Gerade diese Goldmedaillen im Turnen sorgten jedoch für eine der größten Kontroversen dieser Spiele. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) forderte den Turn-Weltverband FIG auf, Nachforschungen über das korrekte Alter der drei Turnerinnen He Kexin, Jiang Yuyuan und Yang Yilin anzustellen. Die Drei sehen nicht nur aus wie Kinder im Alter von 14 Jahren.
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Im Internet und in chinesischen Medien waren auch Berichte aufgetaucht, denenzufolge sie wirklich erst höchstens 14 Jahre alt sind. Das Mindestalter für die Olympischen Spiele liegt jedoch bei 16, und die Volksrepublik hatte Pässe mit einem entsprechenden Geburtsdatum für die drei Mädchen vorgelegt. Der Verdacht, dass China betrogen hat, um mit Hilfe von Kindern und gefälschten Pässen Gold zu holen, lastete auch am Schlusstag schwer über diesen Spielen, das IOC ermittelt.
Reaktion Achselzucken
Chinesen reagieren häufig mit einem Achselzucken, wenn sie solche Geschichten hören. Die Jagd auf Goldmedaillen, von der Kommunistischen Partei generalstabsmäßig betrieben, ist ja nicht neu.
China sei viel zu lange als der "Kranke Mann Asiens" verspottet worden, hatte der erste Vorsitzende der Staatlichen Sportkommission im Jahr 1949 erklärt. Und wie sollte dieses unrühmliche Etikett abgestreift werden? "Der Sport könnte diese schwere aber glorreiche Aufgabe übernehmen", sagte damals He Long, der Sportkader. Mao Zedong bezeichnete Chinas ersten Tischtennis-Weltmeister Rong Guotan im Jahr 1959 als "spirituelle Atombombe". Mao meinte das als Lob.
Chinas staatliche Sportförderung hat sich in den vergangenen Jahren massiv um weibliche Athleten gekümmert, weil die Kader dort beim Rivalen USA eine Schwäche erkannt hatten.
27 von 51 chinesischen Goldmedaillen waren von Frauen gewonnen worden - oder von kleinen Mädchen. Aber eben drei mehr als von Männern. Zumindest für Chinas Goldkinder gibt es in diesen Tagen viel zu feiern. Es regnet staatliche Prämiengelder, staatliche Wohnungen als Bonus.
Ein Unternehmer in Chaozhou hat Lin Yue und seinem Vater zusätzlich eine Villa geschenkt.
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(SZ vom 25.08.2008/sma)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
SZ Peking 2008 24.08.08
Heute, am 26.08 noch einen Kommentar zu schreiben ist eigentlich überflüssig, denn den liest wahrscheinlich sowieso keiner mehr -
will sagen:
In China werden die Kinder für einen möglichen Erfolg misshandelt !
Da bin ich jetzt aber überrascht, das hätte ich nicht gedacht !
Da wird mir ja richtig übel - reden wir lieber von etwas anderem.
oder mal anders betrachtet:
in China stehen Menschen offenbar so unter Druck, dass Sie Ihre Exsistenz aufs Spiel setzen und ihre Kinder weggeben, um diese mit psychischer Gewalt und Schlägen zum sportlichen Erfolg zu treiben zu lassen, obwohl Sie wissen, dass die Chance auf diesen Erfolg sehr sehr viel geringer ist, als die Chance auf den großen Absturz.
- liegt das nun ausschliesslich am System ? am Druck der akuten Verhältnisse ?
- wie würden Mitteleuropäer oder Amerikaner mit solchen Verhältnissen oder einem ähnlichen Druck umgehen ?
- Ich denke, dass werden wir in Zukunft feststellen, denn der aktuelle wirtschaftliche und soziale Status wird bei dem eingeschlagenen Weg sicher noch lang nicht das Tal erreicht haben. - worin auch schon ein Teil der Antwort steckt, wie wir (dann) mit solcher Situation umgehen (werden).
Ps: Kinder mit schlechter schulischer und sonstiger Ausbildung sollten für jede Chance dankbar sein !!
Ein schönes Leben noch.
Mit mehr Hohn kann man uns Lesern offenbar nicht begegnen?
Gerade mit dem Ende der Olympischen Spiele solche Schlagzeilen machen...
Chinas Medaillenmaschinerie produziert strahlende Sieger - aber auch unzählige Opfer.
Von Henrik Bork
Mein Lieber Herr Bork, was interessiert das nach den Spielen? Wo waren Sie in den Wochen davor? Und etwas Neues haben Sie damit auch nicht geschrieben.
Viel interessanter wäre die Frage an die Funtionäre, welchem Diktator sie als nächstes hinten rein kriechen.
Ergänzung zu meinem Kommentar
..insofern halte ich es allen Ernstes auch hier für gut, wenn auf bestehende , miserable Verhältnisse hingewiesen wird, damit man sich immer wieder vor Augen führt, was man sonst gern übersehen möchte und dies auch tut.
Nämlich wie die Verhältnisse sind und woraus diese sich entwickeln.
Und im Übrigen ist es niemals peinlich, bei einem sportlichen Wettstreit zu verlieren, egal wie jung oder alt die Teilnehmer sind. Man gibt sein Bestes, mal gewinnt man, mal verliert man. Da ist nichts peinlich. Peinlich könnte einem sein, da Peinlichkeit propagiert.
Eine Schande ist es nur, wenn eine sportliche Leistung durch Gewalt oder Ausbeutung oder Unterdrückung Anderer erreicht wird.
Und peinlich wäre es, dieses unter den Teppich zu kehren.
Das peinliche an der ganzen Sache ist doch eigentlich, dass da Turnerinnen von Weltrang vielleicht von chinesischen Kindern auf die Plätze verwiesen wurden... ob die nun 14 oder 16 waren - die sportlich Höchstleistung dieser Mädchen ist nicht zu verachten!
Es gilt nach vorne zu sehen. Aus den Erfahrungen in China sollten wir lerne. Deshalb gilt es rechtzeitig vor den Spielen in London 2012 appropriate Bewegungen aufzusetzen für die Menschenrechte: Free Afghanistan, Free Iraq. Beides Länder, denen die Briten durch militärusche Besatzung die Freiheit verwehren und Öl und Opium suchen.
Amesty international dazu:
"Mustafa Ait Idir, Abu Omar, Khaled el-Masri haben einiges gemeinsam: Sie und viele weitere Männer sind in europäischen Staaten gefasst und ohne gerichtliches Verfahren in Geheimgefängnisse verschleppt worden. Einige wurden aus US-Gewahrsam in andere Staaten überstellt, in denen sie Folter und Misshandlung ausgesetzt waren. Andere wurden in US-Gefangenenlager in Afghanistan oder in Guantánamo Bay gebracht. Alle wurden an Orten fern jeder Rechtsstaatlichkeit weggesperrt - ohne zu wissen, was als nächstes mit ihnen passiert. Einige sind Opfer des "Verschwindenlassens" geworden.
Alle verschleppten Männer berichten davon, misshandelt und gefoltert worden zu sein."
www.amnesty.de/2008/6/28/neuer-amnesty-bericht-zu-cia-verschleppungen
War die Auswahl von London durch das IOC ein Fehler? Hätte man nicht die Bedingung setzen müssen, dass die Afghnanen udd Iraker erst in Freiheit gelassen werden und für die Menschenrechtsverletzungen durch die Briten und ihre NATO-Partner Entschädigung gezahlt wird? War es richtig, dass das IOC letzte Woche zu dem Bomben-Massaker in Afghanistan mit fast 100 toten Zivilisten durch die Partner der Briten brutalstmöglich gewschwiegen hat?
Auch die afghanischen Frauen müssen eine Chance auf Goldmedaillen bekommen? Frei von Besatzung und Unterdrückung aus Opiumgier.
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