Von Jürgen Schmieder

Nun ist es amtlich: Was Jürgen Klinsmann treibt, ist eine Unverschämtheit. Hat der Kaiser persönlich gesagt. Und dann ist das so. Weil der Franz nämlich selbst gerade überall ist.

Rrrrumms! Der Franz hat den Klinsi attackiert. Weil der nicht auf der Trainertagung ist. "Irritiert" sei er, ließ der Kaiser verlauten. Und: "Wenn ich noch länger darüber nachdenke, würde meine Wortwahl noch drastischer ausfallen, und das möchte ich jetzt aufgrund der Situation vermeiden."

"Chiquiti bum a la bim bom ba, ra, ra, ra": Beckenbauer in Mexico. (© Foto: AP)

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Da haben wir sie also: die richtige Klinsi-Krise. Denn wenn Netzer, Breitner und Matthäus sich äußern, ist das doch eher Kokolores. Nur das Wort der Lichtgestalt hat wirklich Gewicht. Kaum macht Beckenbauer den Mund auf, darf plötzlich jeder seinen Senf dazu geben. Ist ja quasi vom Kaiser autorisiert.

Da spekuliert Bild schon über einen Rauswurf und nennt mit Hitzfeld und Sammer schon mögliche Nachfolger. Da mischen sich Politiker ein und fordern Rechenschaft vom Bundestrainer. Selbst Dieter Wiefelspütz, seines Zeichens Innenpolitik-Experte der SPD, darf Klinsmann attackieren. Auch Ernst Hinsken, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, geht munter auf Klinsi los. Und Stephan Mayer, immerhin Sportbeauftragter der CDU, darf auch mitmachen.

Da muss man sich schon fragen, warum sich die Politik in die Belange des Bundestrainers einzumischen hat. Naja, wenn der Franz schon mal grünes Licht gegeben hat, ist es leicht, sich auch schnell ins Rampenlicht zu stellen mit markanten Worten.

Aber zurück zum Kaiser. Beckenbauer sprach von fehlendem Respekt und fehlender Höflichkeit gegenüber den WM-Gästen. Da nämlich kennt er sich bestens aus. Alle 31 WM-Teilnehmer will er besuchen. 29 hat er schon geschafft und ist dabei fast dreimal um die Welt geflogen. Nach den noch ausstehenden Besuchen in Serbien und Australien werden mehr als 120.000 Flugkilometer zu Buche stehen.

Eine unglaubliche Leistung, die Beckenbauer da vollbringt. Aber warum? Um Goleo zu exportieren, eine Broschüre zu überreichen und über die Ticketvergabe zu philosophieren. Und natürlich einen WM-Anstecker mit der jeweiligen Landesflagge am Revers zu tragen. Und mit den Mexikanern das Lied "Chiquiti bum a la bim bom ba, Mexico, Mexico, ra, ra, ra" anzustimmen.

Sind schon wichtige Termine, die er da wahrnimmt: Franz zu Gast bei Freunden. Sehen Sie selbst.

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