Von Von Gerald Kleffmann, Volker Kreisl und Christian Zaschke

Dem TSV 1860 München und der SpVgg Unterhaching steht eine spannende Saison bevor - eine Art Prophezeiung.

Am Samstag beginnt die Zweitliga-Saison mit der SpVgg Unterhaching und dem TSV 1860 München. Was da wohl alles passiert, fragt man sich als geneigter Freund des Münchner Fußballs. Nun, eine Gewähr wird selbstverständlich nicht übernommen, doch so, genau so wie hier geschildert, könnte sich alles abspielen:

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Ahlen. Bei manchen Menschen löst dieser Begriff Unbehagen aus, zum Beispiel beim Trainer des TSV 1860 München. Der heißt Reiner Maurer und betreut die Löwen seit Dezember 2004. Zwei Spiele hat seine Mannschaft seitdem verloren, beide gegen Ahlen. Der Saisonauftakt der Münchner verspricht also spannend zu werden, zumal nur eine Woche später das erste ernst zu nehmende Heimspiel in der neuen Arena ansteht. Am 12. August trifft 1860 auf Hansa Rostock und halb München fragt sich: Was wird Maurer anziehen? Seinen Trainingsanzug, wie im Grünwalder Stadion? Oder doch einen Businessanzug, wie im Mai angekündigt?

Unterhaching-Nord, Sonntag, 15.29 Uhr. Die Tribünen des Sportparks werden wieder schwach besetzt sein. Vor allem auf der Gegenseite wird das Rot der Schalensitze das Bild bestimmen. Sie wurden vor genau fünf Jahren beim Bundesliga-Ausbau angeschraubt und sind auch schon etwas angegriffen von Regen, Kälte und Hitze. Auf der Haupttribüne ist es wie immer, hier sitzt das treue, introvertierte, gemütliche und kritische Hachinger Publikum. Auch unter der Haupttribüne ist wieder alles beim Alten. Nach den drei Blitzen, die beim Test gegen Mallorca eingeschlagen waren, hatte Hachings Hauselektriker viel zu tun, jetzt funktionieren Monitore, Wurstküche und auch das Flutlicht wieder. Aber das kann man um 15.29 Uhr noch nicht sehen.

Wollen die Löwen besser starten als in der vergangenen Saison, müssen sie gar nicht mal so gut sein. Damals hatte der TSV einen Punkt nach zwei Spielen ergattert, und das Torverhältnis betrug 3:5. Das sollte zu übertrumpfen sein.

Erster Hachinger Gegner ist der SC Paderborn 07. Vielleicht ist Paderborn irgendwann einmal das ostwestfälische Unterhaching. 07 wechselte bislang zwischen dritter und vierter Liga und ist jetzt in die zweite Liga aufgestiegen. Der SpVgg war das erstmals 1989 gelungen. Jetzt gelten sie bei manchen Beobachtern wieder als Abstiegskandidat. Keine überzeugende Leistung in der Vorsaison, kein prominenter Trainer, kein prominenter Zugang, ein prominenter Weggang (Francisco Copado zu Eintracht Frankfurt). Überregional bekannt ist höchstens Miki Stevic, 35, Mittelfeldstratege und jetzt Kapitän. ¸¸Wir wollen es allen zeigen", sagt Stevic. Es ist ein Augustnachmittag, das Wetter wird schwülwarm, das Spiel zu keinem Zeitpunkt gefährdet sein.

Diese Ruhe beim TSV. Die Mannschaft ist mit einem so selbstverständlichen Selbstbewusstsein aufgetreten, dass im Verein Gelassenheit herrscht. Zum Aufstieg sei man ¸¸verdammt", hatte Präsident Karl Auer immer wieder formuliert, nach nur zwei Spieltagen kann von ¸¸verdammt" keine Rede sein: zum Aufstieg berufen muss es nun heißen. In den Zeitungen steht der Aufstieg bereits fest, also gilt im Verein: weiterhin Ruhe bewahren. Wird nicht ewig so weitergehen.

Betrachtet man den Spielplan, so könnte die Rechnung von Harry Deutinger aufgehen. Der ist seit 20 Jahren bei der SpVgg Unterhaching und beginnt nun seine erste Saison als Cheftrainer. Deutinger setzt auf die alten Tugenden Glauben, Kampfgeist, Teamgeist. Nach Paderborn geht es gegen den zweiten Aufsteiger, die Sportfreunde Siegen, dort wird Haching das Selbstbewusstsein und den Glauben stärken, und dann im Heimsieg gegen Favorit Aachen am 28. August über den Kampf- zum Teamgeist finden.

Der Fahrplan für die weiteren Wochen ist klar: 1860, nach den Worten des neuen Hauptsponsors ¸¸an der Spitze der deutschen Sympathieskala" gelegen, stürmt in die Herzen der Fußballfans. Dank eines Sieges beim Wuppertaler SV; am 18. August wird die erste Runde im DFB-Pokal ausgetragen, endlich einmal wollen die Löwen in diesem Wettbewerb weit kommen. Die weiteren Spiele im Herbst absolviert 1860 im Vorbeigehen, Greuther Fürth, Dresden, Offenbach, Freiburg und Braunschweig werden souverän bezwungen, wobei Emmanuel Krontiris drei Mal der Matchwinner ist.

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