Neue Sponsoren bei RB Leipzig Lukrative Deals auf der Erfolgswelle

Ralf Rangnick: Probesitzen beim neuen Sponsor

(Foto: dpa)

RB Leipzig ist der wohl umstrittenste Fußballverein Deutschlands. Das hindert zwei neue Sponsoren nicht daran, dem Red-Bull-Klub viel Geld zu überweisen. Für alle Beteiligten ist es ein guter Deal.

Von Saskia Aleythe

Schuld war natürlich Helene Fischer, aber auch RB Leipzig selbst. Für den Zweitligisten war dieser Montagabend ja eine Premiere: Das erste Spiel am Wochenbeginn gegen Heidenheim, also das erste Montagsspiel der Vereinsgeschichte, das erste Spitzenspiel in der 2. Bundesliga. Dass da ausgerechnet auch die Schlagerkönigin für ein Konzert nach Sachsen kommen würde, war verkehrstechnisch ungünstig: 10 000 Fischer-Fans und 19 000 RB-Fans auf den Leipziger Straßen, es staute sich gewaltig.

Immerhin: Die Stimmung war gut, bei den Konzertgängern sowieso, bei den Fußballern auch einigermaßen. Das 1:1 gegen Heidenheim bedeutet, dass RB Leipzig im eigenen Stadion weiter ungeschlagen ist. Dominik Kaiser erzielte mit feinem Freistoß den Ausgleich. Sehr wahrscheinlich wird Kaiser das nächste Heimspiel mit einem neuen Auto verlassen, denn am Montag hatte RB ja auch noch zwei neue Sponsoren vorgestellt: Volkswagen und Porsche werden "Premiumpartner" des Vereins, zunächst bis 2018. Da öffnen sich natürlich Augen und Ohren im Fußballland: Warum hat es ein vom Getränkemilliardär Dietrich Mateschitz finanzierter Klub überhaupt nötig, von weiteren Sponsoren unterstützt zu werden?

Über Zahlen gesprochen wird bei Red Bull nicht, jedenfalls nicht, wenn es ums Geld geht. So ungewiss wie die Summe, die der österreichische Brausepapa bereits in den Leipziger Fußball gesteckt hat, so unklar ist auch, wie viel die neuen Unterstützer sich nun den Namen "Premiumpartner" kosten lassen. Fest steht: 38 Fahrzeuge rollen bald vom VW-Band, die künftig von den Zweitliga-Fußballern und Verantwortlichen gefahren werden. Die Geschäftsführung darf sich über zwei Porsche freuen.

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"Wir sind stolz darauf, als noch sehr junger Verein, dass wir jetzt solche zwei strategische Partner gewinnen konnten", gab Ralf Rangnick im feinsten Sportdirektoren-Sprech zu verstehen. 100 Millionen Euro, das ist die Summe, die stets kursiert, wenn über die ursprüngliche Investition von Mateschitz in das Leipziger Projekt die Rede ist. Kommentiert wird sie vom Unternehmen nicht. Viel Geld ist also da, für Leipzig kommt die neue Unterstützung dennoch gelegen. Sie passt ins Konzept.

Mit dem Aufstieg in die 2. Liga in der aktuellen Saison und damit in den Profifußball hat sich die Ablehnung gegen den Klub in ganz Deutschland ausgebreitet: RB Leipzig gilt als Verein ohne Fußballkultur, wird bei Heimspielen regelmäßig von Gästefans boykottiert und bei Auswärtsspielen mit feindlichen Choreografien empfangen. Je größer die Gegenwehr wird, desto mehr scheinen jedoch die Leipziger Fußballfans den Klub zu lieben, der 2009 aus der Übernahme der Lizenz eines anderen Vereins resultierte. Eine Verankerung mit einem seriösen Unternehmen wie VW sagt: Seht her, auch RB hat Sponsoren gewonnen! Fast wie ein normaler, "noch sehr junger Verein", wie Rangnick es betonte.