Die Anaheim Ducks gewinnen mit einem 6:2 im fünften Spiel der Finalserie den Stanley-Cup. Christoph Schubert ist mit den Ottawa Senators gescheitert.

Kalifornien - Heimat von Sonne, Strand und Stanley-Cup. Der Meister der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL kommt erstmals aus dem Sonnenstaat an der Westküste der USA. Mit einem 6:2-Heimerfolg holten die Anaheim Ducks am Mittwochabend (Ortszeit) in der Finalserie "Best of Seven" gegen die Ottawa Senators mit ihrem deutschen Nationalspieler Christoph Schubert den vierten und entscheidenden Sieg. Die kalifornischen "Enten" flogen somit erstmals in ihrer 14-jährigen Vereinsgeschichte auf den Eishockey-Thron.

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Teemu Selänne musste 14 Jahre warten, bis er den Stanley-Cup endlich stemmen durfte. (© Foto: AFP)

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"Auf diesen Moment habe ich so lange gewartet, das ist ein unglaubliches Gefühl", jubelte Anaheims finnischer Stürmerstar Teemu Selänne, der in seiner 14. NHL-Saison und knapp einen Monat vor seinem 37. Geburtstag endlich den Stanley-Cup gewann. Sein Mitspieler Scott Niedermayer, der als "wertvollster Spieler der Finalserie" (MVP) ausgezeichnet wurde, stemmte die älteste Mannschafts-Trophäe der Welt bereits zum vierten Mal in die Höhe.

"Diesmal ist es ein ganz besonderer Erfolg", freute sich der Kapitän. Denn mit Rob Niedermayer stand sein ein Jahr jüngerer Bruder im Team. Und der war der erste, der den Cup bei der Siegehrung von Scott Niedermayer überreicht bekam. Mit den beiden hat erstmals seit 1983 wieder ein Brüderpaar den Stanley-Cup gewonnen. 2003 waren beide im Finale noch Kontrahenten. Scott siegte damals mit den New Jersey Devils gegen die Anaheim Mighty Ducks, für die Rob spielte.

Der Münchner Christoph Schubert ist hingegen in seinem ersten Endspiel gescheitert. "Im zweiten Drittel hatten wir durchaus unsere Chancen, haben diese aber durch eigene Fehler zunichte gemacht", meinte der 25-Jährige enttäuscht. Andy McDonald und Rob Niedermayer hatten Anaheim im ersten Spielabschnitt mit 2:0 in Führung gebracht (4./18.). Kapitän Daniel Alfredsson verkürzte in der 32. Minute für Ottawa auf 1:2. Anaheim stellte jedoch den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (36.). Zwar wurde Travis Moen als Torschütze angegeben, der Treffer war jedoch ein Eigentor von Verteidiger Chris Phillips und seinem Torwart Ray Emery.

Als Christoph Schubert wenig später auf der Strafbank saß und die Senators somit in Unterzahl waren, gelang Alfredsson mit seinem 14. Playoff-Tor der Saison erneut der Anschluss (38.). Doch Anaheim antwortete abermals. Francios Beauchemin traf mit einem Schlagschuss zum 4:2. Im Schlussdrittel hatte sich Ottawa dann nach dem 5:2 von Moen (45.) endgültig aufgegeben. Der letzte Treffer der Saison von Corey Perry drei Minuten vor Schluss ging bereits im Meisterjubel der 17 372 Zuschauer unter.

"Sie haben auf einigen Positionen besser gespielt als wir. Bei uns haben einige Spieler leider in der wichtigsten Phase der Saison nicht das gebracht, was sie können. Das ist enttäuschend, aber damit müssen wir jetzt den Sommer über leben", sagte Senators-Coach Bryan Murray.

Durch die Niederlage muss Kanada ein weiteres Jahr auf die Rückkehr der begehrten Trophäe warten. Zuletzt hatten die Montreal Canadiens 1993 den Stanleycup in dessen kanadische Heimat geholt. "Wir haben trotzdem eine sehr gute Saison gespielt und mit etwas Abstand kann ich auch stolz darauf sein, im Finale gestanden zu haben", sagte Christoph Schubert. Der Nationalspieler war erst der dritte Deutsche, der es in der Geschichte der NHL bis ins Endspiel geschafft hatte. Wie Torwart Olaf Kölzig, der 1998 mit den Washingtons Capitals den Detroit Red Wings unterlag, blieb ihm jedoch die Krönung versagt. Somit bleibt Uwe Krupp der einzige deutsche Stanley-Cup-Sieger. 1996 schoss der heutige Bundestrainer im vierten Finale das entscheidende 1:0 für seine Colorade Avalanche gegen die Florida Panthers.

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(dpa)