Nachdem Dubai einer israelischen Spielerin die Einreise verweigert hat, reagiert die Tennis-Welt: Andy Roddick boykottiert das Männer-Turnier, die Veranstalter müssen 300.000 Dollar Strafe zahlen.
Der amerikanische Tennis-Profi Andy Roddick hat seine Teilnahme am ATP-Turnier in Dubai abgesagt und verzichtet damit auf die Titelverteidigung bei der Veranstaltung am Persischen Golf. Roddick reagierte damit darauf, dass die Turnier-Veranstalter der israelischen Spielerin Shahar Peer ein Einreisevisum verweigert hatten. "Ich bin nicht damit einverstanden, was da passiert ist", sagte der Weltranglisten-Sechste am Rande des Turniers in Memphis. Roddick hatte das Turnier in Dubai im Vorjahr durch einen Finalsieg gegen den Spanier Feliciano Lopez gewonnen.
Bild vergrößern
Dass Dubai der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise verweigerte, bleibt nicht ohne Folgen. (© Foto: AP)
Anzeige
Zuvor hatte die Damen-Profiorganisation WTA das Tennis-Turnier in Dubai mit einer hohen Geldstrafe belegt. Wegen der Einreiseverweigerung für Shahar Peer aus Israel sollen die Veranstalter 300.000 Dollar zahlen. Das teilte die in Florida ansässige WTA am späten Freitagabend mit. Peer und auch Anna-Lena Grönefeld, die als Doppelpartnerin vorgesehen war, werden entschädigt. Die WTA schreibt Peer 130 Ranglistenpunkte und 44.250 Dollar gut, Grönefeld bekommt 7950 Dollar. Der Rest der Geldstrafe soll wohltätigen Zwecken zu gute kommen.
"Damit soll ein klares Signal gesendet werden, dass die Tour Diskriminierung nicht toleriert. Wir werden nicht erlauben, dass sich diese Situation wiederholt - weder in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch irgendwo anders auf der Welt", erklärte der amerikanische WTA-Chef Larry Scott.
Die WTA stellte zudem Bedingungen, damit das Turnier in Dubai auch im kommenden Jahr in den Kalender aufgenommen wird. Die Veranstalter müssen sich verpflichten, Peer für 2010 eine Wildcard zu gewähren, falls sich die 21-Jährige nicht direkt über die Weltrangliste qualifizieren sollte. Ferner muss für alle israelischen Spieler mindestens acht Wochen vor dem Turnier die Einreise garantiert sein. Zudem müssen die Organisatoren erneut ihre Verpflichtung bestätigten, alle qualifizierten Spieler zur Veranstaltung zulassen. Für das Preisgeld in Höhe von zwei Millionen Dollar verlangt die WTA bis zum 1. Juli 2009 ebenfalls eine Garantie.
Die Einreiseverweigerung für die Ex-Soldatin Peer wenige Wochen nach dem Gaza-Krieg hatte zu weltweiten Protesten geführt. Ihrem Landsmann Andy Ram, dem letztjährigen Australian-Open-Sieger im Doppel, war daraufhin für das ATP-Turnier in der kommenden Woche ein Visum gewährt worden.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Eklat im Tennis Der Preis des Booms 16.02.2009
- Eklat im Tennis Israelin darf nicht in Dubai spielen 15.02.2009
(sueddeutsche.de/dpa/sid/aum)
Neue Nutzungsbedingungen