Schwerer Rückschlag für Michael Ballack: Aufgrund einer Knieverletzung fällt er für Wochen aus. Die Rückkehr in die Nationalmannschaft gerät zur Expedition.
Frust ohne Ende für Michael Ballack: Der Fußballer muss mit einer Knieverletzung erneut sechs Wochen pausieren. Wie Bundesligist Bayer 04 Leverkusen mitteilte, hat sich Ballack in der Partie bei Hannover 96 (2:2) eine "feine Fraktur im Schienbeinkopf des linken Beines" zugezogen.
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Michael Ballack: "Ich habe Familientag gehabt." (© dpa)
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Damit rückt sein Comeback im Team von Bundestrainer Joachim Löw in weite Ferne. Erst im nächsten Jahr kann Ballack im DFB-Team wohl wieder angreifen. Kurz vor der Diagnose, die der 98-malige Nationalspieler nach einer Kernspin- und einer Computertomographie im Klinikum Köln-Merheim erfuhr, hatte sich Ballack in Sachen Nationalmannschaft noch kämpferisch gezeigt.
An einen Rücktritt denke er nicht. Er werde weiter um sein Comeback in der DFB-Auswahl kämpfen, verdeutlichte der 33 Jahre alte Profi in einem ZDF-Interview: "Das habe ich immer getan."
Ballack fällt nun nicht nur definitiv für die nächsten beiden EM-Qualifikationsspiele der DFB-Elf im Oktober gegen die Türkei (8.) und in Kasachstan (12.) aus. Zunächst folgt nun bei Bayer wieder eine langwierige Regenerationsphase, dann muss Ballack erst neu seinen Rhythmus finden.
Auch für das Freundschaftsspiel des DFB-Teams am 17. November in Schweden dürfte die Zeit nicht reichen. Nach überstandener Syndesmoseverletzung hatte Ballack gerade erst wieder erste Spielpraxis mit Leverkusen gesammelt.
Statusprobleme
Der gebürtige Sachse Ballack beschwerte sich über seinen geschwundenen Status und sein vermindertes Ansehen nach dem unverschuldeten Fehlen bei der WM in Südafrika. "Die letzten Wochen waren natürlich nicht einfach für mich. Das hat mir einiges gezeigt, wie es läuft."
Philipp Lahm hatte während der WM erklärt, dass er die Kapitänsbinde nicht freiwillig an Ballack zurückgeben wolle. Erst fast zwei Monate nach dem Turnier hatte Bundestrainer Löw Ballack als Kapitän bestätigt - sofern dieser fit ist. Ballack, der lange Zeit zu seiner Situation geschwiegen hatte, klang nach dem nur 30 Minuten langen Einsatz und dem Verletzungs- Ausfall in Hannover verbittert. "Mich wundert nichts mehr, bei dem, was in den letzten Wochen passiert ist", sagte der Profi, dessen Vertrag beim englischen Spitzenclub Chelsea nicht verlängert worden war.
"Im Fußball geht es manchmal komisch und schnell", merkte Ballack an. Löw hatte sich nach den Siegen gegen Belgien und Aserbaidschan zurückhaltend über ein Ballack-Comeback im Nationalteam geäußert. "Wenn ich der Meinung bin, dass er die Mannschaft verstärkt, dann klar. Aber jetzt ist natürlich wichtig, dass er seine Form findet", hatte der Coach der DFB-Auswahl erklärt. Dass der Kapitän im Wartestand auf einen Stadionbesuch in Köln verzichtet hatte, kommentierte Löw nach der Partie nur kurz: "Es steht den Spielern frei zu kommen."
Ballack erklärte dazu nun: "Ich habe Familientag gehabt, ich habe mir in Ruhe das Spiel zu Hause angeschaut." Erfreut zeigte sich Ballack über den Zuspruch seines ehemaligen Bayern-Mitspielers Bastian Schweinsteiger sowie einiger anderer Nationalspieler.
"Die können sich anscheinend schon ein bisschen erinnern an meine Leistungsstärke vor meiner Verletzung. Das ist schön zu hören, aber irgendwie auch normal", sagte Ballack. Er sei froh, dass sie "nicht auf den Zug mit aufspringen, den einige da angeschoben haben". Ballack sagte weiter: "Das zeigt mir, dass wir durch dick und dünn gegangen sind, dass viele Spieler auch zu mir halten." Er freue sich über "diese Unterstützung".
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn/mel)
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