-Einzelrennen der Biathleten gewonnen. Der 24 Jahre alte Norweger setzte sich am Donnerstag in Whistler vor seinem Teamkollegen Ole Einar Björndalen und Sergej Nowikow aus Weißrussland durch, die zeitgleich Silber holten. Biathlon-Superstar Björndalen gewann somit seine zehnte Olympia-Medaille. Die deutschen Athleten gingen auch im dritten Wettbewerb leer aus und erlebte den schlechtesten Olympia-Auftakt seit zwölf Jahren.
Gleich acht Stürze haben das Auftakttraining für die Zweierbob-Rennen bei den Olympischen Winterspielen überschattet. Auch Karl Angerer aus Königssee erreichte am späten Mittwochabend (Ortszeit) im ersten Durchgang auf der schnellen Piste im Whistler Sliding Centre in seinem Bob nur auf der Seite liegend das Ziel. Der Schweizer Mitfavorit Beat Hefti stürzte ebenso wie sein Landsmann Daniel Schmid. Er sagte daraufhin den Start ab. Große Probleme im Eiskanal mit 16 Kurven hatte auch der Niederländer Edwin van Calker. Im zweiten Durchgang erwischte es den Australier Christopher Spring. Sein Anschieber Duncan Harvey wurde nach dem Sturz mit einem Krankenwagen ins Hospital gebracht. Der Olympia-Debütant klagte über starke Rückenschmerzen. Die medizinische Untersuchung zeigte jedoch keine schwereren Verletzungen. Daher wollten Harvey und Spring am Donnerstag wieder ins Training zurückkehren.
Vor der olympischen Entscheidung auf der Großschanze droht ein Material-Streit zwischen Österreichs Skispringern und Olympiasieger Simon Ammann. Der Schweizer flog auf der Normalschanze mit einer neuen Ski-Bindung zum Gold, was den Argwohn der Konkurrenz erregt hat. Die Österreicher wollen nun prüfen lassen, ob Ammanns Bindung zulässig ist. Einen Protest erwägt der ÖSV derzeit jedoch nicht. "Es geht um die Zukunft und nicht um die Vergangenheit", stellte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner.
Der Eisschnelllauf-Weltverband ISU hat die Zuständigkeit des Ad-hoc-Gerichts in Vancouver im Fall Claudia Pechstein infrage gestellt. Dies geht aus einer ISU-Stellungnahme hervor, die vom Internationalen Sportgerichtshof Cas angefordert worden war. Darin wird zudem erklärt, dass für die ISU juristisch allein der Richterspruch des Cas vom 25. November 2009 bindend sei. ISU-Vizepräsident Gerd Zimmermann hatte zuvor bestritten, dass vom Verband die juristische Zuständigkeit der Ad-hoc-Kammer angezweifelt werde. Ob die ISU-Ablehnung Einfluss auf die Entscheidung des Gerichts hat, ist offen. Wie das Verfahren fortgesetzt wird, wollte die Ad-hoc-Kammer frühestens am Donnerstag entscheiden.
Rodler David Möller hat sich an seiner olympischen Silbermedaille im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne ausgebissen. Beim üblichen Posieren für die Fotografen brach dem 28 Jahre alten Olympia-Zweiten eine vor längerer Zeit eingesetzte Beton-Füllung heraus. "Die Fotografen wollten ein Bild haben. Ich sollte die Medaille nur mit den Zähnen halten. Später beim Essen fiel mir plötzlich auf, dass ein Stück des Schneidezahns fehlte", sagte er der Bild-Zeitung und ergänzte: "Da wusste ich, der Zahn ist abgebrochen. Meiner Freundin ist das auch gleich aufgefallen." Das Problem wurde aber schnell und profesionell behoben. "Ich war im Deutschen Haus in Vancouver, da ist auch ein deutscher Zahnarzt, der die Lücke gleich wieder geschlossen hat", berichtete Möller. Gold bekam er aber auch diesmal nicht.
Im Gebäude des "Deutschen Hauses" bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver ist es in der Nacht zum Donnerstag zu einem schweren Unfall gekommen. Ein junger Mann, der kurz zuvor das Gebäude betreten hatte, sprang unvermittelt über ein Geländer im ersten Stock in das Erdgeschoss, in dem sich das "Deutsche Haus" befindet. Dies teilte die Deutsche Sport-Marketing (DSM) mit. Dabei verletzte sich der Mann schwer. Nach dem Unglück wurden sofort Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Über seinen Gesundheitszustand liegen keine weiteren Angaben vor. Das "Deutsche Haus", Treffpunkt für Athleten, Trainer, Offizielle und Sponsoren mit bis zu 450 Gästen pro Abend, ist in der Simon Fraser University (SFU) in Vancouver untergebracht. Der Mann hatte die mit einer Zugangssperre gesicherten Räumlichkeiten der deutschen Einrichtung nicht betreten.
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(sueddeutsche.de/dpa/sid)
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