Gegen Aserbaidschan macht Podolski sein 81.Länderspiel, schon aus statistischen Gründen wird er vermutlich ein Tor erzielen: Mit 40 Toren in bisher 80 Partien trifft er durchschnittlich in jedem zweiten Spiel, dabei besonders häufig gegen sogenannte kleine Gegner. Allerdings gibt es zu jeder Statistik auch eine Gegenstatistik - und damit ist man wieder mittendrin in der Stadt Köln, wo bekanntlich nicht jede Liebe erwidert wird - und die zum Fußball besonders selten.
Bild vergrößern
Bundestrainer Joachim Löw baut auf Podolski - auch wenn der beim FC Köln durchwachsene Leistungen abliefert. (© Bongarts/Getty Images)
Anzeige
Ganze drei Heimspiele konnte der örtliche FC in der vergangenen Ligasaison gewinnen, gegen Mainz (1:0), Nürnberg (3:0) und Bochum (2:0), dazu noch eins gegen Wolfsburg im DFB-Pokal, zweite Runde. Podolskis Beitrag zum Klassenerhalt seines Klubs: zwei Tore in 27Spielen. Steigerungsfähig. Bis vor zwei Wochen war er noch ziemlich zuversichtlich, dass dieses Jahr alles besser würde, "das spürt man", sagte er, und gerade zu Hause, kündigte er an, "wollen wir eine Macht werden". Nach zwei Spieltagen stehen die Kölner, noch ohne Punkt, auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Löws Geduld
Deshalb ist es natürlich ein Scherz gewesen, als Wolfgang Overath, der Präsident des 1. FC Köln, kürzlich androhte, Lukas Podolski die nächsten fünf Jahre nicht mehr für die Nationalmannschaft abzustellen: Overath wird ebenfalls mit 81 Einsätzen in der DFB-Statistik geführt, "und das geht natürlich nicht, dass der Lukas bald mehr Länderspiele hat als ich, der Präsident". In Wahrheit ist es sogar umgekehrt: Der Klub ist auf die Geduld, die Joachim Löw mit dem Kölner Angreifer hat, dringend angewiesen. Nur wenn Podolski mit der Nationalelf antritt, bekommen sie beim FC wieder eine Ahnung davon, warum sie voriges Jahr zehn Millionen Euro für seine Rückkehr an den FC Bayern bezahlt haben.
Jeder Länderspieltreffer von Lukas Podolski, so kann man das sehen, ist auch ein Versprechen an Köln. Bisher allerdings eher die Art Versprechen, beim nächsten Kneipenbesuch auch mal die Rechnung zu übernehmen - aber dann ist irgendwie immer der Geldbeutel verschwunden.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Lukas Podolski RSS
- Sport kompakt Kroos fordert Podolski heraus 06.09.2010
- Nationalelf: Mario Gomez "Spaß macht es nur, wenn man spielt" 06.09.2010
- Fußball-Nationalelf Hindernisse für Ballack 06.09.2010
- Nationalelf: Lukas Podolski Geschickter Schachzug 08.09.2010
- EM-Qualifikation Fußball gegen Handballer 07.09.2010
- Prominente Werbeträger Der Bauchladen der Stars 07.09.2010
- DFB-Elf: Mannschaft des Jahres Jugend forsch 11.07.2010
(SZ vom 07.09.2010/dabi)
Beim Thema Wechsel stimme ich Ihnen voll zu. Podolski war sehr schlecht beraten, nach München zu wechseln. Z. b. Werder Bremen wäre damals der richtige Arbeitgeber gewesen.
Als Lukas Podolski vor vier Jahren in der Nationalmannschaft begann, hat man dort noch mit zwei Spitzen gespielt, von denen er eine sein konnte; deswegen war seine Torgefährlichkeit so augenscheinlich.
Aktuell wird mit 3 offensiven Mittelfeldspielern und einem Stoßstürmer, den Podolski nicht bilden sollte, gespielt. Es ist schon richtig, ihn in diesem System links, eventuell noch auf der Özil-Position, einzusetzen.
Ich fürchte auch, dass Lukas Podolski seine Fähigkeiten nicht nutzt und den Instinkt als Straßenfußballer inzwischen eingebüßt hat. Wenn man sieht, wie er an der linken Außenseite klebend den Ball direkt wieder zum Mitspieler zurückspielt, kann man nicht glauben, dass er vor vier Jahren zum größten Torjäger ansetzte, den es in der deutschen Nationalmannschaft je gab,
Was ist da passiert? Gift war für ihn die kölsche Wohlfühl-Enklave ebenso wie sein Wechsel zu den Bayern. Er hätte zu einem Verein wie Werder Bremen wechseln sollen und sich ganz aus seiner Rolle als Imageträger und Proll vom Dienst verabschieden sollen. Auffällig ist auch seine Mutlosigkeit zum Dribbling und zur anrachischen Aktion, die er indes nur so lange ausspielen konnte, wie er in Strafraumnähe agierte. Als Außenlinienspieler ist er letztlich eine Fehlbesetzung.
Lukas Podolski verschludert sein, ihm geschenktes, Talent.
Er ist augenscheinlich nicht in der Lage, die volle Aufgabenstellung eines
professionellen Fußballers zu erfassen. Er hat den Schritt vom gehätschelten Perspektiv-Spieler zum ernsthaften Profi ( den zum Beispiel Schweinsteiger gemacht hat ) nicht gemacht und wird es nach meiner Einschätzung auch niemals tun.
Schade eigentlich.
wie immer gegen Podolski, das kennt man schon aus seinen Zeiten bei Bayern und bei der WM. Fällt euch nix neues ein?
Lobt statt dessen die Spieler von Dynamo München, oder?
Paging