Der DFB denkt über ein Robert-Enke-Abschiedsspiel nach, Hannover-Fans wünschen sich eine Umbennung der Arena in Robert-Enke-Stadion.
Der am Dienstag verstorbene Nationaltorwart Robert Enke hat auch Hans-Dieter Hermann, den Psychologen bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, in Bezug auf seine Depressionen getäuscht. Hermann untersuchte Enke Anfang September vorsorglich auf Depressionen hin, in einem langen Gespräch in der Sportschule Barsinghausen habe es allerdings "keinerlei Hinweis auf diese Erkrankung gegeben", sagte Hermann in einem Interview auf der Website des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
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Die Nationalelf will ein Robert-Enke-Abschiedsspiel bestreiten. (© Foto: dpa)
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"Robert klagte zu dieser Zeit über Erschöpfungssymptome, für die zunächst kein medizinischer Grund gefunden werden konnte. Obwohl es keine konkreten Anhaltspunkte dafür gab, war ich gemeinsam mit unserem Mannschaftsarzt Professor Tim Meyer der Meinung, dass man auch eine mögliche Depressivität oder gar eine Depression in Betracht ziehen sollte, zumindest müsste ich es abklären", sagte Hermann.
In einem etwa einstündigen Gespräch habe es dann für ihn keinerlei Hinweis auf diese Erkrankung gegeben: "Im Gegenteil, Robert beschrieb sich außerhalb dieser Müdigkeit als privat und sportlich glücklichen Menschen mit klaren Zukunftsideen. Natürlich frage ich mich heute auch wie jeder von uns: Hätte ich hier etwas erkennen können, wenn ich hartnäckiger nachgefragt hätte? Andererseits - was wir aber damals nicht wussten - war er ja in Behandlung und somit bereits in den richtigen Händen."
Derweil gibt es im Fußball verschiedene Überlegungen, wie man dem verstorbenen Torwart gedenken kann. Die deutsche Nationalmannschaft möchte Enke im kommenden Jahr noch mit einem Abschiedsspiel ehren. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Freitag entsprechende Überlegungen von Kapitän Michael Ballack und Kollegen. Die Spieler hätten bereits bei der Verbandsspitze angefragt, "wie sie sich von Robert Enke verabschieden können", berichtete DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach in der Bild-Zeitung. Eine Möglichkeit wäre, dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw im Januar oder Februar gegen Hannover 96 antritt, wo Enke zuletzt fast sechs Jahre gespielt hatte.
Das Abschiedsspiel könnte von DFB und Deutscher Fußball Liga (DFL) gemeinsam ausgerichtet werden. "Es gibt erste Gedanken, aber eine Entscheidung ist nicht gefallen", erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Freitag. Über Details könne man derzeit noch nicht sprechen. Die Erschütterung beim Verband und der Nationalmannschaft ist noch immer groß. Vor der DFB-Zentrale hängen die Fahnen auf halbmast. Auch vor dem letzten Länderspiel des Jahres am kommenden Mittwoch gegen WM-Teilnehmer Elfenbeinküste wird Enke in Gelsenkirchen geehrt, das Team spielt mit Trauerflor. Das für Samstag angesetzte Testspiel gegen Chile war Enkes Tod vom DFB abgesagt worden.
In Hannover soll ein Platz den Namen von Enke erhalten. In der Politik herrsche weitgehend Einigkeit darüber, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung am Freitag. Jens Seidel, Vorsitzender des zuständigen Bauausschusses, will jetzt in einem Brief an Baupolitiker aller Fraktionen um eine einvernehmliche Position im Stadtparlament werben. Zugleich schlug er vor, nicht wie üblich ein Jahr mit der Ehrung zu warten, "um die Emotionalität der Menschen" zu berücksichtigen.
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil empfahl unterdessen, die Diskussion über die Würdigung des Keepers des Bundesligisten Hannover 96 zu vertagen. Zunächst solle man sich Zeit zum Trauern nehmen. "Danach können wir über alles reden", sagte Weil.
Auch die Fans wünschen sich diese besondere Ehrung ihres Idols. In Internetforen sprachen sich viele für einen Platz nahe der AWD-Arena aus, auch die Stadionbrücke wäre eine Möglichkeit. Manche Anhänger fordern sogar, die AWD-Arena in "Robert-Enke-Stadion" umzubenennen. Üblicherweise wartet die Stadt Hannover ein Jahr, bevor sie Straßen, Plätze oder Wege nach gestorbenen Personen benennt. Es wurden aber bereits Ausnahmen gemacht.
Im Video: Fenerbahçe-Trainer Daum wusste von den Problemen des verstorbenen Robert Enke.
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In den Nachrichten (aus University of Washington): Austestung der Symptome für Depression bei Kindern könnte bei Zweitklässlern beginnen - Eine neue Forschung deutet darauf hin, dass die Untersuchung bei Kindern auf Symptome für Depression - der häufigsten geistigen Gesundheitstörung in den Vereinigten Staaten, viel früher stattfinden kann als bislang angenommen, und zwar bereits im zweiten Schuljahr.
Mein Kommentar: Und die Anzahl an depressiven Leuten wird sich sogar noch erhöhen, denn ihr Egoismus nimmt weiter zu, jedoch nicht die Möglichkeiten, ihn zu erfüllen. Die Hauptfrage Wozu? ist es, die zur Depression führt.
Es wird immer schwieriger für die Menschen, etwas zu finden, was auf die Kinder in unserer Welt eine Anziehungskraft ausübt. Folglich flüchten sie in ihre eigene Welt
mehr unter...
http://www.laitman.de/?s=depression
Celine Polo
Es ist schon schlimm. dass es "angeblich" niemand gemerkt hat, dass es ihm so schlecht geht und er keinen ausweg mehr gewusst hat. Aber das liegt wohl an unserer Gesellschaft.
Doch habe ich nicht nichts ueber den Zugfuehrer gehoert????Wie geht es IHM????
Sein Leben hat sich doch auch von einen Tag auf den anderen gewandelt.
Ein guter Fussballer begeht Selbstmord, bitter für die Angehörigen.
Doch was danach kommt an Inzenierungen durch den Verein Hannover, durch die Medien, durch die Fans hat mit Trauer wenig zu tun. Es wird zum Event aufgebauscht und unbedeutende Leute wie z.B. der "Koks"-Trainer Daum erhalten eine Plattform. Eine Trauerfeier im Stadion, ein Platz wird umbenannt und weiterer Schwachsinn kommt bestimmt noch.
Klar muss auch die SZ dabei sein - schade was aus einer eigentlich guten Zeitung wird.
zitat:".....aber diese Deutschfehler sind in so einem Text einfach peinlich."
ändert aber nix am inhalt und ist somit nicht nötig. trauer ist individuell. dafür gibt es keine allgemeingültigen regeln und abläufe. die angemessenheit fällt und steht nicht mit grammatik.
Ich bedaure, dass ich bei einem so erschütternden und niederschmetternden Thema einen Kommentar zur deutschen Grammatik abgeben muss - aber auch das gehört für mich zu einer angemessenen Form der Trauer: dass Texte, die aus dieser Trauer heraus entstehen, zumindest keine sprachlichen Fehler aufweisen.
"Derweil gibt es [...] Überlegungen, wie man dem verstorbenen Torwart gedenken kann."
Es muss natürlich heißen: "wie man DES TORWARTS" gedenken kann - das Verb "gedenken" verlangt immer den Genitiv. Verzeihung nochmals, falls ich irgendjemandes Gefühle verletzt haben sollte, aber diese Deutschfehler sind in so einem Text einfach peinlich.
Paging