Aljona Savchenko und Robin Szolkowy erreichen trotz Sturz den dritten Platz. Bobfahrer Lange erleidet einen Rückschlag, Pechstein sorgt für Unruhe. Olympia kompakt

Für die Eiskunstlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy hat es bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver nur zur Bronzemedaille gereicht. Die Chemnitzer Paarläufer mussten sich nach Fehlern in der Kür im Pacific Coliseum mit 210,60 Punkten zwei chinesischen Paaren geschlagen geben. Erste Olympiasieger im Eiskunstlauf aus dem Reich der Mitte wurden die Turin-Dritten Shen Xue und Zhao Hongbo mit 216,57 Punkten vor Pang Qing und Tong Jian mit 213,31 Zählern. Das zweite deutsche Paar, die deutschen Meister Maylin Rausch und Daniel Wende aus Oberstdorf und Essen, belegte mit 138,74 Punkten Platz 17 unter 20 Paaren.

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy

Trotz Sturz glücklich über Bronze: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. (© Foto: rtr)

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Didier Defago hat überraschend das erste olympische Abfahrts-Gold für die Schweiz seit 22 Jahren gewonnen. Defago lag am Montag bei der alpinen Königsdisziplin in 1:54,37 Minuten 7/100 Sekunden vor dem Norweger Aksel Lund Svindal. Bode Miller aus den USA fuhr 9/100 zurück in Whistler auf den Bronze-Rang. Topfavorit Didier Cuche, ebenfalls aus der Schweiz, verpasste durch einen Fehler kurz vor dem Ziel eine mögliche Medaille. Der Ebinger Stephan Keppler verpasste die erhoffte Platzierung unter den besten Zehn deutlich. Zuletzt hatte für die Schweiz Pirmin Zurbiggen 1988 in Calgary in der olympischen Abfahrt triumphiert.

David Speiser ist beim olympischen Snowboardcross-Wettbewerb im Halbfinale der besten Acht gescheitert. Der 29-jährige Oberstdorfer stürzte in seinem Viertelfinale am Montag auf dem Cypress Mountain nach der Kollision mit einem anderen Fahrer. Nach einem weiteren Fahrfehler verpasste er den notwendigen zweiten Platz und belegte nur Platz vier. Am Ende landete er auf dem achten Gesamtrang. Konstantin Schad aus Miesbach war bereits in der Qualifikation gescheitert.

Dario Cologna hat am Montag das erste Schweizer Skilanglauf-Gold bei Olympischen Winterspielen gewonnen. Der 23 Jahre alte Gesamtweltcup-Sieger des Vorjahres gewann in der Loipe im Whistler Olympic Park über 15 km im freien Stil mit 24,6 Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Pietro Piller Cottrer und dem Tschechen Lukas Bauer, der 35,7 Sekunden zurücklag. Bester Deutscher war der Turin-Dritte Tobias Angerer aus Vachendorf auf Platz sieben mit einem Rückstand von 52,2 Sekunden. Mitfavorit Axel Teichmann erlebte als 44. ein Debakel. "Das war mannschaftlich nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Axel war weit weg vom Fenster, René Sommerfeldt auch. Allein mit Tobi können wir zufrieden sein, er hat sich hervorragend verkauft", bilanzierte Bundestrainer Jochen Behle.

Bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme hat Skilangläuferin Charlotte Kalla das erste Gold für Schweden bei den Winterspielen von Vancouver gewonnen. Die 22-Jährige siegte über zehn Kilometer mit 6,6 Sekunden Vorsprung vor Turin-Siegerin Kristina Smigun-Vaehi. 15,9 Sekunden hinter der Siegerin lag die drittplatzierte Norwegerin Marit Björgen. Beste eines deutschen Quartetts war Evi Sachenbacher-Stehle aus Reit im Winkl als Zwölfte mit einem Rückstand von 59,3 Sekunden.

Deutschlands Fahnenträger und Gold-Favorit André Lange muss bei seiner Mission "olympischer Hattrick" im Viererbob einen derben Rückschlag hinnehmen. Anschieber René Hoppe musste seine Reise nach Vancouver nach dpa-Informationen kurzfristig absagen, da eine alte Muskelverletzung in der Wade wieder aufgebrochen ist. Bei einem letzten Test am Sonntag in Oberhof hatte sich die Verletzung so stark bemerkbar gemacht, dass Langes wichtiger Teamkollege für Olympia passen muss. Hoppe sitzt seit zehn Jahren im Schlitten des Ausnahmepiloten und gilt als "Mutter der Kompanie". Für Hoppe wird Alexander Rödiger in Langes Viererbob nachrücken.

Die Rodel-Doppelsitzer Patric Leitner und Alexander Resch haben beim zweiten Training auf dem entschärften Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler aufsteigende Form bewiesen. Die Olympiasieger von 2002 landeten am Montag bei ihren Übungsläufen auf den Rängen vier und zwei. "Der Start ist der Hammer. Da entscheidet sich alles", sagte Steuermann Leitner. Weniger gut lief es bei den Olympia-Zweiten André Florschütz und Torsten Wustlich, die in beiden Trainings-Durchgängen auf Platz sechs fuhren. Deutlich vor der Konkurrenz lagen die österreichischen Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger.

Die Dauer-Affäre Pechstein sorgt nun auch in Vancouver für Unruhe im deutschen Olympia-Team. Am Montag hat die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein überraschend einen Eilantrag beim Ad-hoc-Gericht des Sportgerichtshofes CAS gestellt, um trotz ihrer zweijährigen Doping-Sperre noch den Olympia-Start zu erzwingen. Zudem verschärfte sie ihren Kampf gegen die Internationale Eisschnelllauf-Union (ISU) mit einer Strafanzeige. Experten räumen der Berlinerin wenig Chancen auf eine Olympia-Teilnahme ein. Dennoch meinte ihr Manager Ralf Grengel: "Wenn es eine objektive Beurteilung der vorliegenden Beweise gibt, müssten die Cas-Richter erkennen können, dass Claudia zu Unrecht gesperrt wurde und ihr ein Olympia-Startrecht ermöglichen." Pechstein geht es laut Grengel vor allem um eine Teilnahme im Teamrennen am 26. und 27. Februar.

Zwei Tage vor dem Olympia-Auftakt gegen Schweden hat Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp die Nationalspieler Alexander Barta, Christoph Ullmann und André Reiss nach Hause geschickt. Krupp informierte das Trio, nachdem auch die letzten drei deutschen Nordamerika-Profis ihre NHL-Spiele am Sonntag verletzungsfrei beendeten und damit für die Winterspiele in Vancouver zur Verfügung stehen. "Das ist eine traurige Angelegenheit für die Drei, eine schwierige Sache", hatte Krupp kurz vor der offiziellen Nominierung des 23-Mann-Kaders am Montag betont. "Sie fliegen direkt nach Hause. Es ist schade, aber es ist so", sagte der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), Franz Reindl.

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(sueddeutsche.de/dpa/sid/aum/jüsc)