Millionenpferd des Dressursports Totilas fliegt aus dem Elitekader

Dressurpferd Totilas in Kronberg mit Reiter Matthias Rath.

(Foto: dpa)

Dressurverband nimmt das einst für viele Millionen Euro gekaufte Pferd Totilas aus dem Championatskader, Berlin Volleys spielen sich in der Champions League in einen Rausch, Eisbären Berlin verkürzen in der Deutschen Eishockey-Liga den Rückstand auf den Tabellenführer.

Sportnachrichten in Kürze

Reitsport, Totilas: Das Millionen-Pferd Totilas und sein Dressurreiter Matthias Alexander Rath aus Kronberg/Taunus gehören nicht mehr dem deutschen Championatskader an. Wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am Mittwoch mitteilte, fällte der Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) am Dienstag diese Entscheidung. Rath und der zwölfjährige Hengst haben seit über einem halben Jahr keinen Wettkampf mehr bestritten. Zuletzt traten sie bei den deutschen Meisterschaften an. Eine Erkrankung von Rath verhinderte einen Start bei den Olympischen Spielen. Wann das Paar in den Turniersport zurückkehrt, ist offen.

Zuvor hatte bereits Mitbesitzer Paul Schockemöhle seinem zehn Millionen Euro teuren Wunderhengst aus sportlicher Sicht kein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt. "Mit Totilas ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte", hatte der ehemalige Springreit-Europameister gesagt und Konsequenzen angekündigt: "Im nächsten Jahr wird ausschließlich der Sport im Vordergrund stehen." Seiner Tätigkeit als Deckhengst wird Totilas dann nicht mehr nachgehen. Die Einbußen, die Paul Schockemöhle aus dieser Entscheidung entstehen, dürften in die Hunderttausende gehen.

Basketball, NBA: Die New Orleans Hornets aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA stehen angeblich vor einer Namensänderung. Nach Medienberichten soll die Mannschaft ab der Spielzeit 2013/2014 in "Pelikane" (Pelicans) umbenannt werden. Ein Klubsprecher wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Eine Namensänderung muss von der NBA abgesegnet werden. Die "Hornissen" waren 1988 in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina gegründet worden. Seit 2002 spielen sie in New Orleans. Der Klub ist seit April dieses Jahres im Besitz von Tom Benson, dem auch das Football-Team der Saints gehört. Benson, der die Rechte an dem Namen Pelicans besitzt, hatte beim Kauf der Basketballer angekündigt, den bisherigen Namen Hornets aufgeben zu wollen. Der Braune Pelikan ist der Wappenvogel des Bundesstaates Louisiana (Pelican State).

Volleyball, Champions League: Die Berlin Volleys haben sich vorzeitig für die Playoffs in der Champions League qualifiziert. Der Hauptstadtclub gewann überraschend mit 3:1 (14:25, 25:12, 25:19, 25:19) gegen den zuvor ungeschlagenen Gruppen-Favoriten Lok Nowosibirsk. Mit vier Siegen und elf Punkten hat der deutsche Meister nach fünf von sechs Spieltagen auf jeden Fall Platz zwei in seiner Gruppe sicher. Für die Playoffs qualifizieren sich aus den insgesamt sieben Vorrunden-Gruppen neben den Erstplatzierten auch die fünf besten Gruppenzweiten. Zu diesen gehören nun definitiv die Berliner. Die 4269 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sahen am Dienstagabend ein über weite Strecken begeisterndes Match auf hohem Niveau. Trotz des verlorenen ersten Satzes zeigten sich Robert Kromm und Co. unbeeindruckt. Die Mannschaft von Trainer Mark Lebedew spielte sich in einen Rausch, das 25:12 im zweiten Satz kam einer Deklassierung des vermeintlich übermächtigen Kontrahenten gleich. Auch danach setzten die Berliner ihren Gegner um Russlands Olympiasieger Alexander Butko mit harten Aufschlägen unter Druck. Den zweiten Matchball verwandelte Mannschaftskapitän Scott Touzinsky.

Eishockey, DEL: Die Adler Mannheim sind innerhalb von einer Woche zum zweiten Mal als Verlierer bei den Eisbären Berlin vom Eis gegangen. Der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga verlor am Dienstagabend 1:3 beim Titelverteidiger. Mit dem Erfolg verkürzten die Berliner als Vierter den Abstand zum Liga-Primus auf sechs Punkte. Im Gegensatz zum Aufeinandertreffen der beiden Vorjahresfinalisten vor sechs Tagen, das die Berliner mit 5:2 gewonnen hatten, begannen beide Seiten die Partie recht verhalten. Überragender Mann auf dem Eis war Berlins Torhüter Rob Zepp, der mehrmals glänzend parierte. Die Treffer der Eisbären erzielten André Rankel (13. Minute), Darin Olver (50.) und Barry Tallackson (52.). Für den zwischenzeitlichen Ausgleich vor 13 900 Zuschauern in der Hauptstadt hatte Steve Wagner (43.) gesorgt. Auf Rang drei stehen weiter die Hamburg Freezers. Die Norddeutschen gewannen mit 4:1 gegen die Düsseldorfer EG. Für die Hamburger war es der neunte Erfolg in den vergangenen elf Partien. Im dritten Dienstagspiel setzten sich die Hannover Scorpions mit 3:2 bei den Nürnberg Ice Tigers durch.

Boxen, Mariusz Wach: Der unter Dopingverdacht stehende polnische Schwergewichtsboxer Mariusz Wach soll vor dem Kampf gegen Weltmeister Wladimir Klitschko eine weitere Manipulation versucht haben. "Aus seinem rechten Handschuh ist die Polsterung entfernt worden", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte bei der Gesprächsrunde "Anstoß Hamburg". Der versuchte Betrug sei vor dem Kampf bei der technischen Kontrolle entdeckt worden. Vitali Klitschko, der aus dem Lager seines Bruders an der Überprüfung teilnahm, stellte die Manipulation fest. "Den Gegner so ernsthaft verletzen zu wollen ist brutal und Wahnsinn", sagte Bönte.

Über den Betrugsversuch wurde die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert. Erst nach Bekanntwerden der positiven A-Probe bei der Dopingkontrolle des Polen teilte Bönte auch die Manipulation der Handschuhe mit. Laut Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), sollen in Wachs Urinprobe Spuren von anabolen Steroiden gefunden worden sein. Der Pole hatte den Kampf am 10. November in Hamburg einstimmig verloren, war aber trotz zahlreicher Kopftreffer nicht k.o. gegangen. Spekulationen, dass muskelbildende Anabolika zu größeren Nehmerqualitäten führen könnten, widersprechen Dopingfahnder allerdings.