Skimode wird bunter und setzt auf körpernahe Schnitte - atmungsaktiv und elastisch für optimalen Komfort
Der Skiwinter 2003/2004 steht vor der Tür. Und zwar kein schlechter, wenn man einer der vielen Bauernregeln glauben will, von denen eine heißt: "Sind der Mai und Juni trocken und heiß, wird der Winter kalt und weiß." Nun denn. Stellt sich dann nur die Frage, was zieht man diese Saison an auf der Piste oder auch abseits? "Softshells" sind diesen Winter angesagt, insbesondere für die wirklich aktiven Skifahrerinnen und Skifahrer. Diese neueste Entwicklung im Bereich funktioneller Sportbekleidung kommt, wie so viele Fortschritte in der Bekleidungstechnologie, aus der Outdoor-Szene, aus der Welt der Bergsportler. Und da Skifahren schließlich auch zu den Outdoor-Sportarten gehört, liegt es natürlich nahe, diese Entwicklung auch für den Pisten- und Toureneinsatz zu nutzen.
(© Foto: Fischer)
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Die so genannten "Softshells" sind, wie es der Name schon sagt, im Vergleich zu den in Fachkreisen nun Hardshells genannten Gore-Tex-, Sympatex oder sonstigen robusten Wetterschutz-Jacken oder -Hosen deutlich weicher und komfortabler. Der Begriff "Softshell" ist nicht nur wegen der Elastizität der eingesetzten Stoffe sehr dehnbar, sondern auch wegen der sehr unterschiedlichen Interpretation der verschiedenen Stoffhersteller. Doch dessen ungeachtet hat sich der Begriff im Sportfachhandel durchgesetzt. Entscheidend ist letztendlich nicht, was draufsteht, sondern was in den Textilien drinsteckt.
Softshells müssen folgende Kriterien erfüllen, wobei die Ausprägung je nach Einsatzzweck unterschiedlich ist: hohe Atmungsaktivität, Elastizität, Windschutz, Isolationsvermögen, Abriebfestigkeit und wasserabweisende Ausrüstung. Ganz oben steht bei allen Softshells die gegenüber Hardshells deutlich erhöhte Atmungsaktivität oder besser gesagt Wasserdampfdurchlässigkeit. Das ist besonders wichtig bei intensiver körperlicher Beanspruchung, um Schweiß möglichst schnell nach draußen zu befördern und den Körper entsprechend trocken zu halten. Die oben schon angesprochene Elastizität bietet mehr Bewegungskomfort und erlaubt körpernähere Schnitte, was dem augenblicklichen Modetrend zusätzlich entgegen kommt, genauso wie die cleane Optik der Softshells. Bei den Ansprüchen an die Elastizität gilt: je bewegungsintensiver der Sport, desto mehr Elastizität ist gefragt. Windschutz ist bei manchen Outdoor-Sportarten nicht ganz so wichtig, beim Skifahren aber entscheidend, um Auskühlung bei den nicht unerheblichen Geschwindigkeiten oder Gipfelwinden zu verhindern. Isolationsvermögen ist gleichfalls ein Punkt, der bei Skisportlern naturgemäß hohe Priorität genießt. Abstriche machen die Softshells bei der Wasserdichtigkeit, die gegenüber den klassischen Hardshells nicht gegeben ist. Die oben genannten Vorteile, insbesondere hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und Elastizität "erkauft man sich" durch den Verzicht auf Wasserdichtigkeit mit der damit verbundenen aufwändigen Nahtabdichtung, doch gibt es zahlreiche Softshells, die ein hohes Maß an wasserabweisender Ausrüstung aufweisen und so bei leichtem Regen immer noch wirksamen Schutz bieten, der bei Schneefall meist ausreicht. Für ein echtes "Sauwetter" sei allen Softshell-Fans eine dünne Jacke aus den oben erwähnten Hardshell-Materialien empfohlen.
Die wichtigsten Hersteller der Softshell-Materialien sind bekannte Namen wie Gore mit seiner "Windstopper Softshell", oder Polartec-Fleeece-Hersteller Malden Mills "Powershield" oder der Schweizer Gewebespezialist Schoeller. Andere Anbieter, wie z.B. Helly Hansen verzichten ganz auf den Begriff Softshell, da sie eine Verwässerung befürchten und bleiben bei ihrem Eigennamen "Interface Bw".
Das Sich-Wohlfühlen steht auch bei den Jacken, Handschuhen und Socken im Vordergrund, bei denen so genannte Phase Change Materials (PCM) eingesetzt werden. PCM basieren darauf, dass sie bei bestimmten Temperaturen ihren Aggregatzustand ändern und dabei Energie freisetzen bzw. aufnehmen. Für PCM-Jacken, wie sie z.B. das Köngener Unternehmen Maier Sports einsetzt, heißt das, bei körperlicher Anstrengung nehmen die mikroskopisch kleinen Paraffin-Kügelchen, die in den Stoff eingearbeitet sind, die Körperwärme auf und verflüssigen sich. Kühlt der Körper z.B. beim Liftfahren ab, wird das Parafin wieder fest und gibt dabei die Energie in Form von Wärme wieder ab.
Mit dieser Technologie lassen sich Temperaturunterschiede von 2-3° C ausgleichen. Für Menschen, denen beim Wintersport permanent kalt ist, gibt es eine gute Nachricht: das Comeback von Daunenjacken und -westen. Modisch geht der Trend eindeutig zu cleanen, zurückgenommenen Optiken. Die Silhouetten sind körperbetont.
Unisex ist mega-out. Skiwear für Frauen ist ausgesprochen feminin, die Kollektionsentwickler setzen auf Passform und nutzen verstärkt elastische Materialien. Je nach Styling kann frau in den Farben munter kombinieren und variieren. Wer auf den Retro-Look im Stil der 70er abfährt, ist mit hellen Weiß- und Naturtönen, in Kombination mit Beige-, Sand- und Nougattönen, Schwarz, Grau und Rosenholz voll im Trend. Jethosen, Skianoraks, Slalompullis und Strick-Cardigans in Weiß, Rot und Schwarz, kombiniert mit zartem Hellblau und Vanille ergeben zusammen die absolut hippe Heritage-Linie. Wer auf Streetwear-Look steht, cruist in dunklen Rottönen, Hellblau, Beige, Grau und Anthrazit. Bei den Männern wird die Skiwear ebenfalls schlanker und nicht mehr so plakativ in den Farben. Die Designer verabschieden sich von den robusten Bergsteiger-Outfits mit kräftigen Schulter- und Ärmelbesätzen und den klassischen Colourblockings. Zwar sind die klaren Farben Blau, Rot, Schwarz und Weiß nach wie vor ein Thema, doch setzen in diesem Winter leuchtendes Gelb und satte Orangetöne deutliche Akzente. Absolut out sind auch im kommenden Skiwinter Overalls.
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