Motorsport Unglücks-Serie

Fast 70 Tote bei 38 Rennen, seit dem Umzug von Afrika nach Südamerika jedes Jahr mindestens ein tödlicher Unfall: Die Bilanz der Rallye Dakar ist verheerend. Trotz eines weiteren tödlichen Unglücks wird die Ausgabe 2016 aber fortgesetzt.

Am Sonntag hat es keinen Toten bei der Rallye Dakar gegeben. Es war Ruhetag. Die Teilnehmer bereiteten sich auf die zweite Hälfte des Marathon-Rennens durch Argentinien und Bolivien vor. Die Rallye wird weitergehen. Sie ist ja auch nach dem schweren Unfall der Chinesin Guo Meiling, die mit ihrem Mini Cooper auf dem Prolog in eine Zuschauergruppe gefahren war, weitergegangen. Zwölf Verletzte. Ein Toter. Für die Protagonisten des Spektakels ist das offenbar nichts Außer- gewöhnliches. Seit die Veranstaltung 2009 von Afrika nach Südamerika verlegt wurde, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch bei der Offroad-Rallye ums Leben.

Bei der Ausgabe 2016 hatte es den ersten Toten am Samstag gegeben. Der Franzose Lionel Baud verlor auf der siebten Etappe von der Salzwüste von Uyuni bis zum nordargentinischen Salta bei Kilometer 82 die Kontrolle über seinen Mitsubishi und erfasste einem Fan aus Bolivien. Der 63-Jährige starb an der Unfallstelle. "Die Mediziner konnten leider nur noch den Tod der verletzten Person feststellen", teilten die Organisatoren mit. Ermittler der Polizei sollen nun die Gründe für den Unfall untersuchen.

Die Dakar wird in diesem Jahr zum 38. Mal ausgetragen. Die Statistiken weisen rund 70 Tote aus. 2015 war der polnische Motorradfahrer Michal Hernik auf der Etappe von San Juan nach Chilecito in Argentinien tot aufgefunden worden.

In diesem Jahr wird die Hatz durch das schlechte Wetter noch verschärft. Nach der Absage der ersten Etappe musste auch das siebte Teilstück am Samstag wegen schwerer Gewitter unterbrochen werden. Für die Motorradfahrer im Feld ging es danach überhaupt nicht mehr weiter.

Bei den Autos führt Peugeot-Fahrer Sebastién Loeb aus Frankreich das Gesamtklassement mit 1:58 Minuten Vorsprung vor Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel an, der ebenfalls einen Peugeot bewegt.