Kölns Kapitän Özat ist nach seinem Zusammenbruch wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Grund für den Kollaps scheint derweil gefunden.

Den schockierenden Szenen vom Freitagabend folgte das große Aufatmen am Samstagmorgen: Kapitän Ümit Özat von Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat seinen Zusammenbruch während des Punktspiels beim Karlsruher SC (2:0) glimpflich überstanden. Der 50-malige türkische Nationalspieler, der in der 25. Minute ohne erkennbaren Grund zusammengesackt war, verließ nach einer abschließenden Untersuchung am Samstagvormittag gegen elf Uhr das Städtische Klinikum in Karlsruhe und wurde nach Hause zu seiner Familie gebracht.

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Nach dem Kollaps am Freitagabend geht es Kölns Özat (am Boden) wieder besser. (© Foto: dpa)

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Özat wurde von den Ärzten hinsichtlich einer Erkrankung des Nervensystems und des Herzens untersucht. Die Untersuchungen blieben allerdings ohne Befund. Deshalb gehen die Mediziner davon aus, dass der 31-Jährige im Vorfeld der Partie zu wenig getrunken oder gegessen hat und deshalb einen Kreislaufkollaps erlitt. Ümit, der noch am Freitagabend einen Anruf des besorgten türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan erhielt, soll sich nun drei Tage zu Hause erholen und keinen Sport treiben.

"Im Krankenhaus habe ich wieder den Kämpfer Ümit gesehen, der am liebsten aus dem Bett springen möchte und zurück aufs Fußballfeld will", erklärte Kölns Trainer Christoph Daum nach seinem Besuch bei Özat am späten Freitagabend. "Er hat mich sofort nach dem Spielverlauf gefragt und war mehr bei seinem FC als bei seinem Gesundheitszustand", berichtete der Coach, der unmittelbar nach dem Spiel mit FC-Mannschaftsarzt Paul Klein zu Özat in die Klinik gefahren war.

Obwohl Daum während und nach der Begegnung ständig über den aktuellen Zustand Özats informiert wurde, war der Coach sichtlich angeschlagen. "Das Wichtigste ist, dass es ihm schnell wieder gut geht. Wir haben ein Verhältnis, das weit über den Fußball hinausgeht. Über den Sieg und die tolle Leistung der Mannschaft kann ich mich erst freuen, wenn Ümit wieder auf dem Platz steht", erklärte der Trainer nach dem Schlusspfiff mit Tränen in den Augen.

Zuvor hatten die 29.308 Zuschauer im Wildparkstadion erschütternde Szenen miterlebt, die an die plötzlichen Herztode des Spaniers Mariano Puerta (FC Sevilla) oder des Kameruners Marc-Vivien Foe erinnerten. Die Mannschaftsärzte beider Teams und zahlreiche Rettungskräfte mussten auf dem Platz minutenlang um das Leben Özats, dem bei seinem Kollaps die Zunge in den Hals gerutscht war, kämpfen. Um 21.17 Uhr wurde der Türke mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch.

"In der Kabine war Totenstille. Jeder wollte nur wissen, wie es Ümit geht. Es geht hier nicht nur um Punkte und Siege, es geht um Menschen. Sachliche Analysen kannst du in dieser Situation nicht machen. Ich habe gesagt: 'Wir spielen jetzt für Ümit'", beschrieb Daum die Situation während der Halbzeitpause, in der Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) die Kölner gefragt hatte, ob sie weiterspielen wollen.

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(sueddeutsche.de/sid/aum)