Von Jürgen Schmieder

Die deutsche Mannschaft gewinnt mit einer tollen Leistung mit 4:1 in der Slowakei. Und macht dabei die wichtige Erkenntnis, auch auswärts siegen zu können.

Diese roten Trikots. Diese Hemden mit der leucht-knalligen Farbe, die vor langer Zeit Jürgen Klinsmann wieder einführte. "Aggressiiiiiiv" nannte Klinsmann die Farbe damals und wollte sie sogar auf den Heimtrikots sehen. Die Fans dagegen wollten ihre Helden lieber in weißen Leibchen sehen.

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Bestätigt sahen sie sich, als die deutsche Elf in Florenz eine 1:4-Klatsche gegen Italien einstecken musste. Dazu kam noch eine 0:2-Pleite gegen die Slowakei in Bratislava. Während Experten eine Auswärtsschwäche der deutschen Elf proklamierten, waren sich viele Fans einig: Die Trikots sind schuld.

Die WM freilich konnte über diese Frage keinen Aufschluss geben. Da spielte die deutsche Elf großartig - aber natürlich daheim und in weißen Hemden.

Mittlerweile ist Klinsmann in Kalifornien, ein Nachfolger gefunden, die U-21 aus der EM-Quali geflogen. Viel Zeit ist vergangen - und die Trikotfarbenfrage immer noch nicht beantwortet. Es dauerte bis zum 11. Oktober.

Wieder ging es gegen die Slowakei. Wieder in Bratislava. Und diesmal war es kein Freundschaftsspiel, sondern es ging um wichtige Punkte in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz.

Und was macht die deutsche Mannschaft? Schüttelt ihre Gegenspieler ab wie schlechte Angewohnheiten. Die Verteidiger Skrtel und Durica konnten von Glück sagen, dass sie nicht mit Kreislaufbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Schwindlig war ihnen aber wohl doch, so wurden sie von der deutschen Offensive ausgespielt.

Die deutsche Elf versäumte es auch nicht, zum richtigen Zeitpunkt Tore zu erzielen. Lukas Podolski trifft doppelt, dazu Michael Ballack per Kopf und Bastian Schweinsteiger im Nachschuss.

Die Mannschaft von Jogi Löw hat einen grandiosen Auftritt hingelegt und beweist: Es liegt nicht an den Trikots. Und wenn die Elf weiter so auftritt, können wir uns sogar an diese Leibchen gewöhnen.

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(sueddeutsche.de)