Mönchengladbach 32 Sekunden

Die Rückkehr von Flügelstürmer Patrick Herrmann verschafft Borussia Mönchengladbach im Kampf um die Champions-League-Plätze neue Optionen.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Der Fußballer Patrick Herrmann hat schön häufiger durch Auswechslungen von sich reden gemacht. Bereits 112 Mal ist er bei Borussia Mönchengladbach aus dem Spiel genommen worden. Damit steht er in der Rangliste der meistausgewechselten Bundesligaspieler auf Platz neun - und der gebürtige Saarländer ist erst 25 Jahre alt. Er wird den Spitzenreiter Gerald Asamoah (139 Auswechslungen) ziemlich sicher irgendwann entthronen.

Am Mittwochabend hat Herrmann hingegen mal eine ganz andere Geschichte erzählt und ist durch eine spektakuläre Einwechslung aufgefallen. Nach knapp fünfmonatiger Verletzungspause ist der Flügelstürmer beim Gladbacher 4:0 gegen Stuttgart in der 68. Minute erstmals wieder vor heimischem Publikum ins Spiel gekommen und hat 32 Sekunden später mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 ein fulminantes Comeback gegeben. "Man hat meinem Jubel vermutlich angesehen, dass da einiges aus mir herausgebrochen ist", sagte Herrmann und ließ durchklingen, wie leidvoll eine fünfmonatige Reha-Pause wegen eines gerissenen Kreuzbands im Knie (operationsfreie Behandlung) sein kann. Umso befreiter hat er auf Anhieb demonstriert, dass schon kurzfristig wieder mit ihm zu rechnen ist. Sogar Hoffnungen auf die EM darf er sich noch machen.

Zuvor muss er sich noch auf den umworbenen Flügelpositionen in Mönchengladbach behaupten, denn dort ist die Konkurrenz mit Spielern wie Johnson, Hazard,Traoré, Hofmann und bald auch wieder Hahn enorm. "Ich habe mich wie alle im Stadion total für Patrick gefreut", sagte Hazard, "er hat hart gearbeitet, und ein besseres Comeback als mit der ersten Aktion in einem Heimspiel ein Tor zu erzielen, gibt es ja gar nicht." So kann er beim Kampf um die Champions-League-Plätze helfen. "Der große Konkurrenzkampf macht uns auch unberechenbarer", sagte er selbstlos und klang eher wie ein Trainer. André Schubert hingegen sagte nach dem Kantersieg über Stuttgart: "Wir werden es nicht immer auf diesem hohen Niveau hinkriegen - aber wir versuchen es."