Nachfolge von Jacques Rogge Thomas Bach kandidiert für IOC-Präsidentenamt

Es gilt als das höchste Amt im Weltsport: Nun will Thomas Bach, derzeit Vizechef des Internationalen Olympischen Komitees, für die IOC-Präsidentschaft kandidieren.

Thomas Bach will es wissen: Als zweiter Deutscher nach Willi Daume kandidiert der 59-Jährige für das höchste Amt im Weltsport.

Per Brief informierte der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim den ausscheidenden Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, und die restlichen IOC-Mitglieder von seinen Plänen. Das bestätigte die Organisation am Mittwochabend der Nachrichtenagentur dpa.

Die Entscheidung, wer als neunter IOC-Präsident die Nachfolge von Rogge antritt, wird am 10. September in Buenos Aires von der IOC-Vollversammlung gefällt. An diesem Donnerstag will sich Bach in Frankfurt am Main zu seiner Kandidatur äußern. Sein nationaler Förderer Willi Daume war beim Versuch, Ober-Olympier zu werden, 1980 chancenlos gescheitert.

Bach ist seit 2006 Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), seit 1991 sitzt der Franke im IOC. Er ist als Vorsitzender der Juristischen Kommission im IOC und Chef der Disziplinarkammer bei Olympischen Spielen ein unentbehrlicher Zuarbeiter für Rogge. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver war er zum dritten Mal nach 2000 in Sydney und 2006 in Turin zum IOC-Vizepräsidenten gewählt worden.

Um ein klares Bekenntnis zu seinen sportpolitischen Ambitionen hatte sich Bach monatelang gedrückt. Dabei hat er sich in zahlreichen Grundsatzreden längst positioniert und als Vertreter der traditionellen olympischen Werte offenbart. Knapp vier Monate vor dem finalen Votum in der argentinischen Hauptstadt beginnt jetzt die heiße Wahlkampfphase.

An Buenos Aires hat Bach zumindest schon mal beste Erinnerungen: Dort hatte er 1977 - ein Jahr nach dem Olympiasieg mit der Florettmannschaft - auch den Teamweltmeistertitel geholt. Neben Richard Carrion aus Puerto Rico zählen der Asiate Ser Miang Ng, der ukrainische Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka und die Schweizer IOC-Granden René Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes und Denis Oswald zu Bachs härtesten Konkurrenten um die IOC-Präsidentschaft.

Die Ringe-Organsiation wurde in ihrer 119-jährigen Geschichte nur einmal von einem Nicht-Europäer angeführt: Von 1952 bis 1975 vom US-Amerikaner Avery Brundage.