Bundesliga 1. FC Nürnberg will inhaftiertem Breno helfen

Sollte der verurteilte Fußballer in den offenen Vollzug kommen, könnte er wieder für den FCN spielen. Ein amerikanischer Basketballer erzielt in einer Partie 138 Punkte, Lothar Matthäus bringt sich bei 1860 München als Trainer ins Gespräch, Uli Hoeneß ermahnt Mario Mandzukic wegen dessen Jubelgeste.

Sportnachrichten in Kürze

Vielleicht bald wieder auf dem Fußballplatz? Abwehrspieler Breno. 

(Foto: REUTERS)

1. FC Nürnberg, Breno: Der "Club" denkt offenbar über eine erneute Verpflichtung von Abwehrspieler Breno nach. "Wenn er in den offenen Vollzug kommt und in Deutschland arbeiten darf, dann bieten wir ihm die Möglichkeit. Wir werden ihm helfen", sagte FCN-Sportvorstand Martin Bader der Sport Bild. Breno sitzt seit seiner Verurteilung wegen schwerer Brandstiftung Anfang Juli zu drei Jahren und neun Monaten Haft in der JVA München ein. Der Anwalt des 23 Jahre alten Brasilianers bemüht sich darum, Breno in den offenen Vollzug zu bringen. Dann dürfte der ehemalige Verteidiger von Bayern München tagsüber arbeiten und müsste nur noch nachts ins Gefängnis. Zuvor hatte bereits Nürnbergs Coach Dieter Hecking Breno in Nürnberger Medien Hilfe angeboten. Der Abwehrspieler hatte bei seiner Ausleihe an den Altmeister in der Rückrunde der Saison 2009/10 überzeugt, ehe er sich im März 2010 schwer verletzte. "Wenn er die Möglichkeit hat, wieder zu spielen, dann stehen wir bereit", sagte Bader.

Mario Mandzukic, Jubelgeste: Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat Stürmer Mario Mandzukic aufgefordert, künftig auf ähnliche Jubelgesten wie zuletzt in Nürnberg zu verzichten. "Ich weiß nicht, was er gemacht hat und ob er etwas gemacht hat. Aber er sollte das unterlassen, damit es keinen Interpretationsspielraum gibt", sagte Hoeneß am Mittwoch in Valencia. Mandzukic hatte beim Spiel in Nürnberg (1:1) am vergangenen Wochenende seinen Treffer zum 1:0 mit einem militärischen Gruß gefeiert. In seiner Heimat war die Geste als Sympathiebeweis für zwei zuvor wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten Generäle, Ante Gotovina und Mladen Markac, gewertet worden, die in zweiter Instanz überraschend frei gesprochen waren. Mandzukic selbst, der auch vom DFB dafür gerügt worden war, wollte sich nach dem Champions-League-Spiel in Valencia (1:1) nicht mehr dazu äußern. Lediglich auf Facebook gab der 26-Jährige am Mittwoch eine Erklärung ab und drückte sein Bedauern aus.

Felix Magath, neuer Job: Der beim VfL Wolfsburg entlassene Trainer-Manager Felix Magath steht offenbar in Verhandlungen mit dem Hauptstadtklub Al-Dschasira Abu Dhabi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das berichtet kicker.de und beruft sich auf Quellen aus dem Umfeld des Klubs. Demnach seien die Gespräche zwischen dem 59-Jährigen und dem Meister von 2011 schon weit vorangeschritten. Arabische Medien vermuten sogar, dass Magath in den nächsten Tagen nach Abu Dhabi reisen wird, um einen Vertrag zu unterschreiben. Als Tabellensechster hinkt Al-Dschasira den Erwartungen weit hinterher. Zwar hatte der Klub am Montagabend mit 2:1 gegen Al-Shabab gewonnen, doch der Rückstand auf Tabellenführer Al-Ain beträgt nach acht Spieltagen bereits fünf Punkte. Dem brasilianischen Coach Paulo Bonamigo soll bereits mitgeteilt worden sein, dass er trotz des letzten Sieges entlassen wird. Offiziell ist die Trennung allerdings noch nicht.

Basketball, Rekord: Mit einem historischen Punkterekord hat der College-Spieler Jack Taylor am Dienstag sogar die NBA-Profis in den Schatten gestellt. Unglaubliche 138 Punkte steuerte der Guard zum 179:104-Sieg seines Grinnell-Colleges gegen Faith Baptist Bible bei und brach damit eine 58 Jahre alte Bestmarke. "Ich hatte das Gefühl, alles was ich hochwerfe, fällt rein", sagte Taylor: "Es gab eine Phase in der zweiten Halbzeit, in der ich sieben oder acht Dreier in Folge getroffen habe. So richtig begriffen habe ich das wohl noch nicht." Auch NBA-Akteur Carmelo Anthony von den New York Knicks war begeistert von der Leistung des 22-Jährigen. "Von etwas Vergleichbarem habe ich noch nie gehört, das ist wie in einem Videospiel", sagte der 28 Jahre alte Forward. Den bisherigen Rekord in den Ligen der National Collegiate Athletic Association (NCCA) übertraf Taylor deutlich. Im Jahr 1954 hatte Bevo Francis 113 Punkte für Rio Grande gegen Hillsdale erzielt. Noch weniger Probleme hatte Taylor mit dem aktuellen NBA-Rekord: Wilt Chamberlain sammelte 1962 für die Philadelphia Warriors 100 Punkte im Spiel gegen die New York Knicks (169:147). Taylor versenkte insgesamt 52 seiner 108 Versuche aus dem Feld, war bei 27 von 71 Dreiern erfolgreich und traf sieben von zehn Freiwürfen.

Lothar Matthäus, 1860 München: Lothar Matthäus hat offenbar Interesse am Trainerposten beim TSV 1860. "Ich liebe München. Ich kenne 1860 und die 2. Liga. Natürlich wäre es schön, mich auch in Deutschland als Trainer zeigen zu dürfen", sagte der 51-Jährige im Interview mit Sky Sport News HD. Die Löwen hatten sich am vergangenen Sonntag von Trainer Reiner Maurer getrennt. Dessen Nachfolger ist Alexander Schmidt, der zuvor die zweite Mannschaft des deutschen Meisters von 1966 in der Regionalliga betreut hatte. "Mein Name geistert immer durch die Gazetten, wenn irgendwo ein Trainer entlassen wird", sagte Matthäus, obwohl sein Name in diesem Zusammenhang bisher nicht gefallen war. Er sei jedoch "ganz sicher nicht derjenige, der sich beim TSV 1860 anbietet", ergänzte der frühere Spieler des ungeliebten Lokalrivalen Bayern München: "Man weiß ja, welche Trainer frei sind. Dazu gehöre ich auch."

Mirko Slomka, Vertragsverlängerung: Vor dem Europa-League-Spiel gegen Twente Enschede am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) gibt es bei Hannover 96 erneut Zoff um die angestrebte Vertragsverlängerung von Trainer Mirko Slomka. Der Coach des Fußball-Bundesligisten ist sauer auf Clubchef Martin Kind, weil der einen Teil der angeblich noch ungeklärten Verhandlungsfragen ausplauderte. "Ich habe mit Martin Kind gesprochen. Er hat sich bei mir entschuldigt", sagte Slomka am Mittwoch. Hintergrund ist ein Bericht der Sport Bild. "Es geht Slomka etwa um das Thema Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die Frage, ob sein Gehalt bis zu einem halben Jahr weitergezahlt wird. Oder ob die gesetzliche Regelung von sechs Wochen gilt und dann die Krankenkasse zahlt. Unbedeutende Sachen, über die man nicht reden muss", wurde Kind zitiert. Slomka wies ein Pokern um das Krankengeld brüsk zurück. "Es hat mich sehr erschrocken, was ich da lesen musste. Ich kann feststellen, dass weder ich noch mein Berater irgendwann etwas gefordert haben", sagte Slomka. Die Verlängerung des auslaufenden Vertrages von Slomka zieht sich bereits seit Monaten hin und entwickelte sich zuletzt zur Posse. Angeblich sind nur noch Details zu klären, dennoch ist der Vertrag immer noch nicht unterschrieben.

Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki: Dirk Nowitzki wird den Dallas Mavericks voraussichtlich noch einen weiteren Monat fehlen. Der 34-Jährige sagte am Dienstag in Dallas, dass er frühestens in zwei Wochen wieder mit dem Basketball-Training beginnen werde. Danach brauche er noch einmal ein bis zwei Wochen, ehe er den Mavericks in der NBA wieder zur Verfügung stehe. Zwar habe er die Intensität in der Rehabilitation inzwischen gesteigert und bislang auch keine Rückschläge gehabt. "Es ist aber einfach ein langsamer Prozess", meinte der Würzburger enttäuscht. Nowitzki hatte sich vor genau einem Monat einer Arthroskopie am rechten Knie unterzogen.

Bundesliga, Hamburger SV: Mittelfeldspieler Petr Jiracek von Fußball-Bundesligist Hamburger SV muss sich wegen anhaltender Leistenprobleme einer Operation unterziehen und fällt für den Rest der Hinrunde aus. Zum Beginn des Wintertrainingslagers Anfang Januar soll der 26 Jahre alte tschechische Nationalspieler wieder fit sein. "Dann soll er voraussichtlich wieder einsteigen", sagte Trainer Thorsten Fink. Die Operation kann erst in zwei Wochen durchgeführt werden, weil Jiracek seit Ende Oktober an einer Schambeinentzündung laboriert. Diese wird in den kommenden zwei Wochen weiter behandelt, damit sich der Knochen für den notwendigen Eingriff beruhigt.

Fußball in Italien: Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose laboriert an einer Knöchelverletzung. Der Stürmer musste deswegen auf das Training mit seinen Teamkollegen von Lazio Rom verzichten. Klose hatte sich beim Serie-A-Match gegen Rekordmeister Juventus Turin (0:0) am Samstag leicht verletzt. Lazio-Coach Vladimir Petkovic hofft jedoch, ihn trotzdem von Anfang an beim Europa-League-Duell gegen Tottenham Hotspur am Donnerstagabend einsetzen zu können. Petkovic will gegen die Spurs die Stammformation aufbieten.

Schweiz, Ottmar Hitzfeld: Der Fußball-Weltverband Fifa hat im Zuge der "Stinkefinger-Affäre" den Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld für zwei Pflichtspiele gesperrt. Das teilte die Fifa am Dienstag mit. Der langjährige Coach von Borussia Dortmund und Bayern München muss zudem umgerechnet 5800 Euro Strafe zahlen, hinzu kommen umgerechnet 830 Euro Verfahrenskosten. Gegen das Urteil ist kein Einspruch möglich. Hitzfeld darf damit in den WM-Qualifikationsspielen gegen Zypern (23. März und 8. Juni) die Eidgenossen nicht betreuen. Der 63-Jährige Hitzfeld hatte während des WM-Qualifikationsspiels gegen Norwegen (1:1) im Oktober den Mittelfinger in die Luft gereckt - offensichtlich aus Unmut über die schwache Leistung des spanischen Schiedsrichters Fernandez Borbalan. Der Schweizerische Fußball-Verband (SFV) hatte auf ein Verfahren gegen Hitzfeld verzichtet. "Es kann nicht sein, dass plötzlich zwei Verfahren gegen Hitzfeld laufen - eines der Fifa und eines von uns", hatte der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann erklärt.

Schwimmen, DSV: Auch kurz vor den nationalen und internationalen Meisterschaften reißt die Kritik an der Führung des Deutschen Schwimm-Verbandes nicht ab. Britta Steffen warf dem DSV Zeitverschwendung bei notwendigen Reformen und mangelnde Rückendeckung vor. "Rückhalt vom Verband spüre ich eher selten", sagte die 29-Jährige in einem Interview der Sport-Bild. "Wenn du sie brauchst, dann sind sie nicht da. Wenn du erfolgreich bist, dann darfst du mit Frau Dr. Thiel ein Foto machen und Danke sagen", erklärte Steffen mit Blick auf die DSV-Präsidentin, die zudem ohne Leidenschaft für den Schwimmsport agiere.

Die Berlinerin hatte nach ihrer vorzeitigen Abreise von der verkorksten WM 2011 in Shanghai mit dem Verband im Clinch gelegen. Nun kritisierte Steffen, dass die notwendigen Konsequenzen nach der Olympia-Pleite der Beckenschwimmer immer noch nicht gezogen sind. "Beim DSV passiert nichts. Beim DSV hat sich nichts verändert, und niemand will Veränderungen. Wir verschwenden viel Zeit, die wir nicht haben", sagte Steffen. Sie und ihr Freund Paul Biedermann starten bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften von diesem Donnerstag an in Wuppertal. Ein deutsches Nachwuchsteam bestreitet zeitgleich die EM in Chartres/Frankreich. Die WM findet im Dezember in Istanbul statt.