SZ: Das heißt, im Moment gibt es eine klare Hierarchie: Lehmann vor Hildebrand vor Enke.
Das Erfolgstrio des WM-Sommers 2006: Jürgen Klinsmann, Joachim Löw und Andreas Köpke (von links). (© Foto: ddp)
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Köpke: Wenn morgen Europameisterschaft wäre, wäre das die Reihenfolge.
SZ: Sind Sie froh, dass es im Moment kein so überhitztes Torwartduell gibt?
Köpke: Wer sagt denn, dass es kein Duell gibt? Timo wartet darauf, dass er reinrutscht, Robert auch, und von hinten schieben die Jungen nach.
SZ: Hat Hildebrand denn eine echte Chance auf die Nummer eins?
Köpke: Wenn nichts Großartiges passiert, ist Jens Lehmann gesetzt. Das richtige Duell findet dahinter statt. Oder sagen wir's mal anders: Timo steht eigentlich im Zentrum zweier Duelle. Er übt Druck auf Jens aus, muss sich aber auch gegen den Druck der Jungen wehren.
SZ: Jens Lehmann hat zuletzt mehrfach angedeutet, er könnte sich eine Verlängerung seiner Nationalelf-Karriere bis 2010 vorstellen. Können Sie sich vorstellen, dass bei der WM in Südafrika ein Torwart im Tor steht, der 40 ist?
Köpke: Das ist, ehrlich gesagt, schwer vorstellbar. Ich glaube, dass Jens sein Karriere-Ende in der Nationalelf bewusst offen lässt, um keine frühzeitigen Diskussionen heraufzubeschwören.
SZ: Er hat die Sache offiziell vertagt, damit seine Autorität nicht bröckelt, wenn ihm ein Fehler unterläuft?
Köpke: Man vermeidet es als Spieler, sich festzulegen, bei mir war das genauso. Ich bin auch ständig gefragt worden, ob ich nach der WM 1998 aufhöre. Ich habe das auch bewusst offengehalten.
SZ: Das Duell Lehmann/Kahn war neben allen Emotionen auch ein sportfachliches: alter gegen neuen Torwartstil. Dieser Aspekt dürfte jetzt entfallen.
Köpke: Ich nenne es nicht modernes, sondern offensives Torwartspiel. Neben den normalen Qualitäten muss ein guter Torwart heute seiner Abwehr den Rücken freihalten, er muss auf Steilpässe spekulieren, Fußball spielen können, das Spiel schnell machen und von hinten eröffnen. Das Torwartprofil hat sich mit den Jahren komplett verändert.
SZ: Könnten Sie heute noch im Nationalmannschaftstor stehen?
Köpke: Ich frage mich das selbst manchmal. Jürgen Klinsmann hätte mich nicht mehr aufgestellt.
SZ: Sie galten auch nicht als einer, der ständig nach Flanken springt.
Köpke: Ich bin eher auf Nummer sicher gegangen. Aber wenn ich raus bin, dann hab ich die Flanken meist gehabt. Aber es stimmt schon: Ich habe den Fünfmeterraum beherrscht, Jens Lehmann beherrscht den Sechzehnmeterraum.
SZ: Das Alter spielt in der Nationalelf keine so entscheidende Rolle mehr. Wer gut ist, wird berufen, auch wenn er sehr jung ist. Gilt das auch für Torhüter?
Köpke: Ich bin überzeugt, dass Routine beim Torwart wichtiger ist als beim Feldspieler. Man schätzt Dinge anders ein, sieht Situationen anders voraus.
SZ: Dann wird also 2008 Robert Enke zur Nummer eins und 2010 kommen Manuel Neuer oder René Adler dran.
Köpke: Das ist vielleicht Ihre Rangliste, wir planen so weit nicht voraus.
SZ: Aber den Robert Enke schätzen Sie schon sehr, oder?
Köpke: Bei Robert stelle ich ein paar Parallelen zu meiner Karriere fest, er ist zum Beispiel auch nicht der allergrößte. Und wenn man unter Profis eine Umfrage nach dem besten Torwart macht, dann gewinnt immer Enke. Ich war in solchen Umfragen auch immer weit vorn. Und die Ruhe, die Robert auf eine Abwehr ausstrahlt, die ist sensationell.
SZ: Aber der Manuel Neuer ist auch ein Spektakel, oder?
Köpke: Das Faszinierende ist eben, wie weit der Junge schon ist. Und was bei ihm sensationell ist, sind seine Abwürfe. Das sind ja Vorlagen für die Stürmer.
SZ: Täuscht der Eindruck, oder entspricht der Bremer Timo Wiese nicht Ihrem Anforderungsprofil?
Köpke: Es ist sicher so, dass unser Profil mit seinem Spiel nicht hundertprozentig übereinstimmt. Und dazu kommt, dass eine gewisse Geduld eben auch dazugehört, wenn man Nationaltorwart werden will. Ich kann mich nicht erinnern, dass es einer ins Nationaltor geschafft hat, der über die Öffentlichkeit Druck gemacht hat. Und bei einem langen Turnier braucht man auch einen Keeper, der teamfähig ist, der sein eigenes Ego zurücknehmen kann. Mir hilft keiner, bei dem man Angst haben muss, dass er mit Interviews Unruhe verbreitet.
SZ: Bauen wir uns zum Schluss doch noch mal einen Torwart-Supermann zusammen: Von wem nehmen wir die Strafraumbeherrschung?
Köpke: Von Jens Lehmann, klar. Auch die fußballerischen Qualitäten können wir von Jens nehmen. Aber was nehmen wir denn vom Tschechen Peter Cech?
SZ: Den Helm vielleicht?
Köpke: Von Cech nehmen wir die Reflexe, und von Buffon Stellungsspiel, Antizipation und Konstanz.
SZ: Und von Neuer die Abwürfe.
Köpke: Den lassen wir lieber noch mal raus. Der ist noch nicht ganz so weit.
(SZ vom 16.10.2007)
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Kahn trifft keine Schuld (auch wenn er "4" bekommen hat), Hildebrand hat beim letzten Tor mehr als schlecht ausgesehen.
Ich halte Rensing auch für einen sehr guten Torwart.
Was ihm allerdings weiterhin fehlt, ist die Möglichkeit seine Qualitäten über einen längeren Zeitraum im Spielbetrieb zu zeigen und zu verbessern.
Da fehlt ihm im Moment der Anschluss zu einem Neuer und daher kann er (noch) kein Thema für die Nationalelf sein, ungeachtet der persönlichen Einstellung eines Köpkes.
"Wer konstant bei Byern München gut spielt, ..." Das hat er eben noch nicht. Konstanz zeigt man erst nach einem längeren Zeitraum (nicht zwei BL und ein UEFA Cup Spiel).
Da er diese Möglichkeit im Verien erst nächstes Jahr bekommt, kann er auch erst dann zu Neuer aufschließen und ihn vielleicht überholen.
Meiner Meinung nach, hätte er schon diese Saison diese Möglichkeit bekommen sollen.
" ... oder haben Sie die Klatsche gegen Rumänien schon vergessen...?"
Und wer hat die ersten vier Tore kassiert?
Ich habe alle Spiele der U-21, teilweise live vor Ort (u.a. letzte EM in Portugal) verfolgt. Rensig hat immer fantastisch gehalten.
Wer konstant bei Byern München gut spielt, reussiert meistens auch in der Nationalelf.
Köpke ist gebürtiger Kieler, hat aber sehr lange in Franken gespielt. War nie ein freund der Bayern. Ich bin übrigens nich Bayern-Fan, sondern für Fluminense FC aus Rio.
Hildebrandt hat nicht nur gegen Zypern schlecht agiert, oder haben Sie die Klatsche gegen Rumänien schon vergessen...? Auch sonst hat er immer sehr unsicher gewirkt. Im Verein mag er seine Leistung bringen, aber beim DFB flattern ihn zu sehr die Nerven.
Köpke, der Franke aus Kiel.
Ich stimme gerne zu, dass Wiese nicht einer der schlechtesten ist, allerdings haben wir einige bessere TW. Seine Reflexe sind wirklich gut, aber er hat es nie geschafft (auch bedingt durch Verletzungen) sein Können über einen längeren Zeitraum konstant zu zeigen.
Dass Spieler, die nicht in die Nationalelf eingeladen werden, dann vor der Presse teils dumm agieren ist auch nichts neues.
Nicht objektiv, finde ich hingegen, Hildebrandt anhand eines Spiels zu messen (haben sie seine Spiele für Valencia mal angeschaut?) und Rensing anhand zweier Spiele zu pushen und das Ganze auf die VfB und einen "Franken" als TW Trainer zu schieben.
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