Nach dem 0:1 gegen Alemannia Aachen hat der Kölner Trainer Christoph Daum dem Unparteiischen bewusste Manipulation vorgeworfen.
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen Christoph Daum aufgenommen. Der Trainer des Zweitligisten 1. FC Köln hatte nach der 0:1 (0:1)-Niederlage seines Klubs gegen Alemannia Aachen am Montagabend Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) in einem Fernsehinterview Spielmanipulation vorgeworfen. Meyer hatte drei Minuten nach der Pause einen FC-Treffer von Adil Chihi wegen Abseits nicht anerkannt. Nach Auswertung der Fernsehbilder war Chihi jedoch knapp nicht im Abseits gewesen. "Der DFB hat Christoph Daum um eine schriftliche Stellungnahme gebeten", teilte DFB-Mediendirektor Harald Stenger mit.
Wieder einmal sehr laut: Christoph Daum beschwert sich nach einer Abseits-Fehlentscheidung über den Schiedsrichter. (© Foto: dpa)
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Zuvor hatte Daum mit Aufstiegsfavorit 1. FC Köln gleich im ersten Heimspiel der neuen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Alemannia Aachen eine 0:1-Niederlage kassiert. Die Alemannia, die zum Auftakt gegen Carl Zeiss Jena (2:2) noch enttäuscht hatte, zeigte dabei eine deutliche Steigerung und feierte den ersten Pflichtsieg gegen den FC seit dem 31. Mai 1969.
Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner WM-Stadion erzielte ausgerechnet der frühere FC-Stürmer Marius Ebbers in der 23. Minute den Siegtreffer für die Alemannia. Auf Kölner Seite kamen die Erinnerungen an die desaströse Vorsaison wieder hoch, denn die Daum-Elf präsentierte sich gegen eine gut gestaffelte Aachener Mannschaft über weite Strecken einfallslos und kam kaum zu guten Torchancen.
Die mit namhaften Spielern zusammengekaufte Kölner Mannschaft hat sich noch längst nicht als Einheit gefunden, Gefahr kam meist nur durch Einzelaktionen auf. So hatte Neuzugang Nemanja Vucicevic (41.) durch einen Distanzschuss noch die beste Möglichkeit, allerdings strich der Ball knapp über das Aachener Gehäuse.
Anders dagegen die Alemannia. Aus einer gut sortierten Abwehr spielten die Gäste immer wieder schnell nach vorne und waren dabei nicht ungefährlich. Allerdings ließ die Elf von Trainer Guido Buchwald im Abschluss die letzte Konsequenz vermissen.
Unter Druck geriet die Aachener Mannschaft nur kurz nach dem Seitenwechsel, als der FC für fünf Minuten Gas gab. Dabei hatten die Kölner Pech, dass Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) einem Tor von Adil Chihi wegen vermeintlicher Abseitsposition die Anerkennung verweigerte. Die TV-Bilder bewiesen, dass der Treffer regulär war.
Auf Kölner Seite wusste Vucicevic zu gefallen, ansonsten erreichte noch Schlussmann Faryd Mondragon Normalform. Die Aachener hatten in Verteidiger Hrvoje Vukovic und Matthias Lehmann ihre besten Spieler.
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Der Flügelflitzer
Wie hätte es denn in so einer Situation mit Videobeweis gehen sollen? Folgendes Szenario: Mannschaft A ist im Angriff, spielt einen Stürmer regelgerecht frei, der Schiri pfeifft fälschlicherweise Abseits, Mannschaft B hört auf zu spielen, der Stürmer von Mannschaft A schiebt den Ball ins Tor. Und nun? Was macht man, wenn ein Videobeweis jetzt deutlich macht, dass es doch kein Abseits war?
Tor kann man ja schlecht geben - schließlich hat der Schiripfiff dazu geführt, dass die Verteidigung nicht mehr eingegriffen hat. Also indirekter Freistoß? Elfmeter? Oder wie?
Ich weiß, in diesem Fall war es wohl anders, weil der Linienrichter zwar gleich die Fahne gehoben, der Schiri aber erst nach dem vermeintlichen Tor gepfiffen hat. Trotzdem ist mir nicht klar, was ein Videobeweis in solchen Situationen wie oben geschildert bringen soll.
Davon abgesehen: Klar war es eine Fehlentscheidung, aber so deutlich ja nun auch wieder nicht, wie die Kölner tun - der Linienrichter hat sich eben von dem anderen Angreifer irritieren lassen, der im Abseits stand, aber nicht ins Spiel eingegriffen hat. Dafür soll es jetzt Schadenersatz geben? Nein, der Vergleich mit der Privatwirtschaft ist hier fehl am Platz: Wer sich ins "Geschäft Fußball" begibt, der weiß ja, dass dort auch Fehlentscheidungen passieren - das gehört ja nun mal zum Sport.
Und noch mal ganz nebenbei: Köln hat gestern vor dem Tor überhaupt nichts hinbekommen. Ich glaube, dem Team wäre mehr damit gedient, wenn Daum sich darum kümmern würde, als da irgendwelche Verschwörungstheorien in den Raum zu stellen.
Man kann zu Daum stehen wie man will, aber die Entscheidungen der Schiedsrichter waren in diesem Spiel, wie in vielen anderen auch, falsch und leider spielentscheidend. Warum gibt es nicht endlich einen Videobeweis? Ist in anderen Sportarten doch auch machbar!
Was Daum gesagt hat ist im Grunde egal. Wegen der Intensität seiner Vorwürfe wird ihn das wohl mindestens eine Entschuldigung kosten wenn er nicht schärfer bestraft werden will.
Was mir aber bei jedem Mal wirklich den Magen umdreht ist, mit welcher arroganten Selbstherrlichkeit der DFB sich seine Schiedsrichter schützt. Denn jeder Trainer oder Spieler der die Leistungen von Schiedsrichtern kritisiert wird sofort vom DFB niedergebügelt und mit Strafen belegt. Das ist für mich schon fast totalitär. Denn Verein bzw. Spieler haben de facto keine Möglichkeit sich gegen die Urteile des DFB's zu verteidigen oder auch mal den Schiedsrichter zur Rechenschaft zu ziehen.
Schiedsrichter machen Fehler in einem System in dem viel Geld investiert wird und sie sind Teil dessen, tragen aber keinerlei Verantwortung für das was sie verursachen. Ob das jetzt ein Klose ist der für 2 Wochen ausfällt und Naldo hat nur eine Gelbe oder ob Köln ein Ausgleichstor nicht anerkannt wurde. Hier enstand den Vereinen ein Nachteil, besser gesagt - ein wirtschaftlicher Verlust. Und den hat ein Schiedsrichter verursacht.
In anderen juristischen Situationen würde der Verursacher dafür zur Rechenschaft gezogen werden und erklären müssen. Zumindest aber sollte man die Möglichkeit haben den Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen.
Man muss das schon mal gegenüberstellen:
Einerseits heiligen die Verbände das Regelwerk:
Ein Spieler sieht für das Trikot-Ausziehen beim ausgiebigen Jubeln gelb, oder für das (versehentliche) Weiterspielen nach einem "überhörten" Pfiff des Unparteiischen.
Als es die "Ausländer-Regelung" in der BL noch gab: Durch falsches Einwechseln konnte ein Spiel nachträglich als verloren gewertet werden.
(Ist das eine gravierendere Manipulation als die Aberkennung eines regelgerechten Treffers? Oder das Pfeifen eines unberechtigten Elfmeters?)
Andererseits wird nichts unternommen bei eklatanten Fehlentscheidungen seitens des Schiedsrichters, obwohl für jeden sichtbar.
Anstatt sich nur über Daum (zurecht) aufzuregen, sollte man schon mal darüber nachdenken, wie absurd die gängige Praxis ist: Für jeden sichtbar HAT der Schiedsrichter mit seiner Fehlentscheidung den Spielverlauf maßgeblich beeinflusst. Das hat aber keine Konsequenzen.
(Natürlich ist in diesem konkreten Fall die Unterstellung von vorsätzlicher Manipulation das Porblem.)
Ich erinnere an ein Champions-League-spiel der Bayern letzte Saison: Der Schiedsrichter pfeift einen Elfmeter, den man beim besten Willen nur noch als bewusste Manipulation deuten konnte. Niemand war anderer Meinung - bis auf die UEFA. Warum? Warum haben Schiedrichter nach dem Spiel denn keine Konsequenzen zu fürchten, sondern nur die motzenden Vereinsbosse, denen durch haarsträubende Fehlentscheidungen im heutigen Geschäft im Extremfall mehrstellige Millionenbeträge weggenommen werden?
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