Mögliche Verlegung der WM 2022 Rummenigge sieht Vereinsinteressen in Gefahr

Fürchtet um die Ordnung im Fußballkalender: Karl-Heinz Rummenigge.

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Der Bayern-Boss warnt vor den Konsequenzen einer Winter-WM in Katar. Bayern-Profi Franck Ribéry trainiert wieder. Der neue Schalke-Trainer Di Matteo will mit mehr Ordnung die Defensivprobleme beheben.

DFB-Elf: Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Polen neue Personalsorgen. Mesut Özil musste am Mittwoch wegen Beschwerden im linken Knie zu einer Kernspinuntersuchung nach München reisen. Der Mittelfeldmann vom FC Arsenal hatte bereits am Dienstag Probleme im Gelenk und das Training der Fußball-Nationalmannschaft verpasst. Eine Diagnose stand noch aus, ein Einsatz in Warschau ist allerdings unwahrscheinlich.

Dagegen kann der DFB nun doch auf Julian Draxler bauen. Der Schalker Offensivmann soll am Mittwochabend zur Mannschaft stoßen. Am Dienstag hatte der 21-Jährige wegen eines grippalen Infekts nicht nach Frankfurt reisen können. André Schürrle, der bislang nicht am Teamtraining teilnehmen konnte, wird am Donnerstag bei einer nicht-öffentlichen Einheit wohl erstmals wieder auf dem Rasen dabei sein, berichtete Teammanager Oliver Bierhoff am Mittwoch in Frankfurt.

WM 2022, Verlegung: Karl-Heinz Rummenigge hat in seiner Funktion als Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA vor einer Verlegung der Fußball-WM 2022 in Katar in die Wintermonate gewarnt und nachdrücklich auf die Konsequenzen für die Vereine hingewiesen. "Wir sind bereit, darüber zu diskutieren, aber unter einer Bedingung: dass keine Schäden für den Vereinsfußball entstehen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München am Mittwoch auf einer Sicherheitskonferenz in London.

Rummenigge schickte damit ein eindeutiges Signal an die Task Force der Fifa, die aufgrund der hohen Sommertemperaturen in Katar die Möglichkeiten einer Verlegung der Turnierspiele in den Winter prüft. Ein solcher Schritte würde erhebliche Beeinträchtigungen für die europäischen Ligen wie die englische Premier League oder der Bundesliga verursachen, unterstrich Rummenigge. "Eine Änderung wird das Geschäft und den Fußball-Kalender erheblich beeinflussen. Die Klubs sind nicht bereit, die Rechnung zu zahlen. Das muss der Fifa und allen anderen, die den Wunsch haben, das Datum zu ändern, klar sein", so Rummenigge.

Fußball, FC Bayern: Franck Ribéry macht auf dem Weg zu seinem Comeback Fortschritte. Der Franzose konnte in dieser Woche erstmals wieder mit dem Ball trainieren. Wann der 31 Jahre alte Offensivspieler wieder spielen kann, ließ der deutsche Rekordmeister aber offen. Ribéry hatte die vergangenen Partien wegen einer schmerzhaften Patellasehnenreizung im linken Knie verpasst. Unter der Leitung von Fitnesschef Holger Broich und Rehatrainer Thomas Wilhelmi absolvierte er aber nun bereits intensive Einheiten auf dem Rasen. Auch der lange Zeit verletzte Thiago steht vor einer Rückkehr ins Mannschaftstraining. Länger verzichten muss Bayern-Coach Pep Guardiola weiterhin auf Holger Badstuber, Javier Martínez und Bastian Schweinsteiger.

Fußball, Hilfe für Referees: Das Freistoßspray kommt bald in die Bundesliga. Das Hilfsmittel wird nach einigen Irritationen nun doch wie geplant ab dem kommenden Spieltag (8. Runde, 18. Oktober) in den ersten drei Spielklassen verwendet. "Alle rechtlichen Dinge sind geklärt. Die Voraussetzungen zur Einsetzung des Sprays sind da. Es gibt keinen Grund, es nicht einzusetzen", bestätigte Lutz Michael Fröhlich, der zuständige DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter, dem SID am Dienstag. Zuletzt hatte es Diskussionen gegeben, nachdem der TÜV bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen war, dass das in Argentinien hergestellte Spray namens "9-15 fair play limit" wegen der verwendeten Parabene im Verdacht stehe, hormonell wirksam zu sein.

Zudem war unter anderem angemahnt worden, dass auf den Dosen die Kennzeichnung mit dem Flammensymbol für hochentzündliche Produkte fehle. Die Umetikettierung hat inzwischen stattgefunden. "Wir haben über unseren Zwischenhändler alles prüfen lassen. Die Bestätigung liegt vor", sagte Fröhlich weiter. Das Schaum war bereits im Sommer bei der WM in Brasilien verwendet worden und ist in dieser Saison schon fester Bestandteil der Champions League, der Europa League sowie der Primera División (Spanien) und der Ligue 1 (Frankreich). Die Einführung in Deutschland war zunächst wegen Bedenken seitens der Schiedsrichter verschoben worden. Ursprünglich hätte das Spray bereits zum Bundesligastart zum Einsatz kommen sollen. Die Erfahrungen bei der WM waren absolut positiv gewesen.

Fußball, Italien: Der seit Mai inhaftierte AS-Rom-Hooligan Daniele De Santis hat gestanden, vor dem Pokal-Endspiel zwischen dem SSC Neapel und dem AC Florenz (3:1) in Rom am 3. Mai auf den neapolitanischen Fußball-Fan Ciro Esposito geschossen zu haben. Dieser war nach sieben Wochen im Koma seinen schweren Verletzungen erlegen. Bisher hatte der nach der Schießerei in Rom inhaftierte De Santis seine Verantwortung für den Tod Espositos bestritten. Der Gewalttäter versicherte jedoch, dass er auf den 30-jährigen Esposito aus Selbstverteidigung geschossen habe, da er von ihm und anderen Neapel-Hooligans angegriffen worden sei.