SZ: Die Pressekritiken sind für einen Profi sicher nicht so wichtig. Aber der Liebesentzug des Publikums muss einem Fußballer doch wehtun?

Miroslav Klose

Zum Verzweifeln. An San Marinos Torhüter Aldo Simoncini war für Miroslav Klose am Samstag kein Vorbeikommen. (© Foto: AP)

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Klose: Das Schlimmste waren die Lügengeschichten, die über mich und mein Privatleben in die Welt gesetzt wurden, diese Schmutzkampagne. Was da auf mich, meine Familie und mein Umfeld eingeprasselt ist: das Gerede darüber, dass meine Frau schwanger wäre von einem Mitspieler und all das Zeug. Ich stehe über diesen Dingen. Aber ich will das auch mal betonen: Ich bin mit meiner Familie sehr, sehr glücklich. Ich liebe meine Frau und meine Kinder über alles, ich bin ein glücklicher Vater.

SZ: Wissen Sie, wie es zu den Gerüchten gekommen ist?

Klose: Ich glaube zu wissen, wer mir einen Seitenhieb verpassen will. Dazu werde ich zur gegebenen Zeit noch die passende Retourkutsche setzen.

SZ: In den letzten Wochen hätte allerdings auch von Ihrer Seite manches besser laufen können. Jeder weiß, dass da mit dem FC Bayern nach wie vor etwas im Gange ist, aber Sie können oder wollen die Sache nicht aufklären. Dafür sprechen alle anderen über Sie. Es sind viele Menschen von Ihnen enttäuscht.

Klose: Sie müssen verstehen: Mir ist es nicht wichtig, was über mich gesprochen wird oder was öffentlich passiert. Solche Dinge regelt man intern, das habe ich gemacht. Ich bin rein ins Büro, habe Klaus Allofs (Bremens Manager, d. Red.) und allen Verantwortlichen meine Vorstellungen unterbreitet. Es ist mir wichtig, dass die Leute, die es betrifft, Bescheid wissen. Ich habe mich nicht verändert, auch nicht vom Charakter her. Ich bin ehrlich, sage meine Meinung. Was ich versäumt habe, ist die Bremer vorab von dem Treffen mit den Bayern zu informieren.

SZ: Klaus Allofs weiß also Bescheid, Thomas Schaaf auch?

Klose: Die wichtigen Leute wissen Bescheid - aber glauben Sie mir, nicht alle Spieler, das bestimmt nicht.

SZ: Wäre es nicht einfacher, jetzt klar zu sagen: Dieses letzte Jahr hilft weder Werder noch mir, lasst uns den Wechsel zu Bayern München jetzt machen?

Klose: Ich kann nicht mehr sagen, als dass ich bis 2008 Vertrag habe. Fakt ist, dass ich im letzten halben Jahr nicht umgesetzt habe, was ich kann. Ich bin nicht zufrieden, genauso ist es der Verein nicht. Wir haben die Ziele, die wir uns gesteckt haben, nicht erreicht, und ich habe dazu meinen Teil beigetragen.

SZ: Dann trennt man sich, so lange man noch gut miteinander umgeht.

Klose: Ich kann jetzt nicht sagen, dass unser Verhältnis gestört ist.

SZ: Aber wenn Sie blieben, wären das wirklich optimale Bedingungen?

Klose: Das ist noch so weit weg. Gehe ich und es läuft gut, sagt man, es hat sich gelohnt. Bleibe ich und schieße im ersten Spiel zwei Tore, ist es auch gut.

SZ: Klingt alles in allem, als wäre die Situation so: Meine Dinge habe ich geregelt, es liegt an den Vereinen.

Klose: Absolut.

SZ: Ist die Offenheit auch im Verein so angekommen?

Klose: Ich habe mich so geäußert, wie es meiner Gefühlswelt entsprach.

SZ: Und Sie fühlen sich gut beraten?

Klose: Was meinen Berater angeht: Wir arbeiten seit fünf Jahren erfolgreich und vertrauensvoll zusammen. Und das werden wir auch weiterhin tun. Er berät mich, aber ich habe meine eigene Meinung. Ich entscheide.

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