Nationalmannschaft Wie der DFB Schweinsteiger Mut macht

Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff und Joachim Löw haben noch etwas Hoffnung im Fall Schweinsteiger.

(Foto: imago/Matthias Koch)
  • "Er kann das noch schaffen": Vor dem Länderspiel gegen England gibt es Unterstützung für den verletzten Kapitän Bastian Schweinsteiger.
  • Einem anderen Ex-DFB-Defensivmann erteilt Bundestrainer Löw eine Absage.

Oliver Bierhoff setzt auf die Intelligenz von Bastian Schweinsteiger, die Kollegen kennen die Hartnäckigkeit des Kapitäns. "Es ist noch ein bisschen Zeit und sicher noch was möglich", sagte Nationalspieler Thomas Müller. Schweinsteiger muss nach seiner neuen Verletzung am rechten Knie um seinen letzten großen Höhepunkt im Adler-Trikot bangen. Die Ungewissheit, ob der 31 Jahre alte Kapitän noch einmal den Kraftakt schafft und rechtzeitig zur Europameisterschaft ins Weltmeisterteam zurückkommt, zwingt den Bundestrainer zum Umplanen - auch in Richtung Frankreich.

"Er kann das noch schaffen, auch mit 31, wenn ein großer Wille und eine große Entschlossenheit da sind. Das hat auch Sami Khedira mit einem Kreuzbandriss gezeigt", sagte Teammanager Oliver Bierhoff vor dem ersten Länderspiel des Jahres am Samstag (20.45 Uhr) gegen England mit Hinweis auf die ähnliche Situation vor der WM 2014.

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Was Bierhoff über Schweinsteiger sagt

Auch da hatten sich Schweinsteiger und Khedira noch im letzten Moment fit gemeldet. "Er hat den Vorteil, dass er ein sehr intelligenter und erfahrener Spieler ist. Auf einer Position, auf der man viel laufen muss, als erfahrener Spieler aber auch ein paar Abkürzungen kennt", bemerkte Bierhoff zum 114-maligen Nationalspieler Schweinsteiger. "Ich traue ihm das zu. Aber es ist natürlich nicht optimal, wenn man dann ohne Spielpraxis ins Turnier geht." Nach einem Innenbandteilriss im Knie muss der Kapitän auf eine optimale Rehabilitation setzen. "Das ist natürlich bitter. Da muss er jetzt mal ein paar Tage durchschnaufen und dann mit voller Disziplin und Tempo die Sache angehen", erklärte Bierhoff.

Joachim Löw hat derweil die Diskussionen um ein Comeback von Robert Huth in der Nationalmannschaft praktisch beendet. "Robert ist ein guter Innenverteidiger, ein Turm in der Schlacht, wenn man überwiegend defensiv spielt. Wir spielen etwas anders, etwas höher, von daher zähle ich auf andere Spieler", sagte der Bundestrainer einen Tag vor dem Länderspiel des Weltmeisters in Berlin gegen England (20.45 Uhr/ZDF) über den 31 Jahre alten Abwehrspieler vom englischen Tabellenführer Leicester City.

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Wie die Chancen von Robert Huth stehen

Löw ließ Huth, der zwischen 2004 und 2009 19 Länderspiele bestritt, aber für den Fall der Fälle eine Hintertür offen: "Wenn Dinge passieren, die wir nicht voraussehen können, ist er immer noch ein interessanter Spieler." Der Bundestrainer glaubt, dass Huth mit dem Überraschungsteam Leicester den Titel holt: "Das wird er schaffen, davon kann man ausgehen."

Mario Götze soll dafür am kommenden Dienstag in München gegen Italien 90 Minuten im Angriff zum Einsatz kommen. Mit dem Bayern-Profi führte der Bundestrainer in Berlin auch ein ausführliches Gespräch über dessen Zukunft. "Das Thema Wechsel war ein zentrales Thema", verriet Löw. Für jeden Spieler seien die beiden anstehenden Klassiker eine "gute Bühne", um sich bei ihm noch einmal für die Europameisterschaft zu empfehlen.