Nach SZ-Informationen soll der FC Bayern für Mönchengladbachs Nationalspieler Marco Reus ein Angebot hinterlegt haben. Das Bieterduell mit dem BVB wird damit immer konkreter. Gute Argumente für einen Wechsel haben beide Klubs - wer am Ende das Rennen macht, entscheidet der Jungprofi wohl in den Weihnachtsferien.
Ob Marco Reus spielen kann im Hinrunden-Finale gegen Mainz, das kann Max Eberl noch nicht sagen. Reus hat sich vor gut zwei Wochen einen Zehenbruch zugezogen, seitdem fehlt der offensive Mittelfeldspieler den Mönchengladbachern im Endspurt ihres märchenhaften Fußballjahres, in dem erstaunlicherweise nicht der Abstieg aus der ersten Liga vorkam und das den Traditionsklub vor Weihnachten tatsächlich auf einem Champions-League-Platz notiert.
Bild vergrößern
Könnte Borussia Mönchengladbach schon bald verlassen: Marco Reus. (© dpa)
Anzeige
Am Donnerstag hat Reus, 22, dank der Sonderanfertigung eines Schuhmachers erstmals wieder trainiert, "man muss warten, wie der Zeh auf die Belastung reagiert", sagte er hinterher. Wie der Zeh reagiert, das weiß Gladbachs Sportdirektor Eberl natürlich auch nicht. Aber eines wisse er ganz bestimmt: "Marco Reus ist ein wichtiger Spieler für uns."
Eberl, 38, hat das etwas schnippig gesagt, aber man muss ihn verstehen. Nur der junge VfL-Manager Eberl ist es ja gewesen, der Reus 2009 mit viel Überzeugungsarbeit vom damaligen Zweitligisten RW Ahlen zur Borussia holte, für 800.000 Euro Ablöse (über Prämien kamen noch 250.000 hinzu). Und nun wird Eberl ständig gefragt, ob man den Nationalspieler halten könne nach der herausragenden Vorrunde, in der dieser freche Blondschopf zehn Tore erzielte.
Nun muss Eberl kommentieren, dass Reus sich offenbar entschieden habe, schon im Sommer zu gehen, entweder nach Dortmund oder zum Favoriten FC Bayern. Eberl nervt das. Er verweist auf Aussagen von Bayern-Vorstand Rummenigge ("Manchmal ist es für junge Spieler keine schlechte Entscheidung, noch ein Jahr zu bleiben") und fügt hinzu: "Es gibt keinen neuen Stand und kein Angebot."
Nach SZ-Informationen haben die Bayern allerdings - wenn nicht beim VfL, dann bei Reus' Maklern - "ein Angebot hinterlegt", wie eine in die Sache involvierte Person versichert. Ihr Duell mit den Dortmundern um die Dienste des noch bis 2015 gebundenen Talents träte demnach in die entscheidende Phase. Der 22-Jährige soll schon für 2012 zum nächsten Karriere-Schritt tendieren, der über einen bis Ende Mai zu erklärenden Ausstieg aus dem Vertrag und gegen 18 Millionen Euro Ablöse möglich ist: Über die Feiertage, heißt es aus verlässlicher Quelle, wolle Reus mit seiner Familie klären, ob und wo er diesen Schritt wagen möchte. In München. Oder in Dortmund.
Aufklärende Stellungnahmen braucht man in dieser Angelegenheit so rasch nicht zu erwarten. Die Sache ist schon heiß genug. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagt offiziell nur dies: "Zu Namen von Spielern, die noch bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen, äußern wir uns nicht."
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Stefanie Graf über die Knochenmühle Tennis-Tour, den Zustand des Sports in Deutschland und das Geheimnis, wie sie noch mehr hätte gewinnen können. Ein Interview. Jetzt lesen ...
- Thema
- Bundesliga RSS
- Transfer-Coups der Bundesliga Ausgegraben aus den Tiefen 23.12.2011
- Der Flügelflitzer Ein Euro für Raúl 22.12.2011
- Skibbe ist neuer Hertha-Trainer Weihnachtsfrieden über Berlin 22.12.2011
- Manager Rettig verlässt Augsburg Von wegen ruhige Tage 21.12.2011
- Höhepunkte der Bundesliga-Hinrunde Titanische Unterschiede 20.12.2011
- Lügen-Streit Babbel gegen Preetz Wenn sich Fußballer nicht verstehen 19.12.2011
Kuriose Schilder (4)
Champions-League-Finale
Na zizou...heute mal wieder als Propagandalautsprecher des GröFCaZ unterwegs ?
Was spricht gegen Podolski?
"...den intrigantischen bayern.."
Dachte immer die Bayern sind ein Profiverein, in dem die sozialen Aspekte sehr groß geschrieben werden. Oder ist man als Verein "intrigantisch", wenn man sich um einen Spieler bemüht?
"...wie so manch andere geniale fussballer (podolski etc.)..."
Sie haben wirklich Humor. Der war echt gut - selten so gelacht!!
Träumer. Komischerweise ist so ein Geschwätz beim ach so liebenswerten Underdog M´Gladbach salonfähig, was ich vor etwa 2 Wochen unter Gladbach-Fans erleben durfte. "Bla bla ... Schalke und Bremen auf Augenhöhe ... bla bla ... dauerhaft im internationalen Wettbewerb ...".
Fälschlicherweise amüsiert man sich vorsätzlich über ähnliche Töne von FC-Fans, obwohl es gar nicht stimmt, dass man so etwas im Kölner Umfeld zu hören bekommt. Aber das will niemand wahr haben, was mich schwer nervt. Die Fans des ehemals großen Vereins im Westen müssen als Deppen hingestellt werden, damit man im Vergleich selbst nobel wirkt. Darüber hinaus ist das Ganze auch für boulevardeske Medien wie z. B. sky dankbar, wobei man sich zu den Konsumenten die solchen Quellen vertrauen schenken seinen Teil denken kann.
Reus selbst hat vor einigen Wochen in einem Interview mit der WAZ/NRZ bestätigt, dass diese Ausstiegsklausel existiert. Allerdings sprach er davon, dass er Gladbach erst ab 2013 zu einer festgelegten Ablösesumme verlassen kann. Unter dieser Prämisse ist Rummenigges Sinneswandel auch nicht völlig überraschend, der Reus ja nun geraten hat, ein Jahr länger in Gladbach zu bleiben.
Im kommenden Sommer wird Reus jedenfalls nicht für 18 Mio. zu bekommen sein.
Es ist schon erschreckend, dass eine angeblich seriöse Zeitung in ihrer Online-Ausgabe sich zu so billiger höchstspekulativer Berichterstattung hinreißen lässt und Dinge, die "eine in die Sache involvierte Person" geäußert haben soll oder die "aus verlässlicher Quelle" stammen (welch eine Floskel) als Fakten hinstellt.
Ganz nebenbei wird der Gladbacher Manager Max Eberl als Lügner dargestellt, da seine Aussage, dass kein Angebot für den Spieler Reus vorliege durch den Artikel ja angeblich widerlegt wird.
Wenn diese Art von Berichterstattung so weiter geht, braucht man demnächst gar keine Zeitung mehr zu lesen. Mit seriösem Journalismus hat das überhaut nichts mehr zu tun!
Paging