Immer mehr Autobauer verabschieden sich vom Motorsport, nun hat es den Rallye-Seriensieger Mitsubishi erwischt. Nur die deutschen Hersteller Mercedes und BMW bleiben aktiv.
Auf der Homepage prescht der Mitsubishi Racing Lancer noch durch eine Steppenlandschaft. Auf der Paris Motor Show im Oktober vergangenen Jahres wurde er als Auto für die Rallye Dakar vorgestellt - es war die Premiere und vorerst auch der letzte Akt für das Auto. Der Autohersteller Mitsubishi hat angekündigt, sich aufgrund der Absatzkrise aus der berühmten Wüstenrallye Dakar zurückzuziehen. Das gab der japanische Konzern am Mittwoch bekannt.
Der Mitsubishi Racing Lancer: vorerst nicht mehr auf einer Rallyestrecke zu sehen. (© Foto: AP)
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Die Verschlechterung der weltweiten Wirtschaftslage zwinge das Unternehmen zu diesem gravierenden Schritt, teilte Mitsubishi mit. Der Rennstall des Herstellers hat an dem mehrtägigen Langstreckenrennen 26 Mal teilgenommen. Zwölf Mal holte er die Siegtrophäe - darunter sieben Mal in Folge zwischen 2001 und 2007. In diesem Jahr fielen die Favoriten Stephane Peterhansel, Luc Alphand und Hiroshi Masuoka früh aus, Mitsubishi musste einen Sieg des Konkurrenten VW hinnehmen.
Mitsubishi rutschte im laufenden Geschäftsjahr in die roten Zahlen. Für die ersten neun Monate legte die Unternehmensgruppe in dieser Woche einen Nettoverlust von umgerechnet rund 41 Millionen Euro vor, für das Gesamtjahr bis Ende März rechnet Mitsubishi nun mit einem Nettoverlust von rund 515 Millionen Euro.
Die Finanzkrise trifft die Autobauer stärker als befürchtet, weshalb das Engagement im Motorsport gekürzt oder gar eingestellt wird. Der japanische Mitsubishi-Konkurrent Honda hatte sich aus der Formel 1 zurückgezogen, bittet derzeit die englische Regierung - weil als Rennstall in England gemeldet - um ein Rettungspaket und sucht dringend einen Käufer, damit das Team doch an den Start gehen kann.
Suzuki und Subaru haben sich bereits von der Rallye-WM verabschiedet, Motorradbauer Kawasaki hat seinen Rückzug von der Motorrad-WM verkündet. Der deutsche Autobauer Audi stieg aus dem US-Motorsport aus.
Nur anderen deutschen Autobauern scheint die Lust am Sport nicht vergangen zu sein. Bei BMW erklärte Motorsportchef Mario Theissen fast gleichzeitig mit der Kurzarbeit-Ankündigung, dass ein Ausstieg aus der Formel 1 kein Thema sei. "Unser Engagement ist in keinster Weise eingeschränkt. Das Budget für 2009 ist abgesichert, und wir planen bereits für 2010", sagte er. Auch Mercedes nimmt kaum Einsparungen vor. "Der mit der Nummer 1 hat in der vergangenen Saison den besten Job gemacht. Und dies ist gleichzeitig Verpflichtung für uns für die neue Saison", sagte Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug.
Den Mitsubishi Racing Lancer jedoch wird man vorerst nur als Foto auf der Homepage über eine Rallyestrecke rasen sehen.
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(sueddeutsche.de/hum)
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Für die vorderen in der Formel 1 gibt es ja auch einen Haufen Geld. Trotzdem sind die Aussagen irgendwie sympthomatische für das Denken der deutschen Autobauer. Letzte Woche erst hat Toyota einen Benzinmotor in Deutschland auf den Markt gebracht, der bei über 100 PS Leistung unter 120 g CO2 produziert. Bei VW und BMW liegen die niedrigsten Werte bei um die 140 g. Die Deutschen haben nur zeitgemäße Dieselmotoren im Programm, die wurden aber gerade erst durch die steuerliche Benachteiligung wieder total eingebremst. Alles ganz schön unverständlich.
Nur BMW und Mercedes machen weiter. Die machen solange weiter, bis einer den letzten 12-Zylinder rausschiebt und das Licht ausmacht.