Olympia Drei Strafrunden für Biathlon-Staffel - nur Platz acht

Franziska Preuss am Schießstand.

(Foto: AFP)
  • Die deutsche Biathlon-Staffel hat eine Medaille im Rennen über 4x6 Kilometer verpasst. Weißrussland gewann vor Schweden und Frankreich.
  • Entscheidend dabei waren drei Strafrunden und wohl das erste Schießen von Franziska Preuß.
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Hat die deutsche Frauen-Staffel das Rennen schon im ersten Schießen verloren? Beim Sieg von Weißrussland im Schneesturm von Pyeongchang vor Schweden und Frankreich erreichten Franziska Preuß, Denise Herrmann, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier den achten Platz. Das Quartett leistete sich bei schwierigen Windverhältnissen drei Strafrunden und elf Fehlschüsse. Die weißrussische Schlussläuferin Darja Domratschewa löste mit ihrer vierten Goldmedaille damit Kati Wilhelm als erfolgreichste Biathletin der Olympia-Geschichte ab.

"Wir haben in den letzten vier Jahren unheimlich viele gute Staffeln gezeigt, aber jetzt hat es nicht geklappt. Das ist natürlich schade, aber es ist, wie es ist", sagte Dahlmeier nach dem Rennen: "Es ist für uns alle keine tolle Situation, es ist keiner zufrieden und happy. Das muss jetzt jeder für sich selbst verarbeiten und daraus lernen."

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Entscheidend war wohl das erste Liegendschießen von Franziska Preuß. Eigentlich traf die deutsche Startläuferin alle Scheiben, aber aus irgendeinem Grund dachte sie, dass ihr vierter Schuss daneben gegangen sei. Sie lud nach und sah dann durch den Diopter, dass alle Scheiben weiß waren. So beschrieb Preuß die Szene in einem ZDF-Interview während des Rennens. Dann habe sie die nachgeladene Patrone noch auf der Matte aus dem Lauf entfernt. Denn laut Regelwerk ist es stregstens verboten, mit einer geladenen Waffe auf die Laufstrecke zu gehen. Wenn man das tut, ist eine Disqualifikation die Folge. "Ich weiß ja, dass man das nicht darf" sagte Preuß.

Die Panne brachte sie aber aus dem Konzept. "Ich habe meinen Kopf nicht mehr klar gekriegt. Es tut mir wahnsinnig leid", sagte sie. Im Stehendschießen reichten drei Nachlader nicht, sie musste in die Strafrunde und schickte Denise Herrmann mit einer Minute Rückstand auf die zweite Runde. Die blieb im Liegendschießen fehlerfrei, musste im zweiten Schießen aber ebenfalls in die Strafrunde. Im Sturm von Pyeongchang kamen die deutschen Athletinnen nicht zurecht. "Es war von Anfang an extrem schwierig. Man wusste überhaupt nicht, wie man treffen soll. Das macht keinen Spaß am Schießstand", sagte Herrmann. "Aber ich will es nicht auf die Bedingungen schieben."

Die dritte Läuferin, Franziska Hildebrand, wartete dann nicht bis zum Stehendschießen mit der Strafrunde - sie schoss schon liegend viermal daneben. In der Staffel bedeutet das eine Strafrunde und fast zwei Minuten Rückstand auf die Spitze. Sie riskierte im zweiten Schießen alles, blieb fehlerfrei und verkürzte den Rückstand für Schlussläuferin Laura Dahlmeier auf 72 Sekunden. "Vielleicht geht ja noch was", sagte Herrmann, als Dahlmeier auf die Strecke ging.

Die hätte ja schon mit der Mixed-Staffel ihre vierte Medaille bei diesen Spielen ergattern können, sie waren jetzt alle im Team auch ein bisschen trotzig gewesen, nachdem Dominik Windisch aus Italien ihnen die Bronzemedaille nicht nur weggeschnappt hatte, sondern dabei auch "Spielchen gemacht" hatte, wie es Arnd Peiffer später bezeichnete.

Dahlmeier machte aus der Situation noch das Beste: Sie leistete sich einen Nachlader und lief noch auf Platz acht vor, am Ende mit 53,9 Sekunden Rückstand. Mehr war nicht mehr drin.

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