Olympia 2024 Hamburg steht vor hohen Hürden

Hamburg feiert die Olympia-Empfehlung.

(Foto: dpa)

Hamburgs Erfolgsaussichten, die olympischen Sommerspiele 2024 auszurichten, sind auch bei Zustimmung der Bürger äußerst gering. Für den deutschen Sport wäre aber bereits die Bewerbung ein wichtiges Zeichen.

Kommentar von Johannes Aumüller

Der deutsche Sport hat gewählt, und der Sieger ist Hamburg. Wobei: Sieger ist nicht ganz das passende Wort. Hamburg ist die Stadt, die sich nun als deutscher Kandidat für Olympische Sommerspiele bezeichnen darf. Doch über diesen Status wird sie schwerlich hinauskommen.

Für 2024 ist die Chance nahe null, weil Boston als großer Favorit gilt und hierzulande eine Fußball-Europameisterschaft stattfinden soll. Für eine etwaige zweite Bewerbung für 2028 sind die Aussichten kaum größer - Hamburgs Position in der internationalen Sportpolitik erscheint nicht stark genug.

Die nächste Hürde ist der geplante Volksentscheid

Die Wahl zeigt, dass es weniger um konkrete Erfolgschancen ging, sondern vor allem darum, im Herbst eine hohe Hürde nehmen zu können. Diese Hürde ist der geplante Volksentscheid, und im deutschen Sport herrscht - wohl zu Recht - die Meinung vor, in Hamburg weit eher durchzukommen als in Berlin.

Ein Nein vom Bürger hätte gravierende Konsequenzen. Nicht nur, weil es nach dem Votum der Region München gegen Winterspiele 2022 bereits das zweite Bürger-Veto wäre und sich das Thema Olympia in Deutschland damit auf lange Sicht erledigt hätte. Sondern auch, weil der deutsche Sport die Bewerbung als Motor für eine große Reform nutzen möchte.

Dafür braucht er vor allem eines: mehr Geld vom Staat. Und das gibt es eher, wenn sich auf die Olympia-Chance verweisen lässt. Und sei diese Option noch so theoretisch.