NBA-Profi Jason Collins outet sich "Ich bin schwarz. Und ich bin schwul."

Jason Collins bekennt sich als erster Basketballer der nordamerikanischen Profiliga NBA zu seiner Homosexualität. Er spielte lange für die Boston Celtics und sucht heute einen neuen Klub. Ob das geht? Collins selbst sagt, er plane für den schlechtesten Fall.

Von Johannes Mitterer

"Ich wünschte, ich wäre nicht das Kind, das im Klassenzimmer die Hand hebt und sagt: 'Ich bin anders'. Mir wäre es lieber, jemand anderes hätte dies getan. Aber keiner tat es, und deshalb hebe ich meine Hand", sagte Jason Collins.

Er ist der erste amerikanische Profibasketballer, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. Mitte Februar hatte sich bereits der amerikanische Fußball-Profi Robbie Rogers als schwul geoutet. Der langjährige NBA-Centerspieler Collins bekennt sich nun im US-Magazin "Sports Illustrated". Der 2,13 Meter große Spieler trug unter anderem das Trikot der Boston Celtics in der besten Basketball-Liga der Welt. Im Moment ist er ein sogenannter Free Agent, ein Spieler ohne Vertrag, und hofft auf einen neuen Verein.

"Ich möchte weiter Basketball spielen", sagte Collins. "Ich liebe das Spiel immer noch, und ich habe noch viel zu bieten. Gleichzeitig möchte ich aufrichtig und authentisch sein." Wie seine Mannschaftskollegen auf sein Outing reagieren werden, könne er nicht abschätzen: "Ich bin Pragmatiker. Ich hoffe das Beste, und plane für das Schlechteste."

Früher hatte er sich noch mit Frauen getroffen, er war sogar verlobt gewesen. Der gesellschaftliche Druck zwang ihm eine bestimmte Lebensweise auf. "Ich habe mir immer und immer wieder eingeredet, der Himmel wäre rot, aber ich wusste immer, dass er blau ist", sagte Collins. Der 34-Jährige blickt auf eine lange Basketball-Karriere zurück. In insgesamt zwölf NBA-Saisons stand Collins auf dem Feld, davon erreichte er neunnal die Playoffs und zweimal sogar die Finalspiele. Über seine Rolle als Ergänzungsspieler kam er dabei aber nicht hinaus.